Halbleiter - Schaltungen out?

Habe in den letzten Tagen eine kleine Schaltung entworfen - fands sie auch noch recht gut und kompakt. Heute wollte ich in den Elektronikladen gehen und mir die notwendigen Bauelemente kaufen.
Also hauptsächlich sind dies irgendwelche TTL Bausteine der 74er Reihe.(OP, Treiber, 1-aus-n Decoder etc.)
Der Verkäufer hat mich irgendwie komisch angeschaut und ist dann erstmal für ne 1/2 Stunde im Keller verschwunden…kam dann aber wieder (mit Spinnweben im Haar) und erzählte mir, er hätte nicht mehr alles gefunden. Offenbar gibt’s so Dinger nicht mehr!!

Was habe ich nur falsch gemacht??

Der Verkäufer riet mir schließlich, GANZ auf so einzelne Bauteile zu verzichten… dann brachte er noch das Schlagwort PIC…

Wie geht man denn GRUNDSÄTZLICH vor, wenn man bestimmte Schaltungen realisieren will (auf der Basis eines vorhandenen Konzeptes) - also in Bezug auf den Einkauf der erforderlichen Elemente?? Oder gibt es da ganz andere Möglichkeiten?? Bin scheints nicht auf den neusten Stand!!

Wer weiß Rat??

Danke, Jo

Halbleiter - Schaltungen noch in !!
Hallo,
vielleicht sagst Du uns mal, was Du basteln willst.
Quellen für BE sind verschiedene Elektronikdistributoren.
Für privat primär Conrad aber auch andere.
Läden, in denen es BE gibt, sind wirklich selten.
Wahrscheinlich, weil es sich nicht lohnt.
Gruß Uwi

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Hallo,

Habe in den letzten Tagen eine kleine Schaltung entworfen -
fands sie auch noch recht gut und kompakt. Heute wollte ich in
den Elektronikladen gehen und mir die notwendigen Bauelemente
kaufen.

Das ist gut.

Also hauptsächlich sind dies irgendwelche TTL Bausteine der
74er Reihe.(OP, Treiber, 1-aus-n Decoder etc.)
Der Verkäufer hat mich irgendwie komisch angeschaut und ist
dann erstmal für ne 1/2 Stunde im Keller verschwunden…kam
dann aber wieder (mit Spinnweben im Haar) und erzählte mir, er
hätte nicht mehr alles gefunden. Offenbar gibt’s so Dinger
nicht mehr!!

An was für einen dämlichen Laden bist Du denn da geraten? Bei kleinen, kompakten Schaltungen macht es durchaus Sinn, diskret aufzubauen. Die 74’er Reihe gibt es selbstverständlich noch komplett bei diversen Herstellern im Programm:

http://www.bgs.nu/sdw/

Was habe ich nur falsch gemacht??

Nichts.

Der Verkäufer riet mir schließlich, GANZ auf so einzelne
Bauteile zu verzichten… dann brachte er noch das Schlagwort
PIC…

Ja, ganz toll. PIC Microcontroller, FPGA, etc. bieten sicher sehr gute Möglichkeiten bei komplexeren Schaltungen und können dort die Entwicklungszeiten drastisch reduzieren. Aber für jeden 4-Bit Zähler gleich einen PIC oder FPGA einzusetzen halte ich für stark übertrieben.

Wie geht man denn GRUNDSÄTZLICH vor, wenn man bestimmte
Schaltungen realisieren will (auf der Basis eines vorhandenen
Konzeptes) - also in Bezug auf den Einkauf der erforderlichen
Elemente?? Oder gibt es da ganz andere Möglichkeiten?? Bin
scheints nicht auf den neusten Stand!!

Du musst einen guten Distributor finden, der Dir die lieferbaren Teile auch beschaffen kann. Das ist allerdings für „Privatkunden“ nicht immer einfach. Leider kann ich Dir auch keine genauere Auskunft geben. Vielleicht fragst Du einfach mal freundlich bei Philips oder STMicro nach?

