Haben wir jetzt keine Schuld mehr?

Also Jesus hat alle Schuld von uns genommen…welche Schuld war das genau und was bedeutet das konkret für uns jetzt?
LG Patricia

„Und anschliessend ging es dann eben wieder von vorne los.“

Also sind wir seit dann wieder alle selbser Schuld (sind wir eh) aber die Schuld nimmt uns jetzt keiner mehr ab, da sind wir sozusagen zu spät dran.

"Spielt eigentlich keine Rolle, da sie ja nicht mehr „gilt“ "

und was gilt jetzt für eine? Alles was gegen die Gebote verstößt nehm ich an.
Tja da wär’s fast mal wieder ander Zeit, daß mal richtig sauber gemacht wird .

„Für uns, gleich ob und welcher Religion wir uns zugehörig fühlen, dass wir für unser Tun und Handeln selbst verantwortlich sind.“

Wenn das so ist geht das ja ewig so weiter :wink:- so wird das nix mit dem Paradies. Oder gibt’s da ne andere Lösung?
LG Patricia

Hi Patricia,

Jesus hat alle Schuld der Menschen auf sich genommen und ist für sie gestorben - was zur Folge hat, dass Gott Dir Deine Sünden vergibt, wenn Du an seinen Sohn glaubst und ihn (Gott) darum bittest, Dir zu vergeben.

Hm, kann nicht mal ein Theologe oder so hier antworten, ich kanns nicht richtig erklären. :smile:

Grüße
Natascha

Tach,

Tja da wär’s fast mal wieder ander Zeit, daß mal richtig
sauber gemacht wird .

Wenn das heute wieder versucht wird, kommen doch nur wir Ketzer und nennen das Tsunami, Erdbeben oder wie auch immer…

Wenn das so ist geht das ja ewig so weiter :wink:- so wird das
nix mit dem Paradies. Oder gibt’s da ne andere Lösung?

Klar - Jesus als Standartprophet einordnen, Muslim werden, dich an geeigneter Stelle in die Luft jagen und dich mit den Jungfrauen (vielleicht gibt`s wahlweise ja inzwischen auch Jungmänner) vergnügen.

sarkastische Grüße
L.

völlig ot
Ein Müllemer, dat es sowat hier jibt… :smile:) Grüße aus Kowwelenz - und wird Donnerstag der Zug in Mülheim (oder bist Du ein Kärlicher?) geguckt? :smile:

Hallo Patricia,

Jesus Christus ist zur Vergebung unserer Sünden gestorben.
Sünde bedeutet das Verfehlen des Zieles. Sünde ist all das, was nicht mit der Persönlichkeit, den Maßstäben, der Handlungsweise und dem Willen Gottes übereinstimmt.

Alle Menschen sind nach dem Sündenfall unvollkommen und schaffen es nicht, nach den Maßstäben Gottes zu leben.
Die Folge der Sünde ist aber der Tod (Römer 5:12, 6:23).
Durch das Loskaufsopfer von Jesus können wir nun von dieser Sünde gereinigt werden. Damit haben wir aber dereinst die Möglichkeit ewig leben zu können (Johannes 17:3).

Wenn wir dieses Loskaufsopfer annehmen und danach Handeln, stehen wir vor Gott also rein und sündenlos da.

Gruß
Carlos

Hi Natascha,

Hm, kann nicht mal ein Theologe oder so hier antworten, ich
kanns nicht richtig erklären. :smile:

das war doch ganz gut :smile:

Gruss Harald

Hallo Carlos,

zugegebenermaßen geh ich hier ohne großes Vorwissen ran. Mir ist nicht klar, wie manches aus deinem Beitrag zusammenpassen kann:

Sünde bedeutet das Verfehlen des Zieles. Sünde ist all das,
was nicht mit der Persönlichkeit, den Maßstäben, der
Handlungsweise und dem Willen Gottes übereinstimmt.

okay, hab ich glaub ich kapiert.

Alle Menschen sind nach dem Sündenfall unvollkommen und
schaffen es nicht, nach den Maßstäben Gottes zu leben.

also kann niemand im Leben sündenfrei sein.

