Halbstamm züchten

Liebe/-r Experte/-in,
guten Tag zusammen, ich interessiere mich für die Zuchtformen im Streuobstbau, Hochstamm, Halbstamm, Hochstamm.
Nun, Hoch- und Halbstamm werden auf stark wachsende Sämlinge veredelt.-Da hört mein Wissen auf.-
Wann muss ich den Sämling veredeln, mit welcher Technik, wann darf man den ersten Ertrag erwarten?, Wie sieht dasselbe mit Kleinstamm aus?
Wäre sehr dankbar um hilfreiche Antworten.
Freundliche Grüsse

Hallo, Schalke04,
leider ist Obstbaumzucht nicht mein Gebiet im Gartenbereich. Mögliche Hilfe kann man bekommen beim Pomologenverein in Detmold (www.pomologen-verein.de) oder auf den Seiten des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums (www.stmelf.bayern.de).
Viel Glück!
Freundliche Grüße

Hoch- und Halbstämme pflanzt man nicht, man bracht viel Platz und das Ernten wird erschwert.
In den Plantagen pflanzt man bis zu 9 Spindel-, Büsche
auf den Platz, den ein Hochstamm benötigt, die ernten bequem vom Boden aus, max. von einer Art Schlitten.
Je nach Sorte kann es sonst sehr lange bis zum Ertragsbeginn dauern, um 8 Jahre, beim Edelborsdorfer gar das Doppelte, dafür werden diese Bäume z.T. um 150 Jahre alt. Bei guter Pflege erreicht fast jeder Hochstamm um 60 Jahre, nur, wer will dann in 7 m Höhe noch ernten?
Spindel tragen z.T. schon im 2. Jahr, berücksichtigt man den Ertragsausfall (das Aussetzen), z.B. beim Gravensteiner, erntet man unter dem Strich mit schwach wachsenden Spindeln bis Büsche mehr, allerdings werden die dann nicht so alt, 15-20 Jahre ist schon viel, Plantagenbäume werden etwa um 12 Jahre gerodet.
Das Schneiden muss man auch berücksichtigen, schwieriger bei Hochstämmen, schneidet man grosse Äste ab, kommt es zu starkem Neuaustrieb (Wasserschosser), die länger nicht tragen.
Oft hat man bei Hochstämmen viel zu viele und kleinere
Früchte. Ich würde zu max. Büschen raten, ca. 60 cm Stammhöhe mit schwach wachsender Unterlage. Ich habe um 25 Apfelsorten, von denen schmeckt mir jede nur eine bestimmte Zeit, auch wenn sie länger haltbar sind.
Ich habe auch ein paar Hochstämme, was will man mit
ein paar Zentner selbst Gravensteinern machen, pfundweise verkaufen oder verschenken?
Veredelt wird ab Mitte April, wenn die Schale sich lösen lässt, Pfropfen ist für Anfänger gut.
die Edelreisser (ab 6 mm Durchmesser) schneidet man im Januar und steckt sie im Schatten etwa 2 cm in die Erde.
Bei Google und in guten Büchern findet man es genau.

Tut mir Leid, da weiss ich nix dazu. Viel Glück

Lieber Schalke-Freund,

das sind ja Fragen, die zur Gehilfenprüfung eines Auszubildenden nach 3 Jahren gehören, und ich müsste hier einen Fachaufsatz schreiben. Deshalb möchte ich mich nur auf den Kern, nämlich den Streuobstbau, beziehen, der als Hoch- oder Halbstamm gepflanzt wird. Außerdem beziehen sich meine Ausführungen nur auf die Obstarten Apfel und Birne. Sollten Sie dagegen das Ziel haben, Gartenobstbäume zu ziehen oder Steinobst, fragen Sie bitte nochmals nach!

Wann veredeln?: Im zeitigen Frühjahr, „wenn die Rinde vom Holz löst“ mit Hilfe von Trieben, die im Winter geschnitten und in feuchtem Sand im Freiland eingeschlagen waren.
Technik?: Sämling „abwerfen“, das Reis aus 3-4 Augen bestehend, schräg anschneiden, Sämlingsrinde senkrecht schlitzen und Reis hinter die Rinde schieben.
Mit Bast verbinden und mit Baumwachs luftdicht verstreichen, auch die Kappe des Reises.
Ertrag?: Nach 4-6 Jahren etwa.
Niederstämme sind für Streuobstbau nicht geeignet.

