Hallo! Phytophthora infestans

Ich möchte heuer ein Acker mit 0,3 ha bewirtschaften (Im Vorjahr war es Grünland mit Leguminosen). Da werden Kartoffel und tomaten gepflanzt! Ich habe Angst das sich die Kartoffeln mit den Tomaten durch Phytophthora infizieren, hatte in den letzten 2 jahren dies Krankheit an der Tomate (an einem anderen Platz). Hat wer Erfahrung mit resistenten Kartoffelsorten oder Pflanzenbaulichen Maßnahmen? Habe gelesen das ich Kartoffeln auf den selben Platz bauen kann wo im Jahr zuvor Tomaten standen, weis aber das das Mycel von dem Pilz auf Pflanzenresten überdauern kann und man eine Fruchtfolge von mehr als 3 Jahren einhalten soll?
Lg July

Phytophthora infestans an Kartoffeln
Servus,

Phytophtora Infestans kann man mit keiner Fruchtfolge beikommen, weil die Infektion windbürtig ist.

Je näher Kartoffeln mit Tomaten in Windrichtung zusammen stehen, desto größer ist das Risiko gegenseitiger Infektionen.

Es gibt derzeit zwar viele Versuche, durch Einkreuzen von Wildformen aus den Anden resistente Kartoffelsorten zu erzeugen, aber es gibt noch keine, bei der dieses Ziel erreicht worden wäre. Mehr versprechen Ansätze, den Kartoffeln selber auf gentechnischem Weg die Fähigkeit zu geben, daß sie ein pflanzeneigenes Fungizid erzeugen können.

Im „Bio“-Anbau gegen Kraut- und Knollenfäule zugelassen sind Kupferpräparate. Mit niedrigen Dosierungen kommt Kupferoktanoat aus; das hält die Schadwirkung auf Regenwürmer und die Kupferbelastung in Grenzen.

Wenn man keinerlei Fungizide anwenden will, sollte unbedingt auf schnelles Abtrocknen der Pflanzen nach Regen geachtet werden: Reihen in der Hauptwindrichtung anlegen (fast überall in D mehr oder weniger West-Ost), ausreichender Reihenabstand, hoch Anhäufeln.

Möglichst frühe Ernte trägt dazu bei, daß die Kartoffeln geborgen werden können, bevor die Infektion von befallenen Pflanzen auf die Knollen übergreift. Frühere Ernten sind möglich, wenn man die Setzkartoffeln rechtzeitig vortreibt und sie so früh wie möglich im April setzt.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin!

Danke mal voerst für die wertvollen Infos.
Eigentlicht ist mein Ziel überhaupt zu vermeiden, dass ich die Krankheit bekomme, dazu habe ich jetzt schon ganz gute Beiträge gelesen.
Aber mein Vater hat den Mist auf dieses FEld ausgebracht wo die infizierten Tomatenpflanzen vom Vorjahr dabei waren und ich bin mir jetzt nicht sicher wie der Pilz überwintert.

Sind die Dauersporen nur in inf. Kartoffeln oder können diese auch auf Tomatenblättern überwintern? Habe gehört das sie keine saprophyten sind aber auch andererseits das sie auf den Pflazenteilen überwintern was stimmt da?
Und welche Rolle spielen diese und der mating type?
Also könnte es sein das die Dauersporen vom vorjahr(von den Tomatenpflanzen keimen) und meine Kartoffeln oder Tomaten infizieren?

Lg July

Phytophthora infestans an Kartoffeln
Servus,

die Dauersporen von P.I. können über sechs Winter ruhen und werden wach, sobald sie geeignete Bedingungen vorfinden.

Anders als bei Phythophthora-Arten, die unmittelbar die Wurzeln von Pflanzen befallen, spielt es für den Infektionsdruck durch P.I. keine besondere Rolle, ob Dauersporen im Boden vorhanden sind oder nicht. Die Sporen der ersten Generation sind im Mai so gut wie allgegenwärtig, es gibt im Freiland keinen Schutz vor ihnen.

Eine Infektion vermeiden ließe sich allenfalls, wenn an einem Ort, der weit entfernt von jedem Gartenbau (z.B. auf einer Insel oder in einem großen Waldgebiet) liegt, nur im Abstand von sieben Jahren Kartoffeln oder Tomaten gebaut würden, und nur Kartoffeln gesetzt würden, die selbst nicht infektiös sind.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

Phytophtora Infestans kann man mit keiner Fruchtfolge
beikommen, weil die Infektion windbürtig ist.

man sollte aber dazu schreiben, dass eine Fruchtfolge Kartoffeln-Tomaten trotzdem sehr ungünstig ist, da man sich dadurch den Infektionsherd selbst ins Tomatenbeet holt.

Gru0, Niels