Wenn wir dieses Loskaufsopfer annehmen und danach Handeln,
stehen wir vor Gott also rein und sündenlos da.

ich dachte, niemand kann es schaffen, nach den Maßstäben Gottes, also sündenfrei, zu leben und damit auch zu handeln?

und noch ne Frage: wenn wir nach diesem „Wertesystem Gottes“ (alle Menschen sind unvollkommen und schaffen es nicht…) also alle schuldhaft sind, wie soll dann ein nach Gottes Maßstäben leben möglich sein? ist Gott denn auch schuldhaft?

fragende grüße,
anna

Hallo Carlos

Jesus Christus ist zur Vergebung unserer Sünden gestorben.

Finde ich auch ein Hilfskonstrukt. Hätte Gott uns, wie immer wieder erzählt, lieb, hätte er uns von Sünden bewahrt und der witz- und sinnlose Tod wäre seinem Sohn erspart geblieben. Und ihm die Klage wegen unterlassener Hilfeleistung…

Sünde bedeutet das Verfehlen des Zieles. Sünde ist all das,
was nicht mit der Persönlichkeit, den Maßstäben, der
Handlungsweise und dem Willen Gottes übereinstimmt.

siehe oben. Was ist das für ein Gott, der seine Schäfchen zuerst ins offene Messer (Sünden) laufen lässt und nachher zur „Rettung“ schreitet und sich beim dann einsetzenden Hallluja-Gedudel wohligst zurücklehnt und sich ob der Dummheit seiner Schäfchen freut.

Alle Menschen sind nach dem Sündenfall unvollkommen und
schaffen es nicht, nach den Maßstäben Gottes zu leben.

Seine Massstäbe?

Die Folge der Sünde ist aber der Tod (Römer 5:12, 6:23).

…und die Erde ist eigenartigerweise immer noch nicht entvölkert. Da scheint an der Sache etwas faul zu sein. Sehr faul.

Durch das Loskaufsopfer von Jesus können wir nun von dieser
Sünde gereinigt werden.

Auch hier hilft nur der Glaube. Schon das Wort „Loskaufopfer“ hat bei mir akuten Brechreiz zur Folge.

Damit haben wir aber dereinst die
Möglichkeit ewig leben zu können (Johannes 17:3).

Haben die Christen auch Jungfrauen und Jünglinge zu bieten?

Wenn wir dieses Loskaufsopfer annehmen und danach Handeln,
stehen wir vor Gott also rein und sündenlos da.

Bist du sicher? Vorsichtigerweise nehme ich das Loskaufopfer an, einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul…

Gruß
Tim

immer noch ot ('tschuldigung)

Ein Müllemer, dat es sowat hier jibt… :smile:)

Et jett nix, batt et net jett!

Grüße aus
Kowwelenz - und wird Donnerstag der Zug in Mülheim (oder bist
Du ein Kärlicher?) geguckt? :smile:

Zur zeit bin ich ja im hessischen Studienexil - Schwerdonnerstag bin ich überhaupt nicht in Mülheim. Und ein Kärlijer bin ich ganz bestimmt nicht :wink:
Aber trotzdem viel Spaß beim Feiern…

Gruß
L.

Hallo Anna,

Wenn wir dieses Loskaufsopfer annehmen und danach Handeln,
stehen wir vor Gott also rein und sündenlos da.

ich dachte, niemand kann es schaffen, nach den Maßstäben
Gottes, also sündenfrei, zu leben und damit auch zu handeln?

Du kannst es probieren und du kannst bereuen. Selbst, wenn du ein Mörder bist und aufrichtig bereust (z. B. König David), dann wird dir Gott verzeihen.

und noch ne Frage: wenn wir nach diesem „Wertesystem Gottes“
(alle Menschen sind unvollkommen und schaffen es nicht…)
also alle schuldhaft sind, wie soll dann ein nach Gottes
Maßstäben leben möglich sein? ist Gott denn auch schuldhaft?

Ich sehe, dass du es sehr gut verstanden hast.

Dazu ein wunderschöner Bibeltext. Jesaja 1:18
18 „Kommt nun, und laßt uns die Dinge zwischen uns richtigstellen“, spricht Jehova. „Wenn sich eure Sünden auch wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie Schnee; wenn sie auch rot sein sollten wie Karmesintuch, werden sie sogar wie Wolle werden.

Der Anfang ist zu akzeptieren, dass man sündig ist und dann zu bereuen.

Gruß
Carlos

Gruß
Carlos

überhaupt nicht einverstanden
Hallo Carlos,

ich dachte, niemand kann es schaffen, nach den Maßstäben
Gottes, also sündenfrei, zu leben und damit auch zu handeln?

