Halbtote Katze

hab’ mir wieder 'was neues ausgedacht ;o||

Blickt man in Schrödinger’s Kiste, sieht man eine lebendige oder tote Katze.
Im Augenblick des Hinsehens bricht die Wellenfunktion, die - vor dem Hinsehen eine ‚halbtotoderlebendige‘ Katze verlangt, zusammen und man findet die Realität: entweder eine lebendige oder eine tote Katze.
Ist es nun aber nicht so, daß dieses Hinsehen (wenn es so wichtig und beweiskräftig ist), im Falle, daß die Katze noch lebt, beweist, daß sie nicht zwischendurch tot war, also niemals ein ‚Halbzustand‘ existiert haben kann?
Oder noch einfacher … wenn man hinsieht, zeigt sich, daß die Katze keinen ‚halbtoten‘ Zustand gahabt haben kann.
Oder noch viel einfacher - bevor man das Experiment auch nur denkt - sagt einem da nicht der gesunde Menschenverstand, daß eine ‚halbtote‘ oder ‚halblebendige‘ Katze überhaupt keine reale Option ist?

Das soll wohl nur eine Metapher sein?

Hallo,

Im Augenblick des Hinsehens bricht die Wellenfunktion, die -
vor dem Hinsehen eine ‚halbtotoderlebendige‘ Katze verlangt,
zusammen und man findet die Realität: entweder eine lebendige
oder eine tote Katze.

Sie war ja nicht halb tot, sondern mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% tot. Und in der Quantenmechanik beschreibt man das durch eine Überlagerungen der Wellenfunktionen von „tot“ und „lebendig“.

Ist es nun aber nicht so, daß dieses Hinsehen (wenn es so
wichtig und beweiskräftig ist), im Falle, daß die Katze noch
lebt, beweist, daß sie nicht zwischendurch tot war, also
niemals ein ‚Halbzustand‘ existiert haben kann?

Wie gesagt bezieht sich die Überlagerung auf eine Wahrscheinlichkeit. Niemand behauptet, dass die Häflte der Zellen der Katze tot waren.

Und natürlich kann sich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie tot ist, dadruch ändern, dass wir neue Informationen über das System gewinnen.

Oder noch einfacher … wenn man hinsieht, zeigt sich, daß die
Katze keinen ‚halbtoten‘ Zustand gahabt haben kann.

Ich probiers nochmal anders: stell dir eine Münze vor, die in einen Brunnen (ohne Wasser) fällt. Du hast keine Information darüber, ob sie Kopf oder Zahl zeigt, also hat die Münze für dich einen Überlagerungszustand aus Kopf und Zahl.
Wenn du runterkletterst und nachschaust, und Zahl liegt oben, behauptest du auch nicht, dass niemals Kopf hätte oben liegen können, oder?

Grüße,
Moritz

Hallo,

Im Augenblick des Hinsehens bricht die Wellenfunktion, die -
vor dem Hinsehen eine ‚halbtotoderlebendige‘ Katze verlangt,
zusammen und man findet die Realität: entweder eine lebendige
oder eine tote Katze.

Sie war ja nicht halb tot, sondern mit einer
Wahrscheinlichkeit von 50% tot. Und in der Quantenmechanik
beschreibt man das durch eine Überlagerungen der
Wellenfunktionen von „tot“ und „lebendig“.

Dann hinkt das Beispiel. In der Realität gibt es ‚‚Überlagerungen von tot und lebendig‘‘ nur in der ‚komatösen Medizin‘ (Du weißt, was ich meine).

Ist es nun aber nicht so, daß dieses Hinsehen (wenn es so
wichtig und beweiskräftig ist), im Falle, daß die Katze noch
lebt, beweist, daß sie nicht zwischendurch tot war, also
niemals ein ‚Halbzustand‘ existiert haben kann?

Wie gesagt bezieht sich die Überlagerung auf eine
Wahrscheinlichkeit. Niemand behauptet, dass die Häflte der
Zellen der Katze tot waren.

Von einer Hälfte von Zellen war nicht die Rede, sondern von einem realen Lebenszustand der echten Katze. Wie gesagt - das Beispiel hinkt wohl.

Und natürlich kann sich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie
tot ist, dadruch ändern, dass wir neue Informationen über das
System gewinnen.

