Hall(e)/Saal

Servus
Mir ist aufgefallenen, dass es sowohl in der Bezeichnung für große Räume, als auch bei alten Wörtern für Salz, die Parallelität von
„Hall(e)“ und „Saal“ gibt. Zum Beispiel die Ortsnamen Reichenhall und Saalfelden. Der Duden hat mir leider nicht weitergeholfen.
Bin gespannt auf die Antworten.
MfG Christoph

Grüße aus Schwäbisch HALL
Hallo Christoph,

da ich geborener (Schwäbisch) Haller bin, kann ich dir mit gutem Gewissen sagen, dass das „Hall“ in Ortsnamen auf Salz hinweist (Hall = Salz). In diesen Städten wurde in der Regel Salz gewonnen.

Dies kann man sich auch gut anhand von Bad Reichenhall merken. Bad Reichenhall ist bekannt für sein Salz (und hat auch ein schönes Salzbergwerk).

Liebe Grüße
Florian

Hallo,

Mir ist aufgefallenen, dass es sowohl in der Bezeichnung für
große Räume, als auch bei alten Wörtern für Salz, die
Parallelität von
„Hall(e)“ und „Saal“ gibt. Zum Beispiel die Ortsnamen
Reichenhall und Saalfelden. Der Duden hat mir leider nicht
weitergeholfen.

schau mal hier:
http://www.goodmorning.de/gm_edel_salz.html

(ab drittem Absatz)

Gruß,
Christian

Hallo Christoph,

hilft dir dieser Link auf die Sprünge?

http://www.baecker.org/seiten/rohstoffe/salz.htm

Bernhard

Hallo

„Hall(e)“

Der Online-Grimm meinte zu „Halle“ in Deinem Sinne folgendes:

HALLE für halde, vgl. sp. 221.

Halle ist also ein Wort für Halde. Unter dem Eintrag für dieselbe finden wir dann des Rätsels Lösung:

_HALDE, f. ahd. halda (GRAFF 4, 894), mhd. halde (wb. 1, 619), im allgemeinsten sinne eine geneigte, abhängende stelle. es entspricht bis auf das geschlecht dem griech. klÙ - toV hügel, abhang, welches mit kl× - ma und kli - o×a, sowie mit dem lat. cli-vus auf eine wurzel cli neigen zeigt, die im deutschen theils in der umgesetzten form hal, theils (wie auch im griech. lat.), in erweiterter, als hlin erscheint, worauf unter lehne und lehnen noch einmal zurückzukommen ist. – Neben dem fem. halde macht sich selten, aber schon frühe eine masculine nebenform hald geltend, die zum altnord. hall-r abhang tritt, so hald clivus im voc. opt.; clivus, rupes, hald, naige FRISCHLIN nomencl. 36a;
funden wir disen an eim haldt. WICKRAM pilger bl. 59.
halde assimiliert sich in halle: clivus halle DIEFENB. 127c, namentlich wo es im bergmännischen gebrauche in der bedeutung 2 ist; beispiele hierfür folgen unten. B e d e u t u n g :

[…]

  1. bei den bergleuten heiszt halde ein beim schacht aufgeschütteter hügel erde oder gesteins: halde wird genannt derjenige üm einen stollen oder schacht am tage aufgeworfene und aus dem gebäude geforderte berg und erden. NEHRING hist.-polit. lex. (1736) anh. 46a; so füret aus der kau (schachthütte 5, 310) beider (jeder von beiden) sein laufkarren und schüttet in aus, also geschichts, das wann die tiefe schächt gesunken werden, ein grosze halde bei der kau des gezeugs aufgeht. BECHIUS vom bergwerk (1557) 132 […]_

Quelle: Grimm Wörterbuch online http://germa83.uni-trier.de/DWB/welcome.htm

„Saal“

Hier greife ich auf dieselbe Quelle zurück, allerdings findet sich unter „Saal“ nichts so recht schlüssiges. Allerdings wenn man unter „Salz“ selbst nachschlägt:

SALZ, n. sal. eine gemeingermanische weiterbildung des indogerman. sal , das in den europäischen sprachen zu tage tritt: […] lat. sal , kirchensl. soli, altir. mit anderer ableitung salann. die unerweiterte form des wortes scheint noch in dem flusznamen Saale vorzuliegen, sofern dieser nicht als keltisch anzusehen ist, s. die ausführungen von MÜLLENHOFF alterthumsk. 2, 213 ff., vgl. auch sole. die ableitung mit t geht durch alle germ. sprachen: goth. salt, altnord. dän. schwed. salt, ags. sealt, engl. salt, saterl. salt, neufries. sat, alts. salt, mnd. solt, niederl. zout, ahd. mhd. salz. aus dem german. stammt auch lapp. saltte, salte. auszerhalb des germ. gehört hierher lit. saldùs, vgl. salz adj., und vielleicht lat. sallere. zu salz ist im germ. ein neuer ablaut geschaffen in sülze (s. das.), das sich zu ihm ähnlich verhält wie sole (salzsole), mhd. sol und sul zu sal. die form bietet wenig abweichungen: sal saltz. in einigen hd. mundarten ist a zu o geworden, so schweiz. zu ô in den nordthüringischen (südharzischen) mundarten findet sich neben salt und sâlt gewöhnlich solt brem. wb. das auch schon mnd. vorherrscht, s. solt sal.

(Literaturhinweise der Verständlichkeit halber herausgelöscht, diese können bei Bedarf ja auf der entsprechenden Seite unter dem Eintrag nachgeschlagen werden)

Quelle: Grimm Wörterbuch online http://germa83.uni-trier.de/DWB/welcome.htm

Theorie hierzu: „Saal“ im Zusammenhang mit dem Salz/Salzabbau heisst ganz direkt „Salz“, als Ableitung von lateinisch/indogermanisch „sal“. Denn als Bezeichnung für einen grossen Raum hat das Wort eine gänzlich andere Herkunft. Mein Duden-Fremdwörterlexikon meint dazu:

_ Saal: Mhd., ahd. sal „Halle, Saal; Wohnung, Gebäude, Tempel, Kirche“, niederl. zaal „Saal“, aengl. sael, sele „Zimmer, Wohnung; Halle, Saal; Gebäude; Palast“, aisl. salr „Gebäude; Saal“ (schwed. sal „Saal; Speisezimmer“) gehen zurück auf germ. salaz, -iz (sali-), das das aus einem Raum bestehende Haus der Germanen bezeichnete. Dazu stellen sich im germ. Sprachbereich z.B. die Bildungen got. saljan „Herberge finden, bleiben“, salithwos (Plural) „Herberge; Speiseraum“, ahd. selida, mhd. selde „Wohnung, Haus, Unterkunft“. […] Die germ. […] Wörter bezeichneten ursprünglich den eingehegten, durch Flechtwerk oder Zäune geschützten Wohn- und Siedlungsraum._

Quelle: Duden. Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. [Duden Band 7, 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage] (Mannheim 2001)

Gruss

Wiesel

Hi,

Hall-/Hell- und Salz gehören zusammen wie Saal-/-sal/-sel fürfließendes Gewässer.

Liebe Grüße,

Susanne

Halle a. d. Saale :smile: *owt.*

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