Hallo Ex-Klosterschüler

Hallo

Die meisten von uns haben von den Mönchen eine erstklassige Ausbildung erhalten. Gleichzeitig waren wir (unfreiwillige) Dauergäste in der Kirche und mussten, wenn es knüppeldick kam, auch noch als Ministranten herhalten.
Anlässlich eines Klassentreffens stellten wir fest, dass von uns kaum einer noch freiwillig in die Kirche geht und der überwiegende Teil ausgetreten ist.
Dass eine weihrauchgeschwängerte Dauerberieselung kontraprokuktiv sein kann, ist den Mönchen wohl kaum aufgegangen…
Wie es Dir/Deiner Klasse ergangen?

Gruss
Mäni

Hallo auch,

Erstklassige Ausbildung kann ich unterschreiben. Ich war auf einer Schule der Ursulinen.

Einmal pro Woche Gottsdienst war normal, nach Jahrgangsstufen gestaffelt, Ministrantendienste waren freiwillig. Auch wenn ich selbst Mini war, habe ich in der Schule schon davon Abstand genommen. Nichtsdestotrotz hat unser Jahrgang sogar einen Priester hervorgebracht. Viele meine Mitschüler gehen auch heute noch regelmäßig (Ostern/Weihnachten) zu den Gottesdiensten in unserer Schule. Ich gehöre nicht dazu.

Mein persönliches Kirchentrauma ist nicht so gewachsen, wie es bei dir der Fall ist. Regelmäßiger Kirchgänger bin ich allerdings auch nicht. Ist glatt schon zwei Jahre her, daß ich einen Gottesdienst besucht habe. Ich muß aber eingestehen, daß ich dies (bisher) nicht mit meiner schulischen Karriere in Verbindung gebracht habe.

Markus
mit sakralen Grüßen aus Bielefeld

Erstklassige Ausbildung kann ich unterschreiben. Ich war auf
einer Schule der Ursulinen.

Ja … bei uns ( Ursulinenschule in Hersel ) gab’s auch eine gute Ausbildung. Wenn ich mich mit dem Zeugnis beworben hatte gab es immer anerkennende Kommentare.

Einmal pro Woche Gottsdienst war normal, nach Jahrgangsstufen
gestaffelt, Ministrantendienste waren freiwillig. Auch wenn
ich selbst Mini war, habe ich in der Schule schon davon
Abstand genommen.

Mir ist dort der Gottesdienstbesuch auch vergangen. Der Priester dort hat gepredigt wie 'ne Mega-Schlaftablette … *gähn* … da habe ich lieber geschwänzt.

Viele meine Mitschüler gehen
auch heute noch regelmäßig (Ostern/Weihnachten) zu den
Gottesdiensten in unserer Schule. Ich gehöre nicht dazu.

Aus meiner ehemaligen Klasse gehen die Meisten noch in die Kirche, Einige sind sogar recht engagiert ( Kindergottesdienst, Jugendchor, etc. )

Mein persönliches Kirchentrauma ist nicht so gewachsen, wie es
bei dir der Fall ist. Regelmäßiger Kirchgänger bin ich
allerdings auch nicht. Ist glatt schon zwei Jahre her, daß ich
einen Gottesdienst besucht habe. Ich muß aber eingestehen, daß
ich dies (bisher) nicht mit meiner schulischen Karriere in
Verbindung gebracht habe.

Ich gehe inzischen in eine Freikirche - die ist mir irgendwie lebendiger und nicht so steif …

Gruß, Aggie … ein „Nonnen-Pippchen“, wie wir das immer gerne genannt haben … *grins*

Da hatte ich bei den Kapuzinern im Internat wohl Glück und bin heute - als ehemaliges „enfant terrible“ - gerne Pfarrer.
Ich musste aber im Internat auch nie ministrieren (dafür peinlich „Theater-spielen“ - naja: 80er Jahre-Groove… -), fand die Sonntags-Predigten meist anregend (ein paar waren so gut, dass sie bis heute unvergessen sind - einige waren so schlecht, dass ich sie heute noch als Ansporn zum „Besser-machen“ auffasse…) und bin immer noch froh, meine Lehrer in der Sonntagspredigt auch auf einer ganz anderen Ebene kennengelernt zu haben. Eben nicht nur als „allwissender Lehrer“, sondern auch als „glaubender, suchender, manchmal auch irrender aber hoffender Christ“.

Was mich interessiert: Ist es wirklich die Klosterschule, die dich/euch aus der Kirche vertrieben hat? Oder könnten es andere Gründe sein? (Andere Interessen/Bequemlichkeit/Zeitgeist etc.)