Also ist die Unschärferelation Heisenbergs nicht eine Beschreibung der Realität, sondern eine stochastische Erfassung der Wahrscheinlichkeit für real anzutreffende Realität. (?)

Oder noch einfacher … wenn man hinsieht, zeigt sich, daß die
Katze keinen ‚halbtoten‘ Zustand gahabt haben kann.

Ich probiers nochmal anders: stell dir eine Münze vor, die in
einen Brunnen (ohne Wasser) fällt. Du hast keine Information
darüber, ob sie Kopf oder Zahl zeigt, also hat die Münze für
dich einen Überlagerungszustand aus Kopf und Zahl.
Wenn du runterkletterst und nachschaust, und Zahl liegt oben,
behauptest du auch nicht, dass niemals Kopf hätte oben liegen
können, oder?

Ich würde sagen: ‚‚Wenn es sich durch nachträgliches Prüfen durch Hinsehen herausstellt, daß die Münze auf dem Kopf (oder der Zahl) liegt bei Hinsehen, dann kläßt sich mit 99,9%-iger Wahrscheinlichkeit sagen (man kann ja nie wissen, ob nich‘ ‚ne Brunnenkröte das Teil ‚rumgedreht hat), die Münze schon auf ihrer Seite gelegen haben muß, bevor ich sie geprüft hab‘.‘‘
Die Realität von ‚‚Kopf oder Zahl‘‘ nachträglich geprüft und festgestellt also die Ungewißheit vor der Überprüfung ‚aussticht‘, falsifiziert, und nicht trotz des Hinsehens, nachträglich die Ungewißheit bestehen bleibt ob die Münze (oder die Katze) sich nicht doch Pa’ Mal hinundher gedreht hat, als ich noch nicht hingeschaut hab’.

Man darf Realität doch nich’ einfach so mit Wahrscheinlichkeit verwechseln.
Vorraussage mit ihrer Überprüfung.
Makroskopisch 'mal gar nicht, da wir es nachprüfen können. Aber subatomar eben auch nicht, da Natur, Realität doch nix dafür kann, daß wir auf elektromagnetische Wellen als Informationsüberträger angewiesen sind, um Realität als solche zu erkennen.
Realität existiert per definitionem unabhängig von Beobachtung, Messung, Überprüfung.
Wir müssen trennen zwischen uns zugänglicher und uns unzugänglicher Realität.
Nichts spricht dafür, daß aufgrund der Größenordnung von Realität, in der wir leben, und unserer Abhängigkeit von der Detektion elektromagnetischer Wellen, Realität jenseits unserer Möglichkeiten der Detektion, anders aussieht, andere Gesetze gelten gar.
Wieso gilt das für das Universum (homogen und isotrop) und nicht für die subatomare Welt?

grüß
RoNeunzig

Hallo,

Im Augenblick des Hinsehens bricht die Wellenfunktion, die -
vor dem Hinsehen eine ‚halbtotoderlebendige‘ Katze verlangt,
zusammen und man findet die Realität: entweder eine lebendige
oder eine tote Katze.

Sie war ja nicht halb tot, sondern mit einer
Wahrscheinlichkeit von 50% tot. Und in der Quantenmechanik
beschreibt man das durch eine Überlagerungen der
Wellenfunktionen von „tot“ und „lebendig“.

Dann hinkt das Beispiel. In der Realität gibt es
‚‚Überlagerungen von tot und lebendig‘‘ nur in der ‚komatösen
Medizin‘ (Du weißt, was ich meine).

Und in der Quantenmechanik.
Genau darum geht es ja: man beschreibt ein makroskopisches Mittel mit den Formalismen der Quantenmechanik. Ursprünglich hat Schrödinger das gemacht, um zu zeigen, wie absurd die Quantenmechanik ist. Leider verhält sich aber die Natur so, wie die Quantenmechanik sie beschreibt, d.h. wir müssen mit dieser Absurdität leben.

Ist es nun aber nicht so, daß dieses Hinsehen (wenn es so
wichtig und beweiskräftig ist), im Falle, daß die Katze noch
lebt, beweist, daß sie nicht zwischendurch tot war, also
niemals ein ‚Halbzustand‘ existiert haben kann?

Wie gesagt bezieht sich die Überlagerung auf eine
Wahrscheinlichkeit. Niemand behauptet, dass die Häflte der
Zellen der Katze tot waren.

