Habe in den letzten Tagen eine kleine Schaltung entworfen -
fands sie auch noch recht gut und kompakt. Heute wollte ich in
den Elektronikladen gehen und mir die notwendigen Bauelemente
kaufen.
Also hauptsächlich sind dies irgendwelche TTL Bausteine der
74er Reihe.(OP, Treiber, 1-aus-n Decoder etc.)
Der Verkäufer hat mich irgendwie komisch angeschaut und ist
dann erstmal für ne 1/2 Stunde im Keller verschwunden…kam
dann aber wieder (mit Spinnweben im Haar) und erzählte mir, er
hätte nicht mehr alles gefunden. Offenbar gibt’s so Dinger
nicht mehr!!
Der Verkäufer riet mir schließlich, GANZ auf so einzelne
Bauteile zu verzichten… dann brachte er noch das Schlagwort
PIC…
Hi Jo,
die Realisierung komplexerer digitaler Funktionen durch eine aus vielen einzelnen ICs bestehende Schaltung gilt als nicht mehr zeitgemäß. Dazu greift man heute auf sogenannte Mikrocontroller zurück. Diese vereinen einen echten Computer nebst zugehörigem RAM-Speicher auf einem einzigen hochintegrierten IC. Das, was ein Mikrocontroller tun soll, wird per Software festgelegt: Er arbeitet das Programm ab, das sich in seinem Programmspeicher befindet. Dadurch erreichen Mikrocontroller eine sehr hohe Zuverlässigkeit, Flexibilität und Leistungsfähigkeit. Sie können mühelos Funktionen ausführen, für die sonst locker mehrere hundert einzelner konventioneller Gatter- oder Decoder- oder Flip-Flop-ICs miteinander „verschaltet“ werden müßten. Dabei kostet ein einfacher Mikrocontroller kaum mehr als ein paar einzelne TTL-ICs. Übrigens befindest Du Dich sicher bereits im Besitz etlicher Mikrocontroller, nämlich denen, die Deine Waschmaschine, Dein Autoradios, Dein Telefon und vieles mehr steuern.
Im Bereich der Hobby-Anwendungen sind die Mikrocontroller der „PIC“-Familie (Hersteller: Arizona Microchip) weit verbreitet, von denen es etliche Typen mit stark variierender Ausstattung und Preis gibt. Eine interessante Alternative dazu stellen die AVR-Mikrocontroller (Hersteller: Atmel, http://www.atmel.com) dar.
Um z. B. einen AVR-Mikrocontroller zu programmieren, brauchst Du außer einem solchen noch ein entsprechendes Entwicklungskit. Entwickelt wird das Programm mit Hilfe entsprechender Software auf einem gewöhnlichen Windows-PC in Assembler oder einer Hochsprache wie C. Danach wird es in den Programmspeicher des Controllers „gebrannt“, der in einem Sockel auf dem Entwicklungskit steckt, welches über die serielle Schnittstelle mit dem PC verbunden ist. Dabei kann der Controller (fast) beliebig oft neu programmiert werden. Zum Schluß muß er dann nur noch vom Sockel auf dem Entwicklungskit in denjenigen auf seiner „Bestimmungsschaltung“ wandern.
Damit Du einen Eindruck bekommst, über welche Features so ein Mikrokontroller verfügt, habe ich hier mal die des „AT90S2313“ von Atmel aufgelistet:
2 KByte Flash-Programmspeicher, 128 Bye EEPROM-Datenspicher, 128 Byte SRAM-Speicher, 15 bidirektionale I/O-Pins, 10 Interruptquellen, 1 UART, 2 Timer/Counter, 1 Analog-Komparator, Watchdog-Timer, Idle Mode, Power-Down-Mode, Software-Sicherung, Taktfrequenz bis 10 MHz, 20-poliges DIL-Gehäuse.
Du siehst, hier bekommt man was geboten…
. Dabei kostet der „AT90S2313“ gerade mal ca. 11 DM. Das Entwicklungskit von Atmel ist mit ca. 275 DM allerdings nicht ganz so billig. Dafür sind aber die Entwicklungssoftware (Assembler, Debugger, Simulator) und ein Controller-IC schon darin enthalten.
Wie geht man denn GRUNDSÄTZLICH vor, wenn man bestimmte
Schaltungen realisieren will (auf der Basis eines vorhandenen
Konzeptes) - also in Bezug auf den Einkauf der erforderlichen
Elemente?? Oder gibt es da ganz andere Möglichkeiten?? Bin
scheints nicht auf den neusten Stand!!
Wenn es sich um eine einfache Schaltung handelt, die mit wenigen ICs auskommt, dann realisiert man sie „konventionell“. Bei allen anderen überlegt man sich, was für ein Mikrocontroller geeignet ist, wie seine Außenbeschaltung zu wählen ist (z. B. Anschluß von LEDs, Tastern, Relaisstufen, Displays etc. an seine Ports)
und welches Programm die gewünschte Aufgabe bewältigt.
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
Mit freundlichem Gruß
Martin