Lass Dir von Conrad-Verkäufern nicht die Feiertage versauen :smile:

Frohes Fest!

Fritze

Habe in den letzten Tagen eine kleine Schaltung entworfen -
fands sie auch noch recht gut und kompakt. Heute wollte ich in
den Elektronikladen gehen und mir die notwendigen Bauelemente
kaufen.
Also hauptsächlich sind dies irgendwelche TTL Bausteine der
74er Reihe.(OP, Treiber, 1-aus-n Decoder etc.)
Der Verkäufer hat mich irgendwie komisch angeschaut und ist
dann erstmal für ne 1/2 Stunde im Keller verschwunden…kam
dann aber wieder (mit Spinnweben im Haar) und erzählte mir, er
hätte nicht mehr alles gefunden. Offenbar gibt’s so Dinger
nicht mehr!!
Der Verkäufer riet mir schließlich, GANZ auf so einzelne
Bauteile zu verzichten… dann brachte er noch das Schlagwort
PIC…

Hi Jo,

die Realisierung komplexerer digitaler Funktionen durch eine aus vielen einzelnen ICs bestehende Schaltung gilt als nicht mehr zeitgemäß. Dazu greift man heute auf sogenannte Mikrocontroller zurück. Diese vereinen einen echten Computer nebst zugehörigem RAM-Speicher auf einem einzigen hochintegrierten IC. Das, was ein Mikrocontroller tun soll, wird per Software festgelegt: Er arbeitet das Programm ab, das sich in seinem Programmspeicher befindet. Dadurch erreichen Mikrocontroller eine sehr hohe Zuverlässigkeit, Flexibilität und Leistungsfähigkeit. Sie können mühelos Funktionen ausführen, für die sonst locker mehrere hundert einzelner konventioneller Gatter- oder Decoder- oder Flip-Flop-ICs miteinander „verschaltet“ werden müßten. Dabei kostet ein einfacher Mikrocontroller kaum mehr als ein paar einzelne TTL-ICs. Übrigens befindest Du Dich sicher bereits im Besitz etlicher Mikrocontroller, nämlich denen, die Deine Waschmaschine, Dein Autoradios, Dein Telefon und vieles mehr steuern.

Im Bereich der Hobby-Anwendungen sind die Mikrocontroller der „PIC“-Familie (Hersteller: Arizona Microchip) weit verbreitet, von denen es etliche Typen mit stark variierender Ausstattung und Preis gibt. Eine interessante Alternative dazu stellen die AVR-Mikrocontroller (Hersteller: Atmel, http://www.atmel.com) dar.

Um z. B. einen AVR-Mikrocontroller zu programmieren, brauchst Du außer einem solchen noch ein entsprechendes Entwicklungskit. Entwickelt wird das Programm mit Hilfe entsprechender Software auf einem gewöhnlichen Windows-PC in Assembler oder einer Hochsprache wie C. Danach wird es in den Programmspeicher des Controllers „gebrannt“, der in einem Sockel auf dem Entwicklungskit steckt, welches über die serielle Schnittstelle mit dem PC verbunden ist. Dabei kann der Controller (fast) beliebig oft neu programmiert werden. Zum Schluß muß er dann nur noch vom Sockel auf dem Entwicklungskit in denjenigen auf seiner „Bestimmungsschaltung“ wandern.

Damit Du einen Eindruck bekommst, über welche Features so ein Mikrokontroller verfügt, habe ich hier mal die des „AT90S2313“ von Atmel aufgelistet:

2 KByte Flash-Programmspeicher, 128 Bye EEPROM-Datenspicher, 128 Byte SRAM-Speicher, 15 bidirektionale I/O-Pins, 10 Interruptquellen, 1 UART, 2 Timer/Counter, 1 Analog-Komparator, Watchdog-Timer, Idle Mode, Power-Down-Mode, Software-Sicherung, Taktfrequenz bis 10 MHz, 20-poliges DIL-Gehäuse.