Von einer Hälfte von Zellen war nicht die Rede, sondern von
einem realen Lebenszustand der echten Katze. Wie gesagt - das
Beispiel hinkt wohl.

So wie jede Theorie hingt, wenn man sie außerhalb ihres Gültigkeitsbereich anwendet. Die Quantenmechanik gilt erst mal für kleine Objekte, und wenn man das auf makroskopische Objekte hochskaliert, verliert sie im wesentlichen ihre ungewöhnlichen Eigenschaften.

Und natürlich kann sich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie
tot ist, dadruch ändern, dass wir neue Informationen über das
System gewinnen.

Also ist die Unschärferelation Heisenbergs nicht eine
Beschreibung der Realität, sondern eine stochastische
Erfassung der Wahrscheinlichkeit für real anzutreffende
Realität. (?)

Das hat mit der Unschärferelation nichts zu tun.

Oder noch einfacher … wenn man hinsieht, zeigt sich, daß die
Katze keinen ‚halbtoten‘ Zustand gahabt haben kann.

Ich probiers nochmal anders: stell dir eine Münze vor, die in
einen Brunnen (ohne Wasser) fällt. Du hast keine Information
darüber, ob sie Kopf oder Zahl zeigt, also hat die Münze für
dich einen Überlagerungszustand aus Kopf und Zahl.
Wenn du runterkletterst und nachschaust, und Zahl liegt oben,
behauptest du auch nicht, dass niemals Kopf hätte oben liegen
können, oder?

Ich würde sagen: ‚‚Wenn es sich durch nachträgliches Prüfen
durch Hinsehen herausstellt, daß die Münze auf dem Kopf (oder
der Zahl) liegt bei Hinsehen, dann kläßt sich mit 99,9%-iger
Wahrscheinlichkeit sagen (man kann ja nie wissen, ob nich‘ ‚ne
Brunnenkröte das Teil ‚rumgedreht hat), die Münze schon auf
ihrer Seite gelegen haben muß, bevor ich sie geprüft hab‘.‘‘
Die Realität von ‚‚Kopf oder Zahl‘‘ nachträglich geprüft und
festgestellt also die Ungewißheit vor der Überprüfung
‚aussticht‘, falsifiziert, und nicht trotz des Hinsehens,
nachträglich die Ungewißheit bestehen bleibt ob die Münze
(oder die Katze) sich nicht doch Pa’ Mal hinundher gedreht
hat, als ich noch nicht hingeschaut hab’.

Das ist klassische Beschreibung. Die Quantenmechanische kannst du dir sicher auch leicht zusammenreimen.

Man darf Realität doch nich’ einfach so mit Wahrscheinlichkeit
verwechseln.

Aye. Da war ich auch ein wenig ungenau. Die Beschreibung, die auf der Superposition von zwei oder mehr Wellenfunktionen beruht, sagt nur etwas über die Wellenfunktionen aus. Die Wahrscheinlichkeit ist eine (die gängigste) Interpretation davon.

Realität existiert per definitionem unabhängig von
Beobachtung, Messung, Überprüfung.

Das ist reine Philosophie, und hat mit Physik nichts mehr zu tun.
Für einen Physiker ist eine Information, an die er erwiesenermaßen nicht herankommen kann, so wertlos, als ob sie nicht existierte.

Tatsächlich kann man recht zeigen, dass es keine „verborgenen Variablen“ gibt, also dass die Information, an die wir nicht herankommen, auch nicht vorhanden ist.

Wieso gilt das für das Universum (homogen und isotrop) und
nicht für die subatomare Welt?

In einer subatomar homogonen Welt würden wir (zumindest so) nicht existieren.
Ansonsten: wieso sollte etwas lokal gelten, nur weil es global gilt?

Nur weil wir uns wünschen, dass die Natur gewissen Symmetrien haben soll, heisst das nicht, dass sie auch so ist.

Grüße,
Moritz

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ganztote Katze

Genau darum geht es ja: man beschreibt ein makroskopisches
Mittel mit den Formalismen der Quantenmechanik.

Ein ‚‚makroskopisches Mittel‘‘?
Du meinst die Mittelung eines makroskopischen Phänomens?
Oder Ein makroskopisches ‚‚Mitel zum Zweck‘‘?
Oder … ja was eigentlich?

Die Quantenmechanik gilt erst mal
für kleine Objekte, und wenn man das auf makroskopische
Objekte hochskaliert, verliert sie im wesentlichen ihre
ungewöhnlichen Eigenschaften.

