Händlerpreise

Hallo,

mich hätte einmal interessiert, wie niedrig die Händlerpreise sind.
Als konkretes Beispiel ich kaufe direkt beim Hersteller 10 Grafikkarten die normal (also Unverbindliche Preisempfehlung) je 100€ kosten. Wie liegen denn da dann so im allgemeinen die Händlerpreise?

Wie läuft das, wenn ich ein Gewerbe eröffne? Wie komme ich dann an die ganzen Hersteller ran?

Würde mich um schnelle Antwort freuen.

Hi,

die Margen wird dir keiner Verraten aber du darfst davon ausgehen das sie höher sind wie die 2-6 % die man durch sonstige Geldanlagen bekommt. Jeder, durch dessen Hände ein Produkt geht, verdient an den einzelnen Schnittstellen.

Wie kannst du mit Geldverdienen… wo sind die Händler, nun ganz einfach… du findest sie auf jeder Fachmesse denn dazu dienen Messen nun einmal.

Grüsse
Me

Hallo!

Als konkretes Beispiel ich :kaufe direkt beim Hersteller :10 Grafikkarten…

Da fängt das Elend schon an. Ein Kundenkonto einrichten, Bonitätsprüfung und das Ganze für einen Kleinstauftrag - der Hersteller wird dazu vermutlich nur wenig Lust haben. Wenn Du mit 08/15-Standard-Gewöhnlichkram handeln möchtest, die auch Ich-bin-doch-nicht-blöd in Mengen einkauft und verkauft, befindest Du Dich in Gesellschaft tausender Ebay-Möchtegern-Kleinsthändler und betreibst im günstigsten Fall Geldwechselei, weil nämlich nichts übrig bleibt.

Wenn Du gute Einkaufskonditionen haben möchtest, dazu gehören neben dem Preis insbesondere das Zahlungsziel, Rabattstaffel, evtl. ein Staffelvorlauf, Versand- und Verpackungskosten, mußt Du im Gegenzug ausreichende Abnahmemenge, evtl. einen Abrufauftrag und zuverlässige Zahlung bieten können. Um dabei in die passende Größenordnung zu kommen, spielt Du als Kleinstbetrieb, zumal als Gründer, in der falschen Liga. Überhaupt setzt Du aufs falsche Pferd, wenn Du Dich in die Situation bringst, als Billigheimer verkaufen zu müssen, denn etwas anderes, als einfach nur billig zu sein, hast Du vermutlich nicht zu bieten.

Du kannst Dir nicht leisten, im Konzert der Billiganbieter mitzuspielen. Dafür fehlen Dir Marktzugang und Kapital. Wenn Du Handel treiben willst, suche eine Nische, in der etwas anderes als der Preis die vorrangige Rolle spielt. Das kann eine nur bei Dir erhältliche Ware/Dienstleistung sein oder erklärungsbedürftige, beratungsintensive Dinge, für die Du besonderes Know-how einsetzen kannst.

Mach Dir klar, daß es in Europa keinen Mangel an Händlern gibt und Standardartikel von jedermann an jeder Ecke oder via Internet käuflich sind. Dabei bekommst Du nur ein Bein an die Erde, indem Du andere Händler verdrängst. Vielen gehts schon dreckig und die verdrängst Du mit der Bereitschaft, daß es Dir noch dreckiger geht. Das kann wirklich nicht Ziel der Übung sein und deshalb brauchst Du eine spezielle Nische.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

vermutlich wird dir gar kein Hersteller die 10 Karten verkaufen, denn den Direktbezug gibt es bei solchen Massenprodukten in so kleinen Stückzahlen nur selten. D.h. Du wirst an die gängigen Großhändler verwiesen, wie z.B. Maxdata, Actebis, … Dort schickst Du Deinen Gewerbeschein hin und bekommst dann einen Formularstapel für Selbstauskünfte zurück. Füllst Du diese zur Zufriedenheit aus, wirst Du in Zukunft zunächst per Vorkasse, maximal per Nachnahme beliefert. Zudem gibt es zukünftig fast täglich einen unglaublichen Berg Werbung.

Und wenn Du jetzt freudig die ersten Kataloge aufschlägst und dort ggf. sogar recht akzeptable Preise findest, trifft Dich der Schlag wenn Du Deine erste Bestellung aufgeben willst. Da gibt es Mindestmengen und -bestellwerte, da fällt dir plötzlich auf, dass die Preise ja netto zzgl. MwSt sind (klar, reichst Du hauptsächlich durch, aber für deinen privaten Endkunden darfst Du die 16% schon mal draufrechnen und schon siehst Du was deine Spanne ist), außerdem nur der beste Staffelpreis für mindestens 100 Stück sind (und bei 10 gleich noch mal wieder 10% drauf kommen und ganz besonders toll gestalten sich dann die Versandkosten. Unter EUR 1.000,-- und akzeptabler Staffel, stellst Du schnell fest, gehst Du besser zum blöden Markt an der Ecke, das kommt unter dem Strich billiger.

Ganz ehrlich: Mit PC-Bauteilen ist als Handelsware im kleinen Maßstab kein Bein an den Boden zu bekommen. Wenn Du dem Kunden die Karte nicht gleich einbaust und ihm den Einbau und die Treiberinstallation, etc. nach Stundensatz in Rechnung stellen kannst, ist das alles vergebene Liebesmüh. Ich habe selbst mal 15 Jahre als Selbständiger in dem Bereich gearbeitet, und reine Hardwareverkäufe wurden schon damals zunehmend ein Zuschussgeschäft. Mich hat es nicht so betroffen, weil ich Netzwerke und kaufmännische Software gemacht habe, und die PCs und Bauteile nur so nebenbei mit verkauft wurden, und gewerbliche Kunden für Service aus einer Hand oft auch nicht so auf den Preis schauen und ohnehin nicht zum blöden Markt gehen würden, aber als reiner Schrauber/Händler ist man heute vermutlich schnell ein Fall für die Sozialhilfe, wenn man es nicht schnell schafft, Masse umzusetzen.

Gruß vom Wiz

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Es gibt kaum Distributoren, die dir als Preise bieten können, um sie noch bei eBay mit Gewinn zu verkaufen. Bei eBay findest Du immer einen Powerseller, der meist genauso teuer/billig ist, wie der Einkauf beim Distributor. Ich konnte bei sehr vielen Produkten beobachten dass Preis beim Distributor x+16% gleich dem VKPreis bei ebay ist inkl. MWSt, aber der Powerseller muß ja noch eBay provision zahlen. Und da dennkt man sich, wie verdient er noch daran???
Möglich wird es nur durch Reimporte, wobei die Hersteller dahinter sind, diese zu unterbinden, um dem Preisdumping ein Ende zu setzen.
In wie weit größere Rabatte drin sind durch hohe abnahmen, kann ich selbst nicht beurteilen.
Vielleich kann sich jemand dazu äußern, der mehr weiss.

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