Du kannst es probieren und du kannst bereuen

aber es ist nie möglich, laut deiner Aussage. Warum sollten wir also einen Weg gehen, der zu keiner Lösung führen kann?

und noch ne Frage: wenn wir nach diesem „Wertesystem Gottes“
(alle Menschen sind unvollkommen und schaffen es nicht…)
also alle schuldhaft sind, wie soll dann ein nach Gottes
Maßstäben leben möglich sein? ist Gott denn auch schuldhaft?

Ich sehe, dass du es sehr gut verstanden hast.

Ich sehe nicht, dass du mich verstanden hast. Warum verlangt Gott was offenbar Unmögliches? Um dann zu sagen, alleine schaffst du’s ja offenbar nicht, also lass mich mal machen nach deinem Tod? Das hat für mich was mit massiver Machtdemonstration und -ausübung zu tun, da frage ich mich, warum hat ein sowieso allmächtiger Gott denn sowas nötig?

Dazu ein wunderschöner Bibeltext. Jesaja 1:18
18 „Kommt nun, und laßt uns die Dinge zwischen uns
richtigstellen“, spricht Jehova. „Wenn sich eure Sünden auch
wie Scharlach erweisen sollten, werden sie so weiß werden wie
Schnee; wenn sie auch rot sein sollten wie Karmesintuch,
werden sie sogar wie Wolle werden.

Der Anfang ist zu akzeptieren, dass man sündig ist und dann zu
bereuen.

Ich akzeptiere eine Schuld für etwas, das ich wider besseres Wissen, Denken und/oder Fühlen getan habe. Ich akzeptiere definitiv keine „Urschuld“ oder sowas. Kein Mensch kommt „sündig“ auf die Welt. Alle Menschen sind unvollkommen, ja, aber warum denn die Unvollkommenheit werten? Das hat rein gar nichts mit Schuld oder Unschuld oder Gut oder Böse oder sonstwas zu tun, zu „bewerten“ ist meiner Ansicht nach erst das, was jede/r einzelne aus seinen Möglichkeiten macht. Und nachdem Vollkommenheit nicht möglich ist (nach welchem System soll das denn bitte auch beurteilt werden???), kann es bezüglich der menschlichen geistigen, emotionalen, … Entwicklung auch nicht das Gute an sich (Vollkommenheit) oder das Schlechte an sich geben. Wie also werten? da ist doch alles eine subjektive Auffassung, die, weil wir eine Übereinkunft in der Gesellschaft gefunden haben, zu Normen und Werten erst von uns festgelegt wird.

Gruß,
Anna

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Hallo Patricia

Also Jesus hat alle Schuld von uns genommen…

Jein, oder konkreter es kommt darauf an, wen Du mit „uns“ meinst.
Jesus hat für jeden alle Schuld bezahlt. Aber jeder selbst muss dieses Geschenk annehmen und das heisst auch Jesus in sein Leben aufnehmen.

welche Schuld
war das genau

All die Sünden in Worten, Taten und Gedanken die jeder macht. Dadurch hat jeder eine Schuld auf sich geladen, die kein Mensch abzahlen kann.

und was bedeutet das konkret für uns jetzt?

Wenn jemand von dieser Schuld befreit und dadurch frei sein will, soll er all seine Sünden vor Gott bekennen und umkehren (Busse tun), dh sich vornehmen diese nicht wieder zu tun. D.h. auch Jesus Christus sein Leben zu übergeben.
Danach kann er Jesus Christus im Gebet bitten diese Schuld von einem zu nehmen. Er wird es tun, egal wieviele und wie grosse Sünden man hat. Anschliessend kann man deshalb Jesus danken, dass er die eigenen Sünden getragen hat und man jetzt Freiheit und ewiges Leben hat.

Gruss
Beat

ich dachte, niemand kann es schaffen, nach den Maßstäben
Gottes, also sündenfrei, zu leben und damit auch zu handeln?

Du kannst es probieren und du kannst bereuen

aber es ist nie möglich, laut deiner Aussage. Warum sollten
wir also einen Weg gehen, der zu keiner Lösung führen
kann?