Wer hat denn ‚‚hochskaliert‘‘ auf eine ‚halbtote Katze‘. Wie gesagt. Dann hinkt das Beispiel. Dann liegt das Beispiel mit dem Katzenkasten außerhalb seines Gültigkeitsbereiches.
Ein Beispiel innerhalb des Gültigkeitsbereiches wäre eines mit ‚verschmierten‘ Elektronen. Also kein anschauliches Beispiel. Es gibt also kein anschauliches Beispiel. Es handelt sich um eine unanschauliche Theorie.
Da helfen auch keine Katzenkästen.

Und natürlich kann sich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie
tot ist, dadruch ändern, dass wir neue Informationen über das
System gewinnen.

Dann sagen diese ‚neuen Informationen‘ etwas über die angetroffene Realität aus und machen jegliche vorherige wahrscheinlichkeits-bedingten Aussagen hinfällig.

Das ist klassische Beschreibung. Die Quantenmechanische kannst
du dir sicher auch leicht zusammenreimen.

Ich behaupte, daß die quntenmechanische Beschreibung Realität und Wahrscheinlichkeit zu einem (nämlich beobachtbaren Phänomen) zusammenfaßt. Unzulässig. Beweise mir das Gegenteil!

Aye. Da war ich auch ein wenig ungenau. Die Beschreibung, die
auf der Superposition von zwei oder mehr Wellenfunktionen
beruht, sagt nur etwas über die Wellenfunktionen aus. Die
Wahrscheinlichkeit ist eine (die gängigste) Interpretation
davon.

Also eine Interpretation einer Wahrscheinlichkeit? … Wieviel ‚‚Interpretation einer Wahrscheinlichkeit‘‘ verträgt ‚‚Realität‘‘?

Realität existiert per definitionem unabhängig von
Beobachtung, Messung, Überprüfung.

Das ist reine Philosophie, und hat mit Physik nichts mehr zu
tun.

Das ist genaue Wortwahl und liegt damit weit jenseits von ‚‚Interpretation von Wahrscheinlichkeit‘‘.

Für einen Physiker ist eine Information, an die er
erwiesenermaßen nicht herankommen kann, so wertlos, als ob sie
nicht existierte.

Wie verhält aich das mit dem unsichtbaren Teil des Universums, außerhalb unserer Weltlinie? … Ist das in den Berechnungen zur Gesamtmasse des Universums miteinbezogen? … Ist es in den Friedmann’schen Modellen berücksichtigt? … Ist die Änderung der Hubble-Konstanten außerhalb unserer Weltlinie schon extrapoliert?
Uns (also auch naturwissenschaftlich ‚exakten‘ Messungen und Beobachtungen), steht überhaupt nur ein Bruchteil der jetzigen Universumsausdehnung in unserem Sichthorizont zur Verfügung.
Du gestehst also zu, daß sämtliche Aussagen theoretischer Physik über das ‚‚ganze Universum‘‘ auf einem Bruchteil des Universums, nämlich dem sichtbaren Teil beruhen?

Tatsächlich kann man recht zeigen, dass es keine „verborgenen
Variablen“ gibt, also dass die Information, an die wir nicht
herankommen, auch nicht vorhanden ist.

Zeig mal! (werd’ wohl nicht folgen können, aber zeig 'mal, daß Du einen Beweis, daß verborgene Variablen auch nicht existieren, führen kannst)

In einer subatomar homogonen Welt würden wir (zumindest so)
nicht existieren.

Es ging um Realität außerhalb unseres Wahrnehmungsbereiches auch in subatomarer Welt. Von Isotropie und Homogenität auf subatomarer Ebene war nicht die Rede.
Nur von Grenzen des zu Messenden aufgrund unserer Abhängigkeit von Informationsübermittlern.
Was sich ‚dahinter‘ verbirgt (isotrop oder homogen oder völlig neuartig) habe ich nicht vorweggenommen.

Ansonsten: wieso sollte etwas lokal gelten, nur weil es global
gilt?

Ja, wieso eigentlich sollte die Unfähigkeit auf subatomarer Skala mangels eines geeigneten Informationsübermittlers (Licht ist ‚zu groß‘ und interferiert mit Observablen) … sollte diese Meßunfähigkeit dazu führen, daß Naturwissenschaftler annehmen, bislang als universell gültig erkannte Naturgesetze gelten auf solcher Skala nicht?