Ist deine/eure Erklärung für eine Distanziertheit zum regelmässigen Kirchgang nicht epigonal zur „klassischen Aussage“ von Menschen zwischen 40 und 60: „Ich musste als Kind so oft… es reicht für ein ganzes Leben!“? (Hab euer Alter nicht überprüft… *g*)

Ob mit oder ohne Kirchgang: Noch einen sinnvollen Advent!

Liebe Grüsse: Alex

Hallo

Die meisten von uns haben von den Mönchen eine erstklassige
Ausbildung erhalten. Gleichzeitig waren wir (unfreiwillige)
Dauergäste in der Kirche und mussten, wenn es knüppeldick kam,
auch noch als Ministranten herhalten.
Anlässlich eines Klassentreffens stellten wir fest, dass von
uns kaum einer noch freiwillig in die Kirche geht und der
überwiegende Teil ausgetreten ist.
Dass eine weihrauchgeschwängerte Dauerberieselung
kontraprokuktiv sein kann, ist den Mönchen wohl kaum
aufgegangen…
Wie es Dir/Deiner Klasse ergangen?

Gruss
Mäni

Hallo Alex

Wir waren auch bei den OFMCap, wurden aber in den oberen Klassen während den Exerzitien von Jesuiten „bedient“ und dies während einer ganzen geschlagenen Woche. (Mein erstes Bier habe ich übrigens während dieser Exerzitien getrunken – wir sind während der strengen Kasernierung ins Dorf abgehauen.) Diese Exerzitien umfassten u.a. auch absolutes Stillschweigen, eine tägliche Beichte bei null Gelegenheit zum Sündigen und Pflichtlektüre (primär Hagiographien). Die Freundschaft von uns drei Ausreissern hält heute noch…

„Ich musste aber im Internat auch nie ministrieren (dafür peinlich „Theater-spielen“ - naja: 80er Jahre-Groove… -)“

Auch dieser Kelch ist nicht an mir vorbeigegangen - trotzdem Theater-Fan geworden.

„Eben nicht nur als „allwissender Lehrer““,

Das unterschreibe ich voll und ganz!

„sondern auch als „glaubender, suchender, manchmal auch irrender aber hoffender Christ“.“

buchst Du unter *irrend“ sexuelle Uebergriffe (in den unteren Klassen) ab?

„Was mich interessiert: Ist es wirklich die Klosterschule, die dich/euch aus der Kirche vertrieben hat? Oder könnten es andere Gründe sein? (Andere Interessen/Bequemlichkeit/Zeitgeist etc.)“

Weder noch! Während des Studiums sehr, sehr kritisch geworden. Hier kann ich nur für mich reden:
Die unsäglichen Dogmen und Enzykliken, die Stv.-Anmassung (ich kenne die Papstgeschichte!!) usw… Und zu guter Letzt der Heilig-Jahr-Ablass, bzw. wie man da rankam. All das mutet man einem aufgeklärten Menschen zu. Ratio über Bord werfen?

„Ist deine/eure Erklärung für eine Distanziertheit zum regelmässigen Kirchgang nicht epigonal zur „klassischen Aussage“ von Menschen zwischen 40 und 60: „Ich musste als Kind so oft… es reicht für ein ganzes Leben!“?“

„(Hab euer Alter nicht überprüft… *g*)“
Gestandene Mannsbilder, wohlversehen mit Uni-Abschlüssen und in Amt und Würden – aber trotzdem noch manchmal mit Genuss den Teufel reitend…- Du kannst mir sicher sagen, wieso die Frauen in der Kirche früher auf die linke Seite verbannt waren.

Mit Sicherheit keine Epigonen. Sollten die Behauptungen/Anmassungen der Kath. Kirche stimmen, haben wir mindestens bis zum 95. Alterjahr genügend „Reserven“. *g*.
Nebenbei: Ich beschäftigte mich ausführlich mit Kirchen- und Religionsgeschichte und mache es heute noch. Ob dies einiges erklärt? Auch ist mir aufgefallen, dass geistliche Herren ausgesprochen publikationswütig sind – nicht in Theologie, sondern in meinem Fach. Warum? Sublimation?

Kürzlich musste ich zu einer Beerdigung – mir sind ob der Gebetstexte die Haare zu Berge gestanden. Ich habe es als schlichte Zumutung empfunden, dass man von mir verlangen wollte, diesen unsäglichen Schwulst nachzuplappern.

„Ob mit oder ohne Kirchgang: Noch einen sinnvollen Advent!“

Immer bestrebt, die Zeit sinnvoll zu verwenden, unterhalte mich (zukünftig) gerne per Mail mit Dir. Ich will in diesem Brett keinen Glaubenskrieg entfesseln.

Herzlichen Gruss

Mäni, der mit Sicherheit in die Christmette geht – wegen der Krönungsmesse von Mozart.

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