Die Frage ist – Kann der Weg zu einer Lösung führen oder nicht? Dazu muss zuerst das Problem genau eingegrenzt werden. Insgesamt eigentet sich der Römerbrief sehr gut für eine Darstellung des Problems (und auch der Lösung). Es fängt an in Vers 1,18: „Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.“

Das Problem: Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit.
Die Konsequenz: Gottes Zorn. Die logische Frage, die folgt, lautet dann: Was bedeutet Gottes Zorn? Die Antwort darauf findet sich in den Versen 1,28-31: „Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht ziemt: erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit, voll von Neid, Mord, Streit, List, Tücke; Ohrenbläser, Verleumder, Gotteshasser, Gewalttäter, Hochmütige, Prahler, Erfinder böser Dinge, den Eltern Ungehorsame, Unverständige, Treulose, ohne natürliche Liebe, Unbarmherzige.“

Zusammengefasst: Er lässt uns nicht nur in dem, was hier „verworfener Sinn“ genannt wird, sondern „gibt uns dahin“. Das ist eine aktive Handlung. In der Aufzählung, die dann folgt, werden „Sünden“ zusammengefasst, die nach menschlichem Verstand nicht zusammengehören, Mord und Ungehorsam den Eltern gegenüber beispielsweise. Die Folge: Jeder kann sich wiederfinden. In einigen Punkten finde ich mich wieder, z.B. genau dort beim Ungehorsam…

Und wenn jemand denkt, dass er über allem diesem steht, und nicht in der Aufzählung vorkommt, für den kommt die Ernüchterung im Vers 2,1: „Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe.“

Damit wäre das Problem vollkommen eingegrenzt. Jeder ist schuldig vor Gott - keiner kann nach seinem Maßstab leben, egal ob Christ, Jude, Muslim, Atheist… Die Antwort folgt in den Versen 3,23-24: „Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.“

Die Lösung heißt Gnade. Nun kann Gott aber nicht einfach sagen, dass er pauschal alle Menschen erlöst, und ihnen einfach so vergibt. Man stelle sich als Vergleich mal vor, dass hier in Deutschland alle Strafen, die das Gesetz vorsieht, nicht mehr durchgeführt werden. Wäre das Gerechtigkeit? Würde das zur EINSICHT von Schuld führen? Die Einsicht muss zuerst da sein, sonst KANN es keine Gnade geben. Einsicht heißt hier, zu erkennen, dass ich mein Leben ohne Gott nicht in den Griff bekommen kann.

Damit gibt es einen Weg, mit dem Problem umzugehen. Deine Frage war, ob der Weg auch zur Lösung führt. Die Lösung, die wir gerne hätten, wäre dann ja, plötzlich nach den Maßstäben Gottes zu leben, und keine Schuld mehr anzusammeln. Schön wäre es!!! In Kapitel 7,15+17 schriebt Paulus, der Autor des Römerbriefes, von sich selbst: „Denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus. Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.“ Es geht noch einige Verso so weiter, bis Paulus in Vers 7,24 nur noch seufzen kann: „Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“

Das finde ich erst mal sehr ermutigend. Auch als Christ ist es eben nicht selbstverständlich in allem ein „heiliges und frommes“ Leben zu führen. Die Erlösung findet nicht im Handeln statt, sondern innerlich. Deshalb fährt der Römerbrief in Vers 7,25 fort: „Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also diene ich nun selbst mit dem Sinn dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.“

In Römer 8,10 heißt es dann: „Ist aber Christus in euch, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen.“ Das heißt nicht, dass alle Sünden tolerierbar wären - vergleiche dazu ganz den Anfang meines Postings. Es befreit mich als Christ vom Druck, schuld- und sündlos leben zu müssen, um vor Gott als gerecht dazustehen. Wenn mein Geist nach ihm ausgerichtet ist, fallen die Sünden nicht mehr ins Gewicht.

Ich hoffe, Deine Fragen einigermaßen geklärt zu haben… Also, alle Klarheiten beseitigt…?

Gruß,
Jan

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Hallo Jan,

Die Frage ist – Kann der Weg zu einer Lösung führen oder
nicht? Dazu muss zuerst das Problem genau eingegrenzt werden.

Das ist schonmal die erste Frage für mich, was „das Problem“ überhaupt ist. Aber ok, gehen wir mal davon aus, das Problem sei Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit.

Das Problem: Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit.
Die Konsequenz: Gottes Zorn.

auch wieder „nur“ eine angenommene Konsequenz, meiner Ansicht nach. Warum reagiert er nicht z.B. klar, Grenzen setzend, oder wenn er uns schon die Freiheit gibt, zu leben, zu entscheiden, wie wir wollen, warum reagiert er dann mit Zorn, wenn jemand nicht nach seinen Wertvorstellungen handelt?