Du siehst, hier bekommt man was geboten… :wink:. Dabei kostet der „AT90S2313“ gerade mal ca. 11 DM. Das Entwicklungskit von Atmel ist mit ca. 275 DM allerdings nicht ganz so billig. Dafür sind aber die Entwicklungssoftware (Assembler, Debugger, Simulator) und ein Controller-IC schon darin enthalten.

Wie geht man denn GRUNDSÄTZLICH vor, wenn man bestimmte
Schaltungen realisieren will (auf der Basis eines vorhandenen
Konzeptes) - also in Bezug auf den Einkauf der erforderlichen
Elemente?? Oder gibt es da ganz andere Möglichkeiten?? Bin
scheints nicht auf den neusten Stand!!

Wenn es sich um eine einfache Schaltung handelt, die mit wenigen ICs auskommt, dann realisiert man sie „konventionell“. Bei allen anderen überlegt man sich, was für ein Mikrocontroller geeignet ist, wie seine Außenbeschaltung zu wählen ist (z. B. Anschluß von LEDs, Tastern, Relaisstufen, Displays etc. an seine Ports)
und welches Programm die gewünschte Aufgabe bewältigt.

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

Mit freundlichem Gruß
Martin

Was habe ich nur falsch gemacht??
Der Verkäufer riet mir schließlich, GANZ auf so einzelne
Bauteile zu verzichten… dann brachte er noch das Schlagwort
PIC…

Hallo Jochen,

viele Logikschaltungen, die früher aus einem „IC-Grab“ bestanden, werden inzwischen mit Microcontrollern erledigt. Aber das gilt weder heute noch zukünftig für alle Schaltungen - bei weitem nicht! Nach wie vor ist es sinnvoll, einzelne Verknüpfungen mit einzelnen Bauelementen zu realisieren. Unendlich viele Probleme - und täglich werden es mehr - verlangen die diskrete Lösung aus Einzelhalbleitern und einzelnen Bauelementen.

Erzähle folgendes bloß nicht dem Verkäufer, an den Du geraten bist: Es gibt sogar noch Probleme, die NUR mit Elektronenröhren lösbar sind. Nein, keine Verstärker für Audio-Fraeks, sondern professionelle Aufgaben. Sehr hohe Frequenzen bei gleichzeitig hoher Spannung treiben die Halbleitertechnik an ihre Grenzen.

Du hast also nichts falsch gemacht, vielmehr ist der Verkäufer schief gewickelt. Für die Standardaufgaben der Konsumertechnik gibt es viele fertige Lösungen in Form integrierter Schaltungen. Viele aufwendig realisierte digitale Hardwareschaltungen lassen sich mit PICs kleiner, billiger und schneller realisieren. Wer das aber für die ganze Welt der Elektronik hält, hat ein sehr einschränktes Blickfeld.

Gruß
Wolfgang

Lass Dir von Conrad-Verkäufern nicht die Feiertage versauen

-)

Naja, es war nicht DER Elektroladen… diesmal hatte CONRAD echt keine Schuld…

Ebenfalls schöne Feiertage…

Hallo Jochen,

Also hauptsächlich sind dies irgendwelche TTL Bausteine der
74er Reihe.(OP, Treiber, 1-aus-n Decoder etc.)

74er? Die alten TTL? Die wären wirklich out. Danach kamen 74LS, ich weiß nicht, ob die noch einigermaßen gängig sind, aber ich schätze 74HC und 74HCT sind in Sachen Logik am gängigsten.

Wenn Du den Verkäufer tatsächlich auf 74 festgenagelt hast, dann sehe ich sein Problem ein.

Uwe

Re: Halbleiter - Schaltungen out?? Ach was… :wink:
moings…

Wer weiß Rat??

Die Bauteile duerftest du am guenstigsten von Reichelt
(http://www.reichelt.de) bekommen…

Servutz
Stephan