Hi,
am Beispiel
ein Clio Campus Extreme kostet nach Liste
11.500 EUR zuzueglich Transport/Ueberfuehrung,
ein guenstiger grosser Haendler bietet den Wagen an fuer
9410 EUR incl 740 Ueberfuehrung, ohne Uef also 8670 EUR, kein
Importfahrzeug, nur mit Tageszulassung.
Ah, also schon mal zugelassen. Das ändert manches, eben auch den Preis.
Der geneigte Kunde hat fuer seinen Bedarf zu ueberlegen, was
der lokale Haendler fuer die 32 Prozent mehr Geld an Service
bietet oder am Preis entgegenkommt.
Der geneigte Kunde sollte sich aber eben auch darüber Gedanken machen, was ihm eine Vertragswerkstatt vor Ort wert ist. Der Rest ist Verhandlungssache.
Diese Frage kann man sich jedoch nur stellen, wenn man die
Strassenpreise der Wagen kennt, und nicht nur die
Listenpreise.
Das stimmt. Allerdings hat mich die Wortwahl „auf den Listenpreis reinfallen“ doch geärgert, denn sie setzt unterschwellig eine Betrugsabsicht von Händler- oder Werksseite voraus.
Ein anderer guenstigerer Renault Clio, kein extreme (kein
Importfahrzeug) wird fuer 8120 plus 740 Ueberfuehrung
angeboten, nur mit Tageszulassung. Hier liegt der Listenpreis
fuer den wahrscheinlich etwas besser augestatteten extreme um
41 Prozent hoeher.
Auch hier also die Tageszulassung.
Lies dazu mal hier nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Tageszulassung
Genau nach der Rabattierung fuer diesen Wagen wurde eingangs
gefragt, nicht ob Haendler ueberleben. Klar haengt dies
zusammen, und der Kunde hat die Kauf-Macht, er kann ein
guenstiges Auto erwerben oder vielleicht auch keines, was den
Haendler dann haerter trifft.
Wenn er beim Vertragshändler vor Ort keins kauft, sondern irgendwo im Internet oder so, trifft das immer den Vertragshändler.
Der muss nämlich Geld verdienen, um den Service leisten zu können, den er lt. Hersteller leisten muss.
So lange die Marktbedingungen so ungleich sind wie zurzeit, ist auf lange Sicht der Kunde selbst der Verlierer. Die Gründe dafür habe ich meinem anderen Beitrag schon genannt.
Man kann dann sicherlich auf irgendwelche frei Werkstätten hinweisen, darf dabei jedoch nicht vergessen, dass Garantie-, Gewährleistungs- und Kulanzarbeiten nur dann vom Hersteller bezahlt werden, wenn sie von der Vertragswerkstatt durchgeführt wurden und wenn auch die notwendigen Wartungen in der Vertragswerkstatt durchgeführt wurden.
Das heißt aber, dass der Kunde mindestens die ersten zwei oder drei, mittlerweile oft auch mehr Jahre auf eine Vertragswerkstatt angewiesen ist. Hat er seine vor Ort weggefeilscht, muss er halt Unannehmlichkeiten, die ich schon genannt habe, in Kauf nehmen.
Und wer dann, wenn er z.B. im ländlichen Bereich wohnt, wegen seiner Motorwarnleuchte 100 km fahren muss (hin und zurück) und dann vier Wochen später zur Inspektion die gleiche Strecke, wird er irgendwann doch ziemlich angefressen sein.
Es geht also nicht allein darum, nicht auf Listenpreise „reinzufallen“, sondern auch darum, sich Gedanken zu machen, was alles beim Autokauf (und nicht nur da) mit bezahlt und dadurch erhalten wird. Bzw. was, falls es nicht erhalten wird, für Kosten nach sich ziehen kann.
Oder anders ausgedrückt: die Autokosten beschränken sich eben nicht nur auf den Kaufpreis. Wer sich ein Auto kauft und nach, sagen wir, fünf Jahren wieder verkauft, kann genau dann erst die realen Kosten (z.B. pro Jahr) ausrechnen. Und die bestehen aus viel mehr Faktoren als nur aus dem Kaufpreis, der eben nur eine Komponente ist.
Auch das sollte der Kunde als Marktteilnehmer wissen und berücksichtigen.
WoDi