Hämorrhoiden, Blut und Infektionen

Hallo!

Einfach mal so aus Neugierde gefragt:
Warum bekommt man bei Blutungen am Anus (die bei Hämorrhoidalleiden recht häufig auftreten) keine Blutvergiftung/Infektionen?

Eigentlich ist Kot doch etwas, was man von offenen Wunden möglichst fernhalten sollte - bei einer offenen Wunde im Afterbereich ist das genau aber nicht möglich.

Vielleicht sollte ich mir die Frage selbst beantworten können - ich könnte mir vorstellen, weil die Wunden recht oberflächlich sind, genug Blut abfließt um die Bakterien auszuschwemmen, und das Immunsystem da kräftig gegenarbeitet, da das doch ein recht häufiges Problem beim Menschen ist.

Der Hauptgrund müßte sein, dass die Bakterien aus dem Stuhl die Blutbahn nicht oder nur schlecht besiedeln können, da im Kot fast nur Bakterien vorliegen, die auf ein Leben im inneren des Darms, nicht der Blutbahn, angepasst sind.

Älterer Kot ist da vermutlich gefährlicher, da er von anderen Bakterienstämmen und Pilzen besiedelt wird.

Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, das die Motivation, sich den Po gründlich abzuputzen stark sinkt, wenn der Schmerz dabei zunimmt, was nicht für die Hygiene zuträglich sein sollte.

Kann mir wer weiterhelfen?
(Ich bin zwar nicht betroffen, und kenne keinen Betroffenen, die Frage interessiert mich aber.)

Viele Grüße!
Ph.

Hallo Scrabz,

meine Erklärung wäre: die „Immunität“ der Anorektalgegend beruht auf der starken Durchblutung des Gewebes, so dass es zu keiner Keimansiedlung kommt.
Eine Ausnahme machen allerdings die Analkrypten, die wie nach oben offene Taschen circulär an der Hautschleimhautgrenze angeordnet sind. In zahlreiche von ihnen münden an ihrer Basis rudimentäre Drüsengänge (Proktodäaldrüsen). In diesen und den Krypten kommt es leicht zu bakterieller Infektion, der Analkryptitis und den inkompletten Fisteln. Diese sind dann der Ausgangspunkt des lästigen Analfistelleidens.

Gruß
Montanus