Zusammengefasst: Er lässt uns nicht nur in dem, was hier
„verworfener Sinn“ genannt wird, sondern „gibt uns dahin“. Das
ist eine aktive Handlung.

Eben. Also handelt Gott auch schuldhaft, wenn ich mich nach dem Wertesystem richte, das du mir aufzeigst: „denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe.“

In der Aufzählung, die dann folgt, werden „Sünden“
zusammengefasst, die nach menschlichem Verstand nicht zusammengehören

zumindest unter den Normen und Werten, die du dem menschlichen Verstand unterstellst. Wer will festlegen, was dem „menschlichen Verstand“ zueigen ist? Entweder man findet Übereinstimmungen, die nachprüfbar jedem menschlichen Verstand zugeordnet werden können, oder man spricht immer nur von Beispielen menschlichen Verstandes.

Und wenn jemand denkt, dass er über allem diesem steht, und
nicht in der Aufzählung vorkommt, für den kommt die
Ernüchterung im Vers 2,1: „Deshalb bist du nicht zu
entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du
den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der
du richtest, tust dasselbe.“

was aber nicht heißt, dass jede/r, die/der sich nicht in der Aufzählung wiederfindet, auch über andere richtet.

Damit wäre das Problem vollkommen eingegrenzt. Jeder ist
schuldig vor Gott - keiner kann nach seinem Maßstab leben

Wir sind uns glaube ich einig, dass jede/r sich schuldig machen kann, aber dennoch bestreite ich das Vorhandensein einer Urschuld.

Die Lösung heißt Gnade. Nun kann Gott aber nicht einfach
sagen, dass er pauschal alle Menschen erlöst, und ihnen
einfach so vergibt.

das verlangt ja auch niemand? Und selbstverständlich kann ich erst dann von meiner Schuld sprechen, wenn ich (ein)sehe, dass sie vorhanden ist.

Einsicht heißt hier, zu erkennen, dass ich mein Leben ohne
Gott nicht in den Griff bekommen kann.

und genau da drängt sich mir sofort wieder die Frage auf, warum ein allmächtiger Gott seine Macht dazu missbrauchen muss, ein Abhängikeitsverhältnis zu schaffen.

Damit gibt es einen Weg, mit dem Problem umzugehen. Deine
Frage war, ob der Weg auch zur Lösung führt. Die Lösung, die
wir gerne hätten, wäre dann ja, plötzlich nach den Maßstäben
Gottes zu leben, und keine Schuld mehr anzusammeln.

Wenn ich nach den Maßstäben Gottes lebe, dann mache ich mich doch in keiner Form schuldig? also wäre das die Lösung? die aber per se nicht möglich sein soll. Einen anderen Lösungsansatz habe ich noch nicht herauslesen können, denn sündigen und danach reuig um Gnade bitten, erscheint mir ein wenig verantwortungsvoller und achtsamer Weg zu sein.

In Kapitel 7,15+17 schriebt Paulus, der Autor des
Römerbriefes, von sich selbst: "Denn was ich vollbringe,
erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich,
sondern was ich hasse, das übe ich aus. Nun aber vollbringe
nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.

Das ist für mich ein nicht verantwortlich sein wollen, ein reines Suchen von Ausreden. Warum kann er nicht sagen, ich bin dafür verantwortlich, was ich tue, warum muss es eine „innewohnende Sünde“ sein (also explizit kein Teil von ihm!)??

Das finde ich erst mal sehr ermutigend. Auch als Christ ist es
eben nicht selbstverständlich in allem ein „heiliges und
frommes“ Leben zu führen.

was heißt denn „auch als Christ“? Christ-sein ist doch weder Voraussetzung noch Ursache für einen tugendhaften Lebensstil.

Die Erlösung findet nicht im Handeln statt, sondern innerlich.

Ja! Aber er muss für den Wandel sorgen, nicht die Gnade Gottes.

„Also diene ich nun selbst mit dem Sinn dem Gesetz
Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.“

Also schafft er es nicht, Normen und Werte, die er als erstrebenswert ansieht, auch umzusetzen? Warum nicht?

Es befreit mich als Christ vom Druck, schuld- und
sündlos leben zu müssen, um vor Gott als gerecht dazustehen.
Wenn mein Geist nach ihm ausgerichtet ist, fallen die Sünden
nicht mehr ins Gewicht.

