Hallo, ich hätte mal eine Frage. Und zwar

… haben wir heute im Stammtisch über ein verkauftes Auto geredet. Die gesamte Geschichte ist, ich hab ein Auto verkauft, gekauft für 4000 euro, ich habe eine neue stoßtange verbaut, Fahrwerk, Felgen, und Teile lackieren lassen. Die Kosten für das herrichten haben sich auf 800 euro belaufen. Für 5000 euro wurde des auto weiterverkauft. Meine Aussage war dann dass ich 200 euro verdient habe. Ein Freund von mir hat dann Felsenfest behauptet, dass ich nicht 200 euro verdient habe, weil ich Versicherung und Steuer auch rechnen muss. Der Meinung bin ich nicht, jetzt wollte ich wissen was ihr dazu sagt? Vielen dank im Voraus. Mfg Aleks

Hallo!

Das ist eine betriebswirtschaftliche Frage, die man gar nicht so einfach beantworten kann.

Für den Stammtisch versuche ich es mal folgendermassen:

Kosten:
Kauf: 4.000 Eur
Nebenkosten des Kaufs (Zeit, Internet, Anfahrt, Sprit für Abholung…): geschätzt 200 Eur.
Reparatur: Teile und Fremdauftragsvergabe: 800 Eur
Reparatur: Eigenleistung Arbeitszeit, Zeit für Anlieferung zu Fremdbetrieb, 15 Eur/h, 10h, 150 Eur.

Kosten ges.: 5.150 Eur

Einnahmen:
Verkauf: 5.000 Eur

Bei dieser einfachen Kalkulation hast Du also schon Verlust gemacht.
Der Grund dafür sind die Arbeitsstunden, die Du in Deiner Rechnung vergessen hast.
Wenn Du in dieser Zeit nur vor der Playstation gesessen hättest, kannst Du sie auch weglassen. Aber Du hättest ja während dieser Zeit auch mit anderen Tätigkeiten Geld verdienen können. Also muss man die Arbeitskosten hinzurechnen.

Was Steuer und Versicherung betrifft, so nehme ich an, dass Du das Auto während dieser Zeit auch genutzt hast. Du hättest diese Kosten auch bei einem anderen Auto gehabt. Also kann man sie vergessen, ausser das Fahrzeug war nicht fahrtüchtig und Du hattest noch eins für den Alltag.

Insgesamt ein gutes Beispiel dafür, dass privater Autohandel sich selten lohnt.

Gruß,
M.

Hallo Aleks,

ich denke auch, dass die Kosten für Versicherung und KFZ-Steuer nur dann eine Rolle spielen, wenn der Wagen als zusätzliches Fahrzeug zugelassen war.
Wie teuer es war, das Auto nach Hause zu holen und auf Dich zuzulassen, wissen wir nicht. Da ist von ca. 30 Euro an nach oben hin alles möglich.
Wenn ich aber überlege, wie viel Arbeit Du hattest, dann fürchte ich, dass es ein schlechtes Geschäft war. Außer, Du hast das Auto längere Zeit besessen und hast durch die ganze Aktion den Wertverlust gespart.

Noch ein Tipp: Falls Du solche Aktionen mehrmals pro Jahr machst, hebe Dir alle Kauf- und Ausgabenbeläge mehrere Jahre auf. Nicht dass irgendwann mal das Finanzamt vermutet, dass Du damit ein gutes Geschäft machst.

Beste Grüße
Guido