Hallo!
Du kannst Teile als Schrott oder Bastlerteile unter Ausschluß der Sachmängelhaftung verkaufen. So kannst Du auch mit alten Autos handeln. Aber wehe, Du schraubst daran herum und hast keinen Meisterbrief. Wo Du selbst Hand angelegt hast, kannst Du Dich nicht aus der Verantwortung stehlen.
Es fiel das Stichwort Hobby, aber auch Gewerbe und wir befinden uns im Existenzgründerbrett. Deshalb halte ich Gedanken zum Konzept für nützlich:
Wer Schrott kauft, bezahlt auch nur für Schrott. Dabei stehst Du im Wettbewerb mit Autoverwertern, dem Du nicht gewachsen sein kannst. Du mußt Dich vom Schrott deutlich abheben und Qualität bieten, für die Du auch gerade stehst. Es gibt eine ganze Branche, die sich mit Aufarbeitung und Handel gebrauchter Teile beschäftigt. Es gibt z. B. Getriebespezialisten. Andere Betriebe beschäftigen sich mit der Überholung von Motoren oder speziellen Motorteilen von Einspritzpumpen bis zu Zylinderköpfen. Ein weites Feld sind komplette Armaturentafeln oder Motor-Steuergeräte. Wer je bei VW 500 € für einen Instrumenteneinsatz bezahlen mußte, weil die Werkstatt an die Reparatur auf Bauteilebene nicht heran geht, sieht die Lücke. Wer für einen 15 Jahre alten DB ein Motorsteuergerät braucht, weiß auch, wovon die Rede ist. Für die Überholung spezieller Teile braucht man die erforderlichen Kenntnisse und einiges an Ausstattung. Dann kann man für die wie neu aussehenden und funktionierenden Komponenten auskömmliche Preise verlangen und kann für die Qualität der überholten Teile haften. Wer es versteht, Arbeit vom Feinsten abzuliefern, hat auch Zugang zur wichtigsten Voraussetzung für eine Existenzgründung: Zahlungskräftige Kunden. Geeignete Marktnischen gibt es viele. Das Spektrum reicht von der Aufarbeitung von Sitzen mit Sitzheizung und Airbag, über Steuergeräte, Armaturen, Fensterheber-Mechanik, Cabriodächer, Anfertigung und Restaurierung von Holzteilen, Getriebe, Automatik-Getriebe, Differentiale, Vergaser und Einspritzpumpen, bis zur Beschichtung von Scheinwerfer-Reflektoren.
Solche Dienstleister sind immer überregional tätig. Werkstätten und Liebhaber wissen dann, wo sie für das uralte Jaguar-Schmuckstück Scheinwerfer aufarbeiten lassen können oder wo es aufgearbeitete oder nachgefertigte Holzteile der Innenausstattung gibt, die über jeden Zweifel an der Qualität erhaben sind. Das darf gerne einige Zeit dauern und es darf gerne richtiges Geld kosten. Für den Gegenwert einiger Holzteile aus einem alten SL oder für ein tadellos funktionierendes Steuergerät werden anstandslos Preise bezahlt, für die sich andere Leute ein Gebrauchtauto kaufen.
Mit einem Schuppen voller Altteile für Leute mit schmalem Geldbeutel läßt sich nichts verdienen. Für die paar eingenommenen Kröten werden die Kunden dauernd wieder auf der Matte stehen und nörgeln, daß dies und jenes klemmt und nicht funktioniert. Du mußt Dich spezialisieren und allerfeinste Arbeit zum stolzen Preis anbieten. Natürlich stehst Du dabei für Sachmängel gerade. Das ist dann keine Last für Dich, die Du irgendwie umgehen willst, sondern eine vertrauensbildende Maßnahme, die den Preis rechtfertigt und die Du ausdrücklich hervor hebst.
Als Zielgruppe kommen zahlungskräftige Privatleute und Werkstätten in Frage, die das benötigte Teil nicht vom Autoteilehandel oder aus dem Zentrallager beziehen können, weil es das Teil entweder gar nicht gibt oder nur zum horrenden Preis. Unbrauchbare oder Teile fragwürdiger Qualität verkaufst Du gar nicht erst, sondern schmeißt sie in den Schrottcontainer.
Gruß
Wolfgang