Hi!
In welchen Fällen kann ich frei wählen, ob ich Haft, Bezahlung per Geld oder Sozialarbeit machen möchte, um eine „Rechnung“ des Staates zu begleichen?
Was sind die einzelnen Folgen, die daraus entstehen könnten?
Wie läuft das ab, falls man „Knast“ wählt? Ein Tagessatz entspricht einem Tag, das ist klar. Aber wo sitze ich dann ein? Werde ich zusammen mit Mördern, Vergewaltigern u.s.w. eingesperrt, oder gibt es einen extra-Knast für die Sanftmütigeren unter uns?
Wer hat diese Alternative bereits gewählt, optimalerweise im Bereich München, und kann mir ein paar Erfahrungen schildern?
Danke und Grüße,
Mathias
Hi Mathias,
wenn du eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen hast, so wird diese in sog. Tagessätzen ausgedrückt.
Solltest du wirklich den Wunsch haben, anstatt die Geldstrafe zu bezahlen, in den Knast zu gehen, brauchst du im Prinzip gar nichts zu tun. Denn, wenn du die Geldstrafe nicht bezahlst, wird diese automatisch in die Ersatzfreiheitsstrafe umgewandelt. Die Anzahl der Tage, die du weggeschlossen wirst, ist die Anzahl der Tagessätze.
Du kannst nicht auf eine andere Umwandlung, z.B. in Sozialstunden bestehen. Das Urteil sagt ganz eindeutig: entweder Geld oder Haft.
Mit Hilfe eines guten Anwaltes und einer guten Begründung kannst du neue Anträge stellen mit dem Ziel der Umwandlung, aber die Voraussetzungen sind sehr eng.
Die Haftbedingungen sind vorgegeben. Es gibt keine Behandlung 1. Klasse oder eine Business class, alle Anstaltsinsassen unterliegen den gleichen Haftbedingungen.
Gruß,
Francesco
Werde ich zusammen mit Mördern, Vergewaltigern u.s.w.
eingesperrt, oder gibt es einen extra-Knast für die
Sanftmütigeren unter uns?
Hallo Mathias,
wie Francesco schon sagt, gibts keine Business class im Knast. Seeblick, ruhige Lage, Einzelzimmer, Massage und Schampus nach den Runden im Pool wirst Du in Deutschland nicht ohne weiteres erhalten.
Zumindest in Hamburg werden kleine, aber feine Unterschiede gemacht, wo einzusitzen ist. Für die Ehre, im berühmten Santa Fu in HH-Fuhlsbüttel logieren zu dürfen, muß man als Langzeitgast gebucht haben. Dafür behandelt man dort den Gast besonders fürsorglich. Wachtürme, stets verschlossene Tore, dicke Mauern und viele Gitter sorgen für sichere Abschirmung von der bösen Außenwelt.
Für Kurzzeitbesuche gibt es besondere Gästehäuser. So unterhält die Hansestadt z. B. ein kleines Gefängnis in Alt-Erfrade in Schleswig-Holstein. Da gibt es auch Gitter, aber eher vor den Fenstern der Bediensteten, damit keiner einbricht. Die Insassen gehen weitgehend freiwillig ein und aus. Wer versucht, sich von dannen zu machen, dem blüht Santa Fu. Also bleibt man und genießt an der frischen Luft die Waldarbeit im Staatsforst oder erweitert seinen Horizont bei der Stallarbeit im zugehörigen Gutshof. Mancher Zahnarzt kommt so nach einiger Zeit gestählt und braun gebrannt wieder zu seinen Patienten zurück und brummelt etwas von Aus-Zeit wegen Burn-Out-Syndrom.
Gruß
Wolfgang
Moin Mathias,
na, in München würde ich das nicht empfehlen, die JVA Stadelheim hat einen saumäßigen Ruf. Soll eine der übelsten JVAs der ganzen Republik sein. Gute Bewertungen hat der Augsburger Knast bekommen…
Spasseshalber kannst Du mal bei http://www.knast.net vorbeischauen.
Gruss
Feanor
Hallo Francesco
verstehe ich das richtig?
Die Geldstrafe wird nicht gezahlt, dafür geht er x-Tage in den Knast und kriegt auf Staatskosten Kost+Logis???
Da macht er ja noch ein Plus??!!
Kopfschüttelnd Zauberm@us
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