Nur weil wir uns wünschen, dass die Natur gewissen Symmetrien
haben soll, heisst das nicht, dass sie auch so ist.

Von Symmetrien war 'mal gar nicht die Rede.

Grüße,
Moritz

'k. Gruß zurück.
RoNeunzig

MOD: Vollzitat gekürzt.

Hallo,

Ich behaupte, daß die quntenmechanische Beschreibung Realität
und Wahrscheinlichkeit zu einem (nämlich beobachtbaren
Phänomen) zusammenfaßt. Unzulässig. Beweise mir das Gegenteil!

Du bist gut.
Allein die Tatsache, dass du einen Computer benutzt um das zu schreiben, zeigt, dass die Quantenmechanik „gültig“ ist, im Sinne von „sie beschreibt die Realität ziemlich gut“.

Grüße,
Moritz

Hallo,

Blickt man in Schrödinger’s Kiste, sieht man eine lebendige
oder tote Katze.

ja.

Im Augenblick des Hinsehens bricht die Wellenfunktion, die -
vor dem Hinsehen eine ‚halbtotoderlebendige‘ Katze verlangt,
zusammen

Nur, wenn man einer QM-Interpretation mit Reduktion der Wellenfunktion anhängt.

Ist es nun aber nicht so, daß dieses Hinsehen (wenn es so
wichtig und beweiskräftig ist), im Falle, daß die Katze noch
lebt, beweist, daß sie nicht zwischendurch tot war, also
niemals ein ‚Halbzustand‘ existiert haben kann?

Man neigt dazu ein paar Annahmen über die Welt zu machen, die man für so selbstverständlich erachtet, dass man dies garnicht bemerkt. Einige dieser Annahmen sind aber mit experimentellen Befunden unvereinbar.

Insbesondere sind dies

Lokalität: Es gibt keine spukhafte Fernwirkung - ein Objekt kann ein anderes nur beeinflussen, indem es ein Signal dorthin schickt.

  • Jeder experimentelle Befund ist bereits vor der Messung festgelegt - die Parameter, die dies garantieren, sind uns lediglich nicht zugänglich (versteckte Variablen). Dies wird auch oft als Realismus bezeichnet.

Kontrafaktische Bestimmtheit: Zustände sind eindeutig - eine tote Katze ist nicht lebendig.

Eine dieser Annahmen muss man aufgeben - aus ihnen folgen nämlich etwa die bellschen Ungleichungen, welche experimentell widerlegt sind.


PHvL

Ich behaupte, daß die quntenmechanische Beschreibung Realität und
Wahrscheinlichkeit zu einem (nämlich beobachtbaren Phänomen) zusammenfaßt.
Unzulässig. Beweise mir das Gegenteil!

Doppelspaltexperimente mit elektronen, ionen und einzelnen elektronen

im übrigen strebt die physik ja nicht nach einer religiösen/philosophischen wahrheit sondern nach einer bestmöglichen beschreibung der welt in der wir leben. Die quantenmechanik tut das für ihren teil hervorragend (mir war sie während meines studiums auch unsympathisch, aber sie beschreibt ihren teil sehr gut), dass sie vom hausverstand schwer greifbar ist liegt schlicht daran, dass im makroskopischen (für das unser verstand zuständig ist) andere kräfte dominieren als im mikroskopischen. Wer wirklich versuchen will quantenmechanik zu „verstehen“ …naja, ich bezweifle dass es jemanden gibt der QM „versteht“ bzw, dass man sie verstehen kann (einstein hatte ja bekanntlich auch keine freude damit…und konnte in ~40 jahre intensiver suche nix besseres finden).
Wer ihre AUSSAGEN verstehen will, der muss sich die mathematik und physik dazu reinpauken sonst wird das nix.

Aja, im übrigen meinte schrödinger mal, das katzen-beispiel war das blödeste beispiel seiner laufbahn

Hallo,
Und ich frage mich da immer, wieso geht denn das Experiment mit einer Katze überhaupt? Ich meine, die kann doch selbst hingucken, ob sie noch lebt, da muss es Schrödinger ja nicht mehr tun? *g*
Ciaoa!
Giogio

Hallo!

