Ich bin Mitglied eines Bürgervereins, der u.a. sich für den Bau eines Hallenbades einsetzt.
Ich brauche Informationen über Bau- und Unterhaltskosten und alles, was von kommunaler Seite aus zu beachten ist.
Interessant ist auch die Frage nach einer möglichen einer Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie.
Angaben zu unserer Gemeinde:
30.000 Einwohner, Großstadtnähe, relativ gesunde Finanzlage
Fahren Sie doch mal über Land und schauen Sie sich die Hallenbäder in den kleinen Orten an und fragen Sie die Kämmerer.
In den 60 / 70-er Jahren gab es bis zu 80% Zuschüsse zu solchen Bädern. Die Bevölkerung hätte den Bürgermeister erschlagen, wenn er bei solchen Konditionen nicht zugegriffen hätte.
Jetzt stehen die Dinger entweder als Investitionsruinen herum oder sie verschlingen viel Geld, das an anderen Stellen fehlt.
In Bad Driburg (Westfalen) gibt es eine wunderschöne Therme mit Schwimmlandschaft und Saunalandschaft. Ca. 6 Jahre neu.
Die können Sie für sage und schreibe 1,-- DM kaufen!!!
Das Ding verschlingt jährlich 1 Mio Betriebskosten , die an anderer Stelle im Haushalt fehlen. Die Stadt sucht dringend jemanden, der ihnen das Ding abkauft.
Ergänzend auch von mir der Hinweis. Ich kenne eine Stadt im Bereich Mannheim-Heidelberg. Da gibt es im Stadtzentrum ein Hallenbad. Ich habe schon viele graue Zellen verschwendet, diese Kiste in ein kleines Einkaufszentrum umzuwandeln. Geht nicht! Ist viel zu teuer.
In einer Stadt im Ruhrgebiet wurde mir mal ein großes Hallenbad zum Umbau in ein Einkaufszentrum angeboten. Da es sich um eine Stadt mit früherem Bergbau handelt, hat man den Wannenbereich gewisserweise in einem Traggestell aufgehängt, damit Bergsenkungen keine Schäden (Undichtigkeit) bewirken können. Garantiert 1a Bunkerbeton. Die Abbruchkosten wären gigantisch.
Kurzum, eine Schwimmhalle ist ein extremes Zuschußgeschäft für die Gemeinde. In den seltensten Fällen kommt Gewinn dabei heraus (so will Berlin eine größere Anzahl der Bäder schließen - kein Geld da). Es sind nicht nur die Baukosten, sondern auch der Unterhalt des Gebäudes, Personalkosten die später stark belasten.
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das kommt darauf an, welchen status die gemeinde in der landesplanung einnimmt:
es geht hier um die altvorderen begriffe wie ober-, mittel-, unterzentrum.
bei den regionalen landesplanungen vor ca 30 jahren wurden diese kuchenstuecke bereits verteilt, d.h. es wurde festgelegt, wer hallenbad, buergerhaus, schnellbahnanbindung + evtl. nuklearmedizinische versorgung haben MUSS… und wenn es sein musste, wurden die z.t. voellig wirren investitionen auch gemacht + die laufenden kosten auch unterhalten.
wenn jetzt kein hallenbad da ist, wird es im plan auch nie vorgesehen sein, und dann geht es ueber eine voellig private finanzierung inkl. der unterhaltung nicht hinweg.
der eintritt wird also minimum dm 35.- fuer 2 stunden betragen muessen ( bei ca 400 tagesgaesten )
gruss
khs