hallo,
wie sieht die lage hier in deutschland aus? wenn man, angenommen als erzieher, lehrer o.ä. mitbekommt, dass ein kind zu hause wiederholt geschlagen wird - kann / sollte man die betreffenden eltern anzeigen? zuerst sollte sicher das gespräch mit den eltern gesucht werden. was aber, wenn dadurch keine verbesserung der situation eintritt? könnte solch eine anzeige anonym gemacht werden?
vielen dank und gruß,
nina
hallo,
wie sieht die lage hier in deutschland aus? wenn man,
angenommen als erzieher, lehrer o.ä. mitbekommt, dass ein kind
zu hause wiederholt geschlagen wird - kann / sollte man die
betreffenden eltern anzeigen? zuerst sollte sicher das
gespräch mit den eltern gesucht werden. was aber, wenn dadurch
keine verbesserung der situation eintritt? könnte solch eine
anzeige anonym gemacht werden?
Hallo ein Gespräch mit den Eltern halte ich in manchen Fällen für schwierig, denn das kann für das Kind neuen Stress bedeuten („HAst du was gesagt? du hast uns den Lehrer auf den Hals gehetzt“).
Besser ist es ggf auch anonym das Jugendamt zu verständigen, ganz ohne Anzeige, sondern lediglich die Information. Aber das geht genausogut unter Namensnennung, denn der Name des Informanten wird den Eltern nicht gesagt. Aber ein Lehrer der den Schüler den ganzen Tag sieht ist durchaus glaubwürdiger als ein gestörter Nachbar oder sonst ein Anonymer Anrufer (der vielleicht irgendein anderes Ding mit den Eltern laufen hat und denen unbegründet Ärger einhandeln will)
Das Jugendamt kann dann schauen, ob die Annahme sich bestätigt u. die Anzeige machen.
Gruß Susanne
hallo susanne,
Hallo ein Gespräch mit den Eltern halte ich in manchen Fällen
für schwierig, denn das kann für das Kind neuen Stress
bedeuten („HAst du was gesagt? du hast uns den Lehrer auf den
Hals gehetzt“).
ja klar! ich hatte vorausgesetzt, dass ein erzieher o.ä. das entsprechend geschickt einfädelt und nicht das kind als „petze®“ dastehen lässt.
ok, muss die leitung der institution (kiga, schule, …) über die meldung im jugendamt informiert werden?
nina
Hallo Nina,
sollte eine Meldung an das JA erfolgen kann man mit denen ausmachen, wer alles wissen darf, wer das gemeldet hat.
KiGa, Schule oder ähnliches wird sicher mit ins Boot genommen, wenn der Melder aber nicht möchte, das die Einrichtung weiß, wer gemeldet hat, ist das kein Problem
grüsse
dragonkidd
Hallo nina aus eigener werfahrung kann ich dir sagen, du kannst noch so gut versuchen es geschickt einzufädeln, was die Eltern daraus machen dass ihr mit Ihnen über diesen klitzekleinen Anfangsverdacht redet kann schon dazu führen dass das Kind von den Eltern als Petze verdächtigt wird. Woher sollten die Lehrer das sonst wissen, dass da was im Argen liegt, schließlich gibts do immer so tolle Erklärungen wie „gegen den Schrank gelaufen“.
Aus eigener Erfahrung red ich deshalb weil mein Vater beim JA arbeitete als ich Kind war und auch gerne durch diese offensichtliche Mittlerfunktion als Petze dastand, auch wenn ich sowas nie weitergetragen hab, sondern allenfalls den Kindern den Tip gab, selbst zum JA zu gehen, um Hilfe zu suchen, denn das geht ja auch.
Aber da sich Kinder aus solchen Familien selbst mitverantwortlich fühlen, haben die es natürlich nie gemacht. Wenns trotzdem rauskam muss es ja irgendjemand gewesen sein, der sich mit diesen Ämtersachen auskennt, und das war eben ich (als ebenso kleines Kind), selbst wenn ich nie was verraten hab, sondern eben ewiges "gegen den Schrankgelaufe "selbst für den unmotiviertesten und uninteressiertesten Lehrer verdächtig wird.
Gruß Susanne
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hallo,
ja, du hast völlig recht mit deinen ausführungen. ich sprach aber nicht davon, den eltern direkt zu sagen, dass was im argen liegt - logo, dass da die verbindung zum kind als „verräter“ sofort klar wird. sowas kann man ja auch ganz allgemein besprechen, ohne das kind mit reinzuziehen (allegemein über häusliche sanktionen sprechen, beobachtungen bzgl. des kindes schildern o.ä.). ist nicht ganz leicht, aber möglich, wenn man es einigermaßen geschickt anstellt (ebenfalls eigene erfahrung). nur - bringen tut’s leider nicht unbedingt was, manche menschen sprechen auf solch „softe“ ansprachen nicht an, auch wenn sie sehr ernsten charakter haben.
und deshalb wollte ich eben wissen, wie die nächsten schritte aussehen können oder sollen. und da hast du mir auf jeden fall weitergeholfen!
danke.
und nochmal liebe grüße,
nina
Hallo,
ob es immer sinnvoll ist, das Jugendamt einzuschalten? Hier muss genau abgewägt werden. Wegen der vielen Versäumnisse in der letzten Zeit (Lea-Sophie, Kevin, Pascal usw.) überreagieren unter Umständen manche Jungendamtsmitarbeiter. Kinder werden aus der Familie genommen, obwohl vielleicht ein ernsthaftes Gespräch mit den Eltern, Anti-Gewalt-Training, weitere spezielle Unterstützung der bessere Weg gewesen und die Eltern vielleicht auch einsichtig geworden wären.
Klar das Kind muss geschützt werden. Wegschauen ist nicht gut und zuviel oder das falsche tun kann auch ganz schlecht sein.
Meine Idee ginge dahin, ein Gespräch beim Kinderschutzbund zu suchen. Diese können dann „Nebelkerzen“ im Gespräch werfen und beim Gespräch mit den Eltern z. B. sagen, dass sie Meldungen aus der Nachbarschaft bekommen hätten.
Der DKSB (Deutsche Kinderschutz Bund) kann auch ein Auge auf die Eltern werfen und sollten diese uneinsichtig und das Kind weiterer Gewalt ausgesetzt sein, kann der DKSB selber das Jugendamt und/oder die Gerichte einschalten.
Nicht alle Kontaktstellen des DKSB sind mit wirklich guten ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt, aber trotzdem halte ich das erst mal für einen gangbaren Weg.
Beim sofortigen Einschalten vom Jugendamt habe ich echt ein schlechtes Gefühl. Googelt doch mal nach Kinderklau, Familie Haase, Kutzner, Busekros und ähnliche Begriffe. Es werden viele Ergebnisse angezeigt, wo das Jugendamt überreagiert hat.
Gruß
Ingrid
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