also da ich neben meinem Studium noch mehrere Jobs habe, habe ich mich der Einfachheit halber vor drei Wochen selbständig gemacht.
Einer dieser Jobs ist ein Transportdienst, den ich jeden Tag so zwei Stunden ausübe. Da ich vorgestern fast einen Radfahrer über den Haufen gefahren hätte, stellte sich mir natürlich sofort die Frage nach der Haftung…
Also, wie sieht das aus mit beruflicher Haftpflicht neben der privaten? Wer bietet das an? Gibt’s da Kombi-Versicherungen? Und worauf muss ich achten?
Hi Holger,
alles was du mit dem Auto anstellst, unterliegt absolut vorrangig der KFZ-Versicherung. Da kannst du mit keiner anderen Haftpfliichtversicherung was ausrichten.
Für deinen Betrieb gibt es die klassische Betriebshaftpflichtversicherung, die aber eigentlich nur sinnvoll ist, wenn du eigene Betriebsräume unterhälst. Wenn dann ein Kunde in deinen Räumen auf einer Bananenschale ausrutscht, wäre das ein typischer Versicherungsfall.
Außerdem gibt es spezielle Versicherungen für Transportschäden und auch bei Beschädigung und Verlust von Wertgegenständen, Geld und ähnliches (z.B. Valorenversicherung).
Für das was du machst, reicht deine Kfz-Haftpflichtversicherung und deine Privathaftpflichtversicherung aus.
Laß dich aber ruhig von einem Spezialisten, einem Versicherungsmakler beraten. Das ist nie verkehrt, ein Abschluß muß dann immer wohlüberlegt sein.
Gruß,
Francesco
hallo, Ihr beiden,
eine Versicherung fehlt: die Rechtschutzversicherung. Sag´ jetzt nicht, die wäre vernachlässigbar! Ich habe sie nicht nur einmal gebraucht. Auch wenn ich fast immer im Recht war, die Sicherheit, dass ich den Prozess evtl. auch verlieren darf, ohne in finanzielle Schwiedrigkeiten zu geraten ist die paar Mark wert! Aller dings muss man gerade bei dieser RS besonders aufpassen, welche man nimmt! Es gibt leider sehr viele Gesellschaften die auf die Kausaltheorie umgestellt haben. Beispiel: Du hast im Januar eine RS abgeschlossen. Im Juni, also nach der Wartezeit, hast Du Dir ein Fahrrad gekauft. Freudestrahlen steigst Du auf den Drahtesel… und der Lenker bricht ab! Du mit „Genuß“ mit der Kauleiste auf den Rest drauf. Das Colgatelächeln wird zum Frankensteingrinsen! Also forderst Du Schadenersatz. Händler wie Hersteller weigern sich. Also Rechtsanwalt, du hast ja eine RS! Der reicht bei der Versicherung um Übernahme ein, die prüft: 1. wann zur RS gekommen? 2. wann Wartezeit zu Ende? 3. Wann ist der Fall eingetreten. Hier halten die guten an und übernehmen den Fall. Die meisten anderen fragen jetzt weiter: Auf welchen Konstruktionsfehler beruht dieser Schaden? Was, vor 2 Jahren konstruiert? Das war ja vor Vertragsbeginn! Keine Leistung!
Und noch etwas: alle Versicherungen verlangen, dass, wenn ein Familienmitglied Selbständig ist, der Selbständigen-Tarif gemnommen werden muß! Und der ist meist doppelt so teuer. Wenn bei einem Schaden die Gesellschft herausbekommt, dass Du einen nichtselbständigen Tarif hast obwohl du selbständig bist, können sie die Leistung streichen, selbst wenn Du einen tosicheren Prozess führen willst.
Grüße
Raimund