Und ich frage mich da immer, wieso geht denn das Experiment
mit einer Katze überhaupt? Ich meine, die kann doch selbst
hingucken, ob sie noch lebt, da muss es Schrödinger ja nicht
mehr tun? *g*

Soll das „*g*“ einen Scherz als solchen kenntlich machen? Dein Einwand ist aber ein ganz ernsthaft diskutierter Ausweg aus Schrödingers Problem.

Michael

Hallo!

Sie war ja nicht halb tot, sondern mit einer
Wahrscheinlichkeit von 50% tot. Und in der Quantenmechanik
beschreibt man das durch eine Überlagerungen der
Wellenfunktionen von „tot“ und „lebendig“.

Ich bin mir fast sicher, dass Du an dieser Stelle die QM unzulässig vereinfacht hast. Ich krieg’s bei Schrödingers Katze nicht zusammen, aber beim Doppelspalt ist es definitiv ein Unterschied, ob ich eine Überlagerung der Wellenfunktionen für beide Einzelspalte betrachte (richtig) oder ob ich nur die Wahrscheinlichkeiten addiere (falsch).

Michael

COMPUTER??
sry … versteh’ ich nich’ ganz …
heißt das, ein Conputer beruht, um zu funktionieren, auf den Annahmen bzw Erkenntnissen der Quantentheorie?

Des Pudels Kern?
Ist das des Pudels Kern?
… daß Doppelspalt-Experimente mit Elektronen, Ionen und … erhh … Dingens …
einzelnen Elektronen, nachweisen, daß auf solcher (Realitäts~) Skala die Wahrscheinlichkeit der Realität entspricht bzw eins vom anderen nich’ mehr zu unterscheiden is’?

Nun aber mein Einwand, daß Realität von ihrer Beobachtung oder Messung nicht abhängt, nur deren Wahrnehmung (zB Messung, eben).
‚‚Nur, weil es (für unsere Augen /unsere Art der Wahrnehmung) keine geeigneten Informationsübermittler gibt, heißt das noch lange nicht, daß Natur an sich unseren (unbestimmten oder unbestimmbaren oder unscharfen oder was auch immer) Meßergebnissen entspricht in ihrer (auch unbeobachteten und gemessenen) Realität.‘‘
zB Könnten wir, wie Elektronen (gar das Licht) selbst, Kräfte wahrnehmen und so Strukturen abbilden, … wären die dann nicht durchaus ‚‚schärfer‘‘, als was wir mithilfe von em-Wellen 'rum-messen?
Also ein rein meßtechnisch-Größenskala-bedingtes Unwissen?

Ist dieses Doppelspalt-Experiment wirklich ein Beweis dafür, daß es hier nicht um Wahrnehmungs-Skalen geht? … um Größenordnungen der Wahrnehmung?

Funktionsbilder
… so daß die addierten Abbild-Funktionsbilder von einzelnen Photonen am Einzelspalt (jeweils eine hohe Amplitude addiert zu einer Funktion aus mehreren überlagerten Amplituden) vom tatsächlichen Funktionsbild am Doppelspalt (andere Amplituden?), sich unterscheiden?

?? blick gar nich’ mehr durch …
sry … aber das klingt mir so abwegig und plausibel, daß ich mir nicht mehr vorstellen kann, daß es doch nicht stimmt. o.s.ä.
[werd’ aber das mir nochmal logisch zu entziffern versuchen … (wahrscheinlich geht es darum, daß Annahmen nach klassischer Mechanik bzw Physik, sich hier als unzureichend herausstellen)]

Was für experimentelle Befunde sind denn das? … etwa schon wieder das Doppelspalt-Experiment!?

RoNeunzig in der Kiste?
… soll heißen …
wenn ich mich selber in der Kiste befinde, kann ich jederzeit sowohl meinen Ort, als auch meinen Impuls … nee, halt Moment … das war 'was anderes … kann ich jederzeit sagen, ob ich tot oder lebendig bin - entgegen der ‚‚Unschärfe der Messung‘‘ oder der ‚‚Unwahrscheinlichkeit gegen alle Vorhersagen‘‘ o.s.ä.?

Ist das des Pudels Kern?
… daß Doppelspalt-Experimente mit Elektronen, Ionen und …
erhh … Dingens …
einzelnen Elektronen, nachweisen, daß auf solcher (Realitäts~)
Skala die Wahrscheinlichkeit der Realität entspricht bzw eins
vom anderen nich’ mehr zu unterscheiden is’?

