Hämorrhoiden und Verödung - notwendig?

Hallo zusammen,

ich war vor vier Wochen bei einer Hautärztin, weil ich ein perirektales Ekzem hatte. Sie hat mich proktoskopisch untersucht und zwei Salben verschrieben, die gut gewirkt haben. Es ist mittlerweile verschwunden.

Bei der proktologischen Untersuchung hat sie damals Hämorrhoiden Stadium I festgestellt.

Sie hat diese damals und heute verödet und mir gesagt, dass ich dafür noch 2-3mal kommen muss, bis es ausgeheilt ist.

Ich bin ein wenig skeptisch, ob dies wirklich notwendig ist. Ich habe meine Ernährung konsequent auf sehr ballaststoffreiche Kost umgestellt, ich hatte und habe keine Probleme und kein sichtbares Blut im Stuhl oder sonstige Symptome.

Hinzu kommt, dass sie bei mir einen Fußpilz diagnostiziert hat, der jetzt vier Wochen später plötzlich eine Neurodermitis ist, auf die sich ein Fußpilz aufgepfropft hat.

Bei der Erstuntersuchung hat sie auch direkt festgestellt, dass ich stark „zu Allergien neige“. Außer ein paar Gräsern ist bei keinem der Blut-, Kontakt- oder sonstigen Allergietests, die aber alle notwendig waren, auch nur irgendetwas herausgekommen.

Ich bin privat krankenversichert, gewinne den Eindruck, dass sie bei mir den Bogen ein wenig überspannt und bin deswegen verunsichert.

Habt Ihr behandlungstechnische Hinweise zu den Hämorrhoiden?
Was denkt Ihr allgemein über die Sache?

Über jeden Tipp freut sich

MadMorphi

Hallo, MadMorphi,

wenn Hämorrhoiden 1. Grades keinerlei Beschwerden verursachen, müssen sie nicht verödet werden. Falls ein perianales Ekzem auf Salbenbehandlung nicht reagiert oder falls es trotz Diätumstellung zum Rückfall neigt, könnte eine Verödung allerdings zur Heilung beitragen (je nach Methode in mehreren Sitzungen).
Verödung ist nicht die einzige Behandlungsmethode von Hämorrhoiden; in der Hand eines versierten Arztes aber eine sehr wirksame.

Was die Allergietestung betrifft, lässt sich über ihre Notwendigkeit ohne nähere Kenntnis nichts sagen. Warum wurde sie vorgenommen?

Grüße, Montanus

[MOD]: Vollzitat entfernt. Bitte beachte die Netiquette, Satz 3 Punkt 7: http://www.wer-weiss-was.de/content/netiquette.shtml
Danke!

Hallo zusammen,

ich war vor vier Wochen bei einer Hautärztin, weil ich ein
perirektales Ekzem hatte. Sie hat mich proktoskopisch
untersucht und zwei Salben verschrieben, die gut gewirkt
haben. Es ist mittlerweile verschwunden.

Bei der proktologischen Untersuchung hat sie damals
Hämorrhoiden Stadium I festgestellt.

Sie hat diese damals und heute verödet und mir gesagt, dass
ich dafür noch 2-3mal kommen muss, bis es ausgeheilt ist.

Ich bin ein wenig skeptisch, ob dies wirklich notwendig ist.
Ich habe meine Ernährung konsequent auf sehr
ballaststoffreiche Kost umgestellt, ich hatte und habe keine
Probleme und kein sichtbares Blut im Stuhl oder sonstige
Symptome.

Hinzu kommt, dass sie bei mir einen Fußpilz diagnostiziert
hat, der jetzt vier Wochen später plötzlich eine Neurodermitis
ist, auf die sich ein Fußpilz aufgepfropft hat.

Bei der Erstuntersuchung hat sie auch direkt festgestellt,
dass ich stark „zu Allergien neige“. Außer ein paar Gräsern
ist bei keinem der Blut-, Kontakt- oder sonstigen
Allergietests, die aber alle notwendig waren, auch nur
irgendetwas herausgekommen.

Ich bin privat krankenversichert, gewinne den Eindruck, dass
sie bei mir den Bogen ein wenig überspannt und bin deswegen
verunsichert.

Habt Ihr behandlungstechnische Hinweise zu den Hämorrhoiden?
Was denkt Ihr allgemein über die Sache?

Über jeden Tipp freut sich

MadMorphi

Hallo, MadMorphi,

wenn Hämorrhoiden 1. Grades keinerlei Beschwerden verursachen,
müssen sie nicht verödet werden. Falls ein perianales Ekzem
auf Salbenbehandlung nicht reagiert oder falls es trotz
Diätumstellung zum Rückfall neigt, könnte eine Verödung
allerdings zur Heilung beitragen (je nach Methode in mehreren
Sitzungen).
Verödung ist nicht die einzige Behandlungsmethode von
Hämorrhoiden; in der Hand eines versierten Arztes aber eine
sehr wirksame.

Was die Allergietestung betrifft, lässt sich über ihre
Notwendigkeit ohne nähere Kenntnis nichts sagen. Warum wurde
sie vorgenommen?

Grüße, Montanus

Hallo Montanus,

vielen Dank für Deine rasche Antwort. Ich hatte also mit meinem Gefühl nicht ganz unrecht,denke ich. Schließlich bekommt sie für eine max. 10-minütige Behandlung um die 190,- €, wenn ich mich auf die Aussage der Helferin heute verlassen kann. Eine Rechnung habe ich noch nicht.
Mir ist klar, dass Ärzte eine hohe Kunst ausüben, ich kenne mich dort gut aus, allerdings habe ich hier wirklich den Eindruck, dass sie es übertreibt.

Die Allergietestung wurde vorgenommen, um Ursachen für das Ekzem zu suchen, nehme ich an. Sie hat mich damals angeschaut und gesagt:„Sie neigen auch zu Allergien. Das sehe ich.“ Kam mir schon komisch vor. Ich bin Anfang 30, gesund, sportlich, ernähre mich gut und hatte keine Probleme bis auf dieses Ekzem und die trockenen Füsse.

Grüsse,

MM

Hallo, Madmorphi,

natürlich kann man eine Allergie gegen irgendetwas haben, auch wenn man sich sonst fit und gesund fühlt. Dass man jemandem eine Allergie „ansieht“, ist allerdings ungewöhnlich. Dass ein Analekzem allergischer Natur ist, ist indessen nicht so selten. Recht oft sind Auslöser der allergischen Hautreaktion Inhaltsstoffe von Hämorrhoidensalben, insbesondere die in ihnen vorhandenen Anästhetika, die Juckreiz und Schmerz betäuben sollen.
Durch Weglassen der Salben lässt sich das dann feststellen. Nicht ganz selten sind übrigens Hautpilze am Analekzem beteiligt. Das kann gegebenenfalls durch Kulturen bestätigt werden.
Aber dein Ekzem ist ja abgeheilt und so stellt sich dieses Problem nicht mehr.
Wenn du trockene Füße hast (was wohl heisst: eine sehr trockne Haut der Füße), liegt es nahe, auch eine trockene Analhaut zu vermuten. Dann wäre eine sorgfältige Pflege der Haut auch an dieser Stelle ratsam, speziell nach dem Stuhlgang, z.Bsp. mit einer leicht fettenden Salbe, die frei von sonstigen Stoffen ist.
Noch eine Randbemerkung: Erstgradige Hämorrhoiden müssen nicht bluten. Sie fallen eher durch andere Symptome auf, wie Jucken, Nässen, Brennen, Spannungsgefühl.

Mit besten Grüßen,

Montanus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]