Habeo quod dedi,

liebe ExpertInnen,

steht auf den Etiketten der Weißbierflaschen von Thurn & Taxis. T & T habe ich bereits angeschrieben, jedoch ohne Echo (man sollte es nicht mehr trinken), aber wissen möchte ich halt doch, was das heißt. Wer weiß was?

Gruß Ralf

Hallo, Ralf!

„Ich habe/halte/behalte, was ich gegeben habe!“

Was damit wohl gemeint ist?

Fritz

Hi Fritz,

„Ich habe/halte/behalte, was ich gegeben habe!“

Was damit wohl gemeint ist?

das erschließt sich mir nicht. In einem brasilianischen Phrasen-Lexikon habe ich noch das gefunden: Habeo quod dedi: perdidi quod servavi. [De um epitáfio / Bernardes, Nova Floresta 4.297]. Tenho o que dei: perdi o que guardei. VIDE: lHoc habeo, quodcumque dedi. Bei der Gelegenheit stelle ich fest, dass ich portugiesisch auch nicht kann - schon erstaunlich, was man so an Mängeln zusammenbekommt. Kann perdidi mit „perdu“ zu tun haben? Das scheint eher ein philosophisches als ein sprachliches Verständnisproblem zu sein, für mich jedenfalls.

Danke Dir trotzdem + ein schönes Wochenende
Ralf

In einem brasilianischen Phrasen-Lexikon habe ich noch das gefunden:
Habeo quod dedi: perdidi quod servavi.
Tenho o que dei: perdi o que guardei.

Beides heißt auf deutsch:
Ich besitze, was ich [her]gegeben habe: [aber] was ich behielt [lies: behalten wollte], habe ich verloren.
[Gliedsätze im zweiten Teil zwecks pointierterer Aussage umgestellt]

Hoc habeo, quodcumque dedi

Das [alles] habe ich, was auch immer ich gegeben habe.

Vielleicht einfach so: Geben ist seliger denn Nehmen.
In jedem Fall wohl eine weise Warnung vor Geiz, oder?

Schade, daß man bei T&T dann mit Infos geizt…

Also, Ralf,

Ich habe immer noch, was ich weggegeben habe, was ich gespart/(für mich) aufbewahrt habe, habe ich verloren.

mit diesem Zusatz kann man sich doch einen Sinn erschließen.

Das was ich bereitwillig, aus Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe oder als Bestechungsgeld :wink: anderen gab, hat mir genutzt, hat sich positiv für mich ausgewirkt, das habe ich als Guthaben bei anderen.
Was ich aber egoistisch für mich behielt, was ich zu meinem Vergnügen verjuxte, verfutterte, verprasste, das ist weg und - vielleicht außer den Speckgürteln um meinem Bauch - für immer verloren.
Und habe ich es auf einem Sparkonto, so nützt es vielleicht meinen Erben, aber nicht mir.

Auch dir eine schönes Wochenende!
Fritz

[De um epitáfio / Bernardes, Nova
Floresta 4.297]. Tenho o que dei: perdi o que guardei. VIDE:
lHoc habeo, quodcumque dedi. Bei der Gelegenheit stelle
ich fest, dass ich portugiesisch auch nicht kann

Ich auch nicht, Ralf,
Aber: [Von einer Grabinschrift / Bernardes, Nova Floresta 4.297]. Was ich hingab, behielt ich: Ich verlor was ich bewahrte.

Der T&T’sche Wahlspruch scheint wohl der erste Teil dieses Spruches zu sein. Auch mir erschließt sich der Sinn nicht ganz, muß wohl etwas ganz tief christliches sein. Andererseits ist es ja doch wohl gelegentlich so, dass Geben seliger denn Nehmen ist.
Gruß
Eckard.

Danke Euch allen,
Ihr Philosophen und -logen,

das Motto „Geben ist seliger denn Nehmen“ ist ja nicht ganz falsch, obwohl nicht immer einfach zu entscheiden ist, wann es zum Tragen kommen sollte. Bleibt das Rätsel, was uns T&T damit sagen will. Vielleicht hat man da keinen mehr, der es noch wüsste, so vieles gerät ja in Vergessenheit…

Gruß Ralf