Gutes Gelingen!

malus

Wann muss ich den Sämling veredeln, mit welcher Technik,

:wann darf man den ersten Ertrag erwarten?, Wie sieht dasselbe mit

Kleinstamm aus?
Wäre sehr dankbar um hilfreiche Antworten.
Freundliche Grüsse

Hallo Schalke Fan,
Obstbäume zu veredeln ist eine Wissenschaft für sich. Das wichtigste ist eine Unterlage, die zu Deinem Boden und zur Wuchsform des Baumes passt. Dann sollten nur geprüft Virusfreie Unterlagen verwendet werden und deshalb ist es nicht ganz einfach die Bäume selbst zu veredeln. Aber auch Sämlinge können schöne Früchte tragen, so sind schließlich alle Kultursorten entstanden. Da man aber gern genau definierte Obstsorten benötigt, müssen diese veredelt werden. Das heißt alle Bäume einer Sorte entstammen einer Mutterpflanze. Vielleicht ist das züchten einer neuen Sorte ja auch interessant und es benötigt sehr wenig Vorkenntnisse
Gruß
Martin

Lieber Schalke04-Mitspieler,
die Antwort auf deine Frage wirst du wohl kaum so erhalten, dass du daraus Nutzen ziehen könntest. In Fachkreisen verbergen sich hinter diesem Thema viele Unterrichtsstunden, die in diesem Rahmen kaum wieder gegeben werden können. Ich empfehle dir hierzu ein Fachbuch zu kaufen, welche zum Thema reichlich auf dem Markt sind. Eine andere Möglichkeit wäre dich mit einem Gartenbauingenieur in einer Baumschule zu „befreunden“ und ihn zu bitten, dir grundsätzliches Wissen zu übermitteln.
Tut mir leid, dir in diesem Rahmen nicht helfen zu können.
Alles Gute für Dich
Wolfgang
NS: (Hast du keinen guten bürgerlichen Namen, dass du unter diesem unpersönlichen Pseudonym agieren mußt?)

Ich habe sehr wohl einen bürgerlichen Namen, jedoch fühle ich mich nicht verpflichtet ihn als Benutzername anzugeben, an Schalke hab ich halt Freude und was spricht dagegen, einen ehrenhaften, bürgerlichen Fussballclub als Username zu verwenden.

Hallo Schalke04,

mit der Veredelung von Obstbäumen habe ich noch keine Erfahrung gesammelt, weil ich meine Bäume alle als Hochstämme aus einer auf alte Obstsorten spezialisierten Baumschule bezogen habe.
Grundsätzlich ist es so, dass der Sämling dann geeignet ist, wenn die Stammdicke am Wurzelansatz 7-12 cm Durchmesser hat. Dann wird im August veredelt. Hochstämme brauchen dann nochmal 2 Jahre in der Baumschule, bis sie überhaupt verpflanzt werden können, Halbstämme und Spindelbüsche entsprechend weniger (1 Jahr). Spindelbüsche tragen bereits im zweiten Jahr, Halbstämme ungefähr im vierten und Hochstämme noch später. Allerdings ist das alles von der Sorte abhängig. Kann also noch länger dauern. Dafür ist die Lebenserwartung der verschiedenen Stammsorten entsprechend unterschiedlich - Hochstämme werden sehr alt, Spindelbüsche müssen nach etwa 10 bis 15 Jahren wieder ausgetauscht werden - je nach Sorte.
Hoffe, das hilft ein wenig weiter. Gute Infos gibt es auch immer bei der Uni in Weihenstephan sowie in der Gartenbauanstalt in Veitshöchheim.
Viele Grüße und viel Spaß beim Verdeln!

Hallo Schalke04,
leider kann ich nicht helfen, da ich keine Erfahrungen bei der Züchtung von Streuobst habe. Der Gang in eine Baumschule ist sicher der beste Weg, zumal man sich auch die praktische Seite gleich ansehen kann.
Freundliche Grüße
Peter B.

Hallo Schalke04, das lässt sich nicht in einer kurzen Abhandlung beantworten. Als Unterlage käme für einen Halbstamm, den ich übrigens bevorzuge auch im Streuobstbereich, eine M4 Unterlage in Frage die nicht so stark wächst wie ein Sämling. Es sei denn du brauchst Höhe um darunter arbeiten (maschinell mähen) zu können. Wann und wie veredeln kommt auf die Sorte an.
Bei manchen Apfelsorten muss ein Stammbildner zwischengeschaltet werden andere wieder können in der Krone veredelt werden. Manche Baumschulen geben hier Ratschläge, oder Du suchst in der einschlägigen Literatur.

Gruß
Peter Feucht

Hallo,
mit Veredeln hab ich es nicht so, obwohl ich es auch schon versucht habe - leider ohne Erfolg. Allerdings habe ich ein wenig Wissen von meinem Vater, der da mehr Erfolge hatte als ich. Habe gerade mal in meinem Lieblingsgartenbuch geblättert (ein wunderbarer Reprint von ca. 1920, „Der Lehrmeister im Garten“). Dort steht drin, dass man auf jeden beliebigen Wildling einen beliebigen Edelreiser aufpfropfen kann, wenn es die gleiche Obstart ist. Ich ging bisher immer davon aus, dass man nur auf starkwüchsige Sorten veredelt.
Veredelt wird grundsätzlich im zeitigen Frühjahr. Allerdings kommt es auch auf die Veredelungsart an. Zum Beispiel funktioniert das beim Pelzen/Rindenpfropfen (Rinde bei einem abgeschnittenem Wildling aufschneiden und lösen, dann das Edelreis im unteren Drittel flach zuschneiden u. entweder einfach abgeschrägt oder mit Aufsatz auf der Wunde des Wildlings unterschieben) meistens erst im April. Um im April zu veredeln, müssen die Reiser schon im Januar geschnitten u. gut aufbewahrt werden. Im März kann man die Reiser gleich vom Baume schneiden und damit sofort veredeln (steht alles in dem Buch, ist nicht von mir).
Auf jeden Fall darf der Saft des Baumes noch nicht in die Zweiglein geflossen sein, wenn man veredelt.