Das heißt überspitzt formuliert, wenn ich jemanden umbringe, das aber dann bitterlich bereue, fällt das nicht mehr so ins Gewicht? Oder wer zieht die Grenze zwischen schlimmer Sünde und Kavaliersdelikt?
Und was willst du denn sagen mit „es befreit mich von dem Druck“, ist es ein Zwang für dich, schuldlos leben zu wollen? und wieviel Vertrauen bringst du deinem allwissenden Gott entgegen, dass er nicht dein Bemühen erkennen können soll, schuldfrei zu leben, auch wenn dir das mal nicht gelungen ist?

Gruß,
Anna

Hi Anna!

Das Problem: Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit.
Die Konsequenz: Gottes Zorn.

auch wieder „nur“ eine angenommene Konsequenz, meiner Ansicht
nach. Warum reagiert er nicht z.B. klar, Grenzen setzend, oder
wenn er uns schon die Freiheit gibt, zu leben, zu entscheiden,
wie wir wollen, warum reagiert er dann mit Zorn, wenn jemand
nicht nach seinen Wertvorstellungen handelt?

Es geht hier nicht um irgendwelche Wertevorstellungen. Es geht um Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit. Gottlosigkeit ist eine willentliche Entscheidung, Gott gegenüber gleichgültig zu sein, und sich selbst höher als ihn zu setzen. Ungerechtigkeit zeigt sich andererseits gegenüber anderen Menschen, die Gott nach seinem Bild geschaffen hat, und ist damit auch wieder gegen Gott gerichtet. Darin liegt die Ursache für den Zorn, nicht in irgendwelchen Äußerlichkeiten.

Zusammengefasst: Er lässt uns nicht nur in dem, was hier
„verworfener Sinn“ genannt wird, sondern „gibt uns dahin“. Das
ist eine aktive Handlung.

Eben. Also handelt Gott auch schuldhaft, wenn ich mich nach
dem Wertesystem richte, das du mir aufzeigst: „denn worin du
den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der
du richtest, tust dasselbe.“

Deshalb ist auch Gott Gott, und nicht der Mensch Gott. Den Urteilsspruch kann Gott sich erlauben, weil er keine Sünde hat.

Und wenn jemand denkt, dass er über allem diesem steht, und
nicht in der Aufzählung vorkommt, für den kommt die
Ernüchterung im Vers 2,1: „Deshalb bist du nicht zu
entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du
den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der
du richtest, tust dasselbe.“

was aber nicht heißt, dass jede/r, die/der sich nicht in der
Aufzählung wiederfindet, auch über andere richtet.

Kennst Du jemand, der nich in die Aufzählung hinein passt? Wenn jemand sagt, dass er schuldlos ist, beurteilt doch schon allein mit dieser Aussage alle anderen, oder?

Damit wäre das Problem vollkommen eingegrenzt. Jeder ist
schuldig vor Gott - keiner kann nach seinem Maßstab leben

Wir sind uns glaube ich einig, dass jede/r sich schuldig
machen kann, aber dennoch bestreite ich das
Vorhandensein einer Urschuld.

Aber genau dass IST doch die Urschuld. Jerder kann (und WIRD) sich schuldig machen. Das ist uns mit in die Wiege gelegt worden.

Einsicht heißt hier, zu erkennen, dass ich mein Leben ohne
Gott nicht in den Griff bekommen kann.

und genau da drängt sich mir sofort wieder die Frage auf,
warum ein allmächtiger Gott seine Macht dazu missbrauchen
muss, ein Abhängikeitsverhältnis zu schaffen.

Er missbraucht seine Macht nicht. Er hat uns dazu geschaffen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben. Ich kann ja meinem Schöpfer nicht vorwerfen, für was ich geschaffen bin.

Wenn ich die eigene Freiheit dazu benutze (denn ich bin nicht als Marionette geschaffen), einen anderen Weg zu gehen - unabhängig von Gott, dann muss ich auch die Konsequenzen tragen, und unabhängig von Gott leben - denn das ist dann ja genau das, was ich wollte. Das ist ja kein Machtmissbrauch, sondern überlässt mir selbst die vollständige Entscheidung.

Damit gibt es einen Weg, mit dem Problem umzugehen. Deine
Frage war, ob der Weg auch zur Lösung führt. Die Lösung, die
wir gerne hätten, wäre dann ja, plötzlich nach den Maßstäben
Gottes zu leben, und keine Schuld mehr anzusammeln.

