gestern habe ich mich mit meinem belgischen Nachbarn unterhalten der die französische Militärleistung in den beiden Weltkriegen besonders hervorgehoben hat. Leider sind meine Kenntnisse im militärischen Bereich nicht sehr ausgeprägt. Aber soweit ich mich entsinnen kann wäre es für die Franzosen ohne Hilfe der Briten und Amis sehr eng geworden. Kann vielleicht jemand bissl mehr Licht in die Frage bringen?
gestern habe ich mich mit meinem belgischen Nachbarn
unterhalten der die französische Militärleistung in den beiden
Weltkriegen besonders hervorgehoben hat. Leider sind meine
Kenntnisse im militärischen Bereich nicht sehr ausgeprägt.
Aber soweit ich mich entsinnen kann wäre es für die Franzosen
ohne Hilfe der Briten und Amis sehr eng geworden.
Das ist gut ausgedrückt ohne die Amis (und im WK II mit dem Rest der Welt) wären beide Kriege verloren gegangen.
Nur - die Franzosen hatten sehr viel mehr ehrlichere Freunde, als die Deutschen, deshalb haben sie gewonnen.
Wir hatten nur Verbündete von Herrschers Gnaden, Mussolini, Franco usw.
Franco war noch nicht mal unser richtiger Verbündeter, hat nur ein paar freiwlllige Hilfstruppen geschickt, wie wir ihm vorher auch. Wenn er unser Verbündeter geworden und Gibraltar genommen hätte, hätte es im Mittelmeer anders ausgesehen, damit auch in Afrika, usw. …
Zu Mussolini: Wenn die Italiener im 1. Weltkrieg neutral geblieben wären, hätten wir gewinnen können. Im 2. Weltkrieg verhält es sich ebenso.
bevor die Diskussion unten völlig entartet, hier noch eine differenzierte Sicht.
Im 1. WK trug Frankreich die Hauptlast des Krieges. Verschiedene Kennzahlen belegen das: die relativen Verlustzahlen, die Zerstörungen, nicht zuletzt die Dauerkrise der 3. Republik, die dann eben 1940 zusammenbrach (s.u.).
Wahr ist allerdings auch, dass ohne die britische Hilfe der zunächst kleinen, dann zunehmend vergrößerten BEF der deutsche Angriff 1914 vermutlich zum Erfolg geführt hätte.
Am besten führt diese Frage N. Fergussoin in „Der falsche Krieg“ aus (wohlgemerkt ein seriöser Historiker!). Er fragt auch, und in diesem Sinne ist Conrad heftig zu widersprechen, was wäre gewesen, wenn Deutschland den 1. WK gewonnen hätte… Von Herrenmenschen war damals nicht die Rede, insofern verliert diese Option einiges an Schrecken, insbesondere vor dem Hintergrund des NS und des 2.WK.
Hierzu lässt sich sagen: den Franzosen steckte der 1. WK so stark in den Knochen, dass der Pazifismus die beherrschende Geistesströmung war. Das Einknicken vor Hitler 1935-38, die Anfälligkeit für die deutsche Propaganda („Sterben für Danzig?“) 1939/40, das Abwarten nach dem deutschen Polenfeldzug („Komischer Krieg“, „Sitzkrieg“), die rasche Niederlage (gleichwohl 100.000 französische Gefallene) 1940 - das alles belegt, dass von keiner starken Gesamtleistung gesprochen werden kann.
Auch die Rückkehr ins Kriegsgeschehen 1944 begann mit einer Peinlichkeit: bei der Invasion waren mehr polnische als französiche Soldaten beteiligt.
Fazit: seit 1870 konntet Frankreich alleine gegen Deutschland nicht bestehen. Aber was können wir uns für dieses Fazit kaufen???
Andreas
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
die siegessäulen stehen in jeder frz stadt
Hi Andreas,
kaufen können wir uns nix. Trotzdem bleibt die Frage übrig warum in jeder kleinen Ortschaft eine Siegessäule steht ohne je ein Krieg selbe gewonnen zu haben.
Das ist ja sowas wie als würd ich n Haus bauen und mich damit brüsten alles selber gemacht zu haben…(sinngemäß übertragen)…
vielleicht kommt ja die erkenntnis dabei raus das man ,um einen krieg zu gewinnen ,nicht viel selber kämpfen muß sondern nur die amis/briten zu freunden macht und die für sich käpfen lässt…ist nur ne these meinerseits
Wer soll denn bitteschön „wir“ sein? Also ich habe überhaupt keine Absicht irgendwelche Kriege zu führen, geführt zu haben oder gewonnen gehabt zu haben.
Gut, dass dieses Thema ein Ende gefunden hat. Die Franzosen sind unsere Freunde, wir leben Gott sei Dank im vereinten Europa! Machen wir den Thread zu. Rune
Wie bezeichnend, dass keiner protestiert wenn jemand schreibt,
dass ‚wir‘ die WKs verloren haben *g*
Der größte Witz besteht für mich darin, dass Deutschland den
Weltkrieg Ende 1917 im Clausewitzchen Sinn gewonnen hatte.
Nach dem Frieden von Brest und dem Zusammenbruch Serbiens und
Rumäniens waren alle politischen Kriegsziele erreicht und mili-
tärisch war für Deutschland im Westen und für Östereich am
Isonso (noch!) alles unter Kontrolle.
Soweit ich mal gelesen habe (weiss aber nicht mehr wo) gab es
den Plan einseitig einen Waffenstilstand zu verkünden und
sich aus Benelux zurückzuziehen und so auch an der Westfront
das Kriegsende zu bewirken. Gescheitert soll er am Veto
Ludendorffs sein, der die von ihm selbst eroberte Festung
Lüttich nicht aufgeben wollte.
Wie sähe Europa heute aus, von uns Herrenmenschen regiert!!
Das ‚Herrenmenschentum‘ wäre durch einen kaiserlichen Sieg
fast sicher verhindert worden …