Hallo, wir haben in unserer Garage am Dach

… einen Sparrenabstand von ca. 72 - 75 cm. Nun wollen wir dazwischen entweder OSB- oder Sperrholzplatten evtl. auch Spanplatten anbringen, die aber nur rechts und links verschraubt werden können, d.h. sie sind auf 72 - 75 cm freihängend. Welche Materialstärke brauchen wir ?

hallo,

bitte beachte die jeweils gültigen Brandschutzvorschriften.

Ich würde, aus Erfahrung, eine Brandschutzdecke einbauen

gruss peter

Hallo !

Komisch,warum denn ?
Wenn es Brandschutzauflage gäbe,wie könnte dann eine hier wohl sichtbare Dachunterkonstruktion aus Holz gewählt werden.

Und wie könnte man dann Carport genehmigen,die aus brennbaren Baustoffen bestehen?

MfG
duck313

Hallo,
es hört sich zwar unglaublich an, aber ein etwas dickerer Holzbalken hat seinen eigenen Brandschutz. Am Anfang verkohlt die Oberfläche und wird zum Brandschutz, der Kern bleibt unberührt.

Kennst du nicht diesen Versuch, bei dem ein belasteter Holzbalken und daneben ein gleichwertiger I- Stahlträger Feuer ausgesetzt werden. Nach kurzer Zeit biegt sich der Stahlträger durch und verliert seine Tragfähigkeit . Aber der Holzbalken bleibt - ich meine- die vierfache Zeit länger stabil.

Bei den hier vorgesehenen Holzplatten kann sich wegen der geringen Dicke des Holzes kein tragfähiger Kern bilden.
gruss peter

ihr könnt wg. des gewichtes auf eine schwächere materialstärke gehen und hinsichtlich der durchbiegung könnte man von oben gratleisten auf die platten schrauben. dachlatten würd ich da nehmen.

gruß inder

Oh Mann…das sehe ich ja jetzt erst:

bitte beachte die jeweils gültigen Brandschutzvorschriften.

Ich würde, aus Erfahrung, eine Brandschutzdecke einbauen

Das dürfte in den allermeisten Fällen völliger Blödsinn sein!
Deine Kunden tun mir wirklich leid - bezahlen einen Fachmann für Falschberatung und zahlen dann noch ein Mehrfaches der eigentlich notwendigen Kosten…

Hallo großer Meister,

du urteiltst lediglich nach Vorschriften.

Hast wohl noch nie einen Brand erlebt, hier geht es um Menschenleben.

Ich habe erlebt wie der Opel Astra meines Bruders ( 1,5 Jahre alt )
innerhalb von 20 min, nach dem Abstellen ausgebrannt ist. Passiert so etwas in einer