Nun aber mein Einwand, daß Realität von ihrer Beobachtung oder
Messung nicht abhängt, nur deren Wahrnehmung (zB Messung,
eben).

Wenn ich dich richtig verstehe fragst du ob uns die messung nicht nur etwas „vortäuscht“, die realität aber anders ist (auf grund z.B. unzureichender messmethoden)?
Nun, die naturwissenschaften stellen diesen anspruch gar nicht, naturwissenschaften wollen das was uns zugänglich ist so gut wie möglich beschreiben und das tun sie auch sehr gut. Es mag zwar manchmal wo unstimmigkeiten geben, aber die werden nach und nach ausgemerzt, dafür tun sich halt (durch verbesserung der messmethoden und neu zugängliche „gebiete“) neue fragen und unstimmigkeiten auf…die auch irgendwann ausgemerzt werden. Ich bezweifle dass es JEMALS möglich sein wird ALLES adequat zu beschreiben, davon abgesehen setzt die QM auch theoretische grenzen dessen was einer messung zugänglich ist und was sich genau vorhersagen lässt.

‚‚Nur, weil es (für unsere Augen /unsere Art der Wahrnehmung)
keine geeigneten Informationsübermittler gibt, heißt das noch
lange nicht, daß Natur an sich unseren (unbestimmten oder
unbestimmbaren oder unscharfen oder was auch immer)
Meßergebnissen entspricht in ihrer (auch unbeobachteten und
gemessenen) Realität.‘‘

wie gesagt, die wissenschaften interessiert nur das was zugänglich ist!

zB Könnten wir, wie Elektronen (gar das Licht) selbst, Kräfte
wahrnehmen und so Strukturen abbilden, … wären die dann nicht
durchaus ‚‚schärfer‘‘, als was wir mithilfe von em-Wellen
'rum-messen?

darum das beispiel mit ionen, die sind grösser. Quantenmechanische effekte wurden bereits bei superstrukturen von assemles von einigen 100 atomen gezeigt (z.B. Bose-Einstein-Kondensat) - da zeigt eine struktur in der nähe des mikrometer-bereichs rein quantenmechanisches verhalten!

Also ein rein meßtechnisch-Größenskala-bedingtes Unwissen?

Ist dieses Doppelspalt-Experiment wirklich ein Beweis dafür,
daß es hier nicht um Wahrnehmungs-Skalen geht? … um
Größenordnungen der Wahrnehmung?

ich denke der grund für diese diskussion liegt darin dass du zwischen wahrnehmung und messung unterscheidest - eine derartige unterscheidung ist für die wissenschaft nicht sinnvoll! Wahrnehmung=Messung für die wissenschaft. Insofern kannst du von der wissenschaft keine antwort darauf erwarten.

sry … versteh’ ich nich’ ganz …
heißt das, ein Conputer beruht, um zu funktionieren, auf den
Annahmen bzw Erkenntnissen der Quantentheorie?

Absolut (zwar nicht ausschliesslich, aber ohne berücksichtigung der QM wären wir wahrscheinlich nicht weit über den 80286 rausgekommen)!

Ein grossteil der verlustleistung des prozessors sind z.B. tunnelströme (=auf grund der QM fliesst ein el. strom wo klassisch keiner fliessen dürfte - selber effekt wie beim rastertunnelmikroskop)!
Die gatelänge der „transistoren“ (genaugenommen sind es FET’s) haben ~50 nm, hier kommen bereits QM-Effekte zum tragen!
Auch wenn es selbst die techniker die an den geräten rumschrauben meist nicht wissen, QM-Effekte kommen in vielen geräten zum „einsatz“ bzw. müssen halt einfach berücksichtigt werden… weitere bsp. sind z.B. Laser, LED um nur 2 zu nennen…

Im Augenblick des Hinsehens bricht die Wellenfunktion heisst aber nicht, dass der Experimentator erst hinsehen muss. Auch die Katze kann hinsehen, oder das Giftgas riechen. Ich mag Katzen auch nicht besonders, aber Schrödinger scheint ein ausgemachter Katzenhasser zu sein: Er spricht den Katzen die Fähigkeit ab, eine Wellenfunktion zu brechen. Dahinter steckt wohl eine descartesche (oder sagt man kartesische?) Auffassung vom unbewussten, maschinengleichen Tier. Da muss ich doch, wenn auch widerwillig, eine Prokatzenposition einnehmen.