Wenn ich nach den Maßstäben Gottes lebe, dann mache ich mich
doch in keiner Form schuldig? also wäre das die Lösung? die
aber per se nicht möglich sein soll. Einen anderen
Lösungsansatz habe ich noch nicht herauslesen können, denn
sündigen und danach reuig um Gnade bitten, erscheint mir ein
wenig verantwortungsvoller und achtsamer Weg zu sein.

Versuch’s nur mal einen Tag - nur eine Stunde - nach den Maßstäben Gottes zu leben. Es WIRD nicht gehen. Und man macht sich das Leben damit unnötig zur Qual.

Die Entscheidung liegt auch hier wieder bei mir. Ich kann nur einen Herrn haben. Entweder ich beuge mich vor der Sünde, und lasse sie mein Leben bestimmen, oder ich beuge mich vor dem Herrn, der mir die Sünden vergibt. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht!

In Kapitel 7,15+17 schriebt Paulus, der Autor des
Römerbriefes, von sich selbst: "Denn was ich vollbringe,
erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich,
sondern was ich hasse, das übe ich aus. Nun aber vollbringe
nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.

Das ist für mich ein nicht verantwortlich sein wollen, ein
reines Suchen von Ausreden. Warum kann er nicht sagen, ich bin
dafür verantwortlich, was ich tue, warum muss es eine
„innewohnende Sünde“ sein (also explizit kein Teil von ihm!)??

Doch, das ist ein Teil von ihm. Sonst wäre er ja nicht schuldig vor Gott, was er aber so deutlich gemacht hat, dass er es ist.

Das finde ich erst mal sehr ermutigend. Auch als Christ ist es
eben nicht selbstverständlich in allem ein „heiliges und
frommes“ Leben zu führen.

was heißt denn „auch als Christ“? Christ-sein ist doch weder
Voraussetzung noch Ursache für einen tugendhaften Lebensstil.

Meine ich doch! :smile:

Die Erlösung findet nicht im Handeln statt, sondern innerlich.

Ja! Aber er muss für den Wandel sorgen, nicht die Gnade
Gottes.

Das ist und bleibt zum scheitern verurteilt. Man kann doch soviel versuchen, wie man will, ein besserer Mensch zu werden… Vielleicht gibt’s dann sogar man ein paar oberflächliche Veränderungen. Was denkst Du, warum Jesus so streng mit den Pharisäern umgegangen ist, die sich doch um äußerliche Perfektion bemühten, nach Gottes Maßstäben zu leben?

„Also diene ich nun selbst mit dem Sinn dem Gesetz
Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.“

Also schafft er es nicht, Normen und Werte, die er als
erstrebenswert ansieht, auch umzusetzen? Warum nicht?

Weil er ein Mensch ist… Genau das versuche ich ja eigentlich zu erklären!

Es befreit mich als Christ vom Druck, schuld- und
sündlos leben zu müssen, um vor Gott als gerecht dazustehen.
Wenn mein Geist nach ihm ausgerichtet ist, fallen die Sünden
nicht mehr ins Gewicht.

Das heißt überspitzt formuliert, wenn ich jemanden umbringe,
das aber dann bitterlich bereue, fällt das nicht mehr so ins
Gewicht? Oder wer zieht die Grenze zwischen schlimmer Sünde
und Kavaliersdelikt?

Da gibt es keine Grenze. Gan am Anfang war die Aufzählung, da waren alle Sachen beisammen drin. Jetzt kommt die überspitzte Gegenfrage: Kann jemand, der geistlich gesinnt ist, daher niemanden umbringen will, trotzdem jemand umbringen…?

Und was willst du denn sagen mit „es befreit mich von dem
Druck“, ist es ein Zwang für dich, schuldlos leben zu wollen?

Nicht mehr. Früher vielleicht ansatzweise. So, wie es jetzt ist, ist es besser!

und wieviel Vertrauen bringst du deinem allwissenden Gott
entgegen, dass er nicht dein Bemühen erkennen können soll,
schuldfrei zu leben, auch wenn dir das mal nicht gelungen ist?

Das ist ja genau wieder der Punkt. Gott belohnt nicht, wenn ich mich bemühe, oder es sogar eine Zeit lang schaffe, schuldfrei zu leben. Er schaut auf mein Herz, ob ich zu ihm gehören möchte oder nicht.

Viele Grüße,
Jan