Mit den ersten Früchten - würde ich denken - kann man vielleicht frühestens nach 3 Jahren rechnen. Wenn ich mir Bäume gekauft habe, waren das meist dreijährige Veredelungen und die haben dann im Jahr darauf erste Früchte gebracht. Es kommt aber auch auf die Obstsorte an. Ich glaube, Pflaumen dauern 10 Jahre und länger.
Am besten ist es vielleicht, Sie kaufen sich ein Buch oder nehmen paar Stunden bei einem echten Gärtner.
Trotzdem viel Spaß beim Gärtnern und viiiiiel Erfolg!

danke

danke.

Hallo, da kann ich leider nicht weiterhelfen, aber bei Google findet man viele Artikel.
MfG
B.W.

Hallo schalke04,da ich kein Experte in Halbstamm züchten bin kann ich dir dabei auch nicht weiterhelfen.

Hallo lieber Freund,
wie ich sehe wurde schon viel geschrieben.
Noch ein paar Ergänzungen:
Ob ein Baum viel oder wenig wächst, kommt auf die Wurzel, in Fachkreisen Unterlage genannt, an.
Da gibt es viele, deren Eigenschaften bekannt sind.
Kann man im Fachhandel erfragen, auch googeln.
Darauf wird ein Stammbildner veredelt, als eine Sorte, von der bekannt ist, dass sie schöne Stämme ausbildet.
Darauf kommt dann, in der Höhe, die man wünscht, die eigentliche Sorte, die den Ertrag bringen soll.
Vieles anderes ist schon geschrieben, sodass ich das nicht wiederholen muss.
Viel Glück im Obstbau!
Herbert

Hallo guter Freund :smile:
noch eine Frage: stimmt es, dass die Unterlage und das Edelreis beim Hochstamm und Halbstamm die selben sind. Es kommt also nur noch auf den Schnitt an?
z.b. bei Kirsche Vogelkirsche
freundliche Grüsse

Lieber Freund,
bei Kirschen gibt es auch verschieden Unterlagen, sprich Wurzeln, mit bekannten Eigenschaften. Es ist mir leider nicht erinnerlich, ob da auch ein Stammbildner dazwischen veredelt wird. Ich müsste da auch mal nachsehen, bitte bei Bedarf nochmals anfragen!
Ich selber veredle auf wilde Kirschen, also Vogelkirschen, meine gewünschte Edelkirsche. Also Antwort auf Deine Frage:
Die Unterlage (Wurzel) ist eine Vogelkirsche, das Edelreis z. B. eine Hedelfinger.
Ob Hochstamm oder Halbstamm bestimmt dann die Höhe in der veredelt wird, bzw. die Kronenbildung zugelassen wird.
Ich selber halte die Bäume in der Höhe, dass ich sie mit einer normalen Haushalts-Staffelei ernten kann. Bei der Ernte werden dann die Himmelstürmer mit den Kirschen vom Baum gesägt und auf dem Boden geerntet.
Aber bis es bei Deinen Kirschen soweit ist vergeht ja noch einige Zeit.
Stehe für weitere Rückfragen gerne zur Verfügung!
Herzliche Grüße
Herbert

Vielen Dank, ich bin froh, dass jemand gerade die antworten schreibt, die mich enorm interessieren, ich bin dank ihnen schlauer geworden :wink:
ich möchte jetzt mal probieren einen Halbstamm oder so zu züchten. In meiner Fachliteratur steht leider nicht viel über dieses Thema, sondern eher mehr über Spindeln und so. Ich bin 16, und habe hoffentlich noch Zeit den Baum wachsen zu lassen. Meine Idee:
Ich nehme eine ganz normale prunus avium vom Wald, lasse sie 2-3 Jahr wachsen. Dann veredle ich für einen Halbstamm etwa 10cm unter der gewünschten Kronenansatzhöhe, denn der Stamm wächst ja auch noch gen oben, wenn er bereits veredelt ist, oder nicht?
Könnte ich auch einen prunus avium bis auf etwa 15cm schneiden und dann veredeln, wäre doch super :wink:.
Sorry, ich kann mir vorstellen, dass ich mit meiner Fragerei nerve, tut mir leid.
Freundliche Grüsse