will mal genau sein, §4 I Nr.6a AHB
Hallo Malte,
du bist ja auch genau, wenn es um die IT-Sicherheit geht (weiss ich, lese deine Beiträge gerne):
gut, belassen wir es dabei. Soll der Fragesteller selbst mit
diesen Auskünften klarkommen. Letztlich kommt’s eh drauf an,
was genau in seinen Versicherungsbedingungen steht.
In dem Fall kommt es drauf an, was in der Schadenmeldung steht und was der Schadensachbearbeiter draus macht.
Schon mal darüber nachgedacht, was es für Beiträge kosten
würde, wenn so Sachen mitversichert wären? Das wäre eine
Allschadendeckung: Alles was irgendwie wegkommt, verloren
wird, kaputt geht wäre versichert… Hallo???
Ich finde es lediglich pervers, nach welchen Regeln die
Versicherer da regulieren.
Beispiel: Wenn ich einem Freund beim Renovieren helfe und ihn
von der Leiter schubse, ist das nicht versichert, weil
Gefälligkeit. Bin ich nur zufällig zu Besuch und schubse ihn
von der Leiter, ist’s versichert.
Das stimmt nicht. Diese Klausel bezieht sich auf Sachschäden.
Bei den Gefälligkeitsschäden (oder auch bei Miete, Leihe, Pacht) ist die Logik, die dahinter steht die, dass die Gefälligkeit wie ein eigenes Verhalten zu sehen ist. Schließlich ist es in Deinem Interesse und auch von Dir gewünscht, dass dein Kumpel Dir hilft.
Stoße ich einem Freund den
iPod aus der Hand, ist’s versichert, laß ich ihn selbst
fallen, ist’s nicht versichert.
Ja, Drittschaden ist ein Fall für die Haftpflicht, Eigenschaden nunmal nicht.
Letztlich ergibt sich das Bild, daß die Versicherer eben nicht
einen verständlichen und fairen Rahmen von Schadenfällen
absichern, sondern mit der Angst der Menschen soviel Kohle wie
möglich abgreifen und so wenig wie irgend möglich abdecken,
gerade eben noch soviel, daß die Versicherung überhaupt noch
einen Sinn macht.
Och darüber könnten wir philosophieren. Es gibt praktisch bei allen Versicherungen Tarife mit hohen Selbstbehalten und sehr niedrigen Prämien. Diese sind die Tarife, die dem eigentlichen Versicherungsgedanken (Absicherung gegen Lebensrisiken) am ehesten nachkommen. Nur will die keiner haben… Es ist auch die Frage, was ein Kunde für welche Leistung bereit ist zu zahlen.
Und was die Prämien angeht: Ich habe nicht den Eindruck, daß
es der Versicherungswirtschaft in Deutschland wirklich
schlecht geht. Mein Eindruck (zugegeben, ich bin kein
wirklicher Insider) ist eher, daß da immer noch haufenweise
Geld „verdient“ wird. Wenn man wollte, könnte man das Ganze
sicherlich ohne allzu große Schmerzen wesentlich
kundenorientierter und fairer gestalten.
Stimmt pauschal gesagt, wobei sich die Unternehmen teilweise schon strecken müssen.
Hallo??? Eine Versicherung ist dafür da, mich zu versichern
und im Schadenfall zu latzen, und nicht dazu, sich pauschal
schonmal gegen mich zu stellen und mit windigen, komplizierten
Klauseln im Kleingedruckten so viele Risiken wie möglich
auszuschließen. Sie soll ja gerade Risiken übernehmen.
Eben. Versicherungen regulieren versicherte Schäden in aller Regel vernünftig. Wenn was nicht versichert ist, dann eben nicht.
In einem Satz: Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt nicht,
und ist nur aufgrund des urmenschlichen Bedürfnisses nach
Sicherheit aufrechtzuerhalten.
Denke ich nicht. Bleiben wir mal bei der Privathaftpflicht mit einer Prämie von vielleicth 60 Euro im Jahr. Da ist der Versicherungsnehmer, sein Ehepartner, die Kinder versichert. Rechne doch mal, wie oft würde sowas passieren (rein zufällig natürlich) wie beschrieben. 500 Euro sind da gute 8 Jahresbeiträge. Kann doch nicht funktionieren, oder? Gibt ja auch noch Leute, die bezahlt werden müssen und Büros, in denen zu arbeiten ist.
Aber, so bitter das auch manchmal ist, ich gebe Dir Recht:
Vertrag ist Vertrag.
Jo das stimmt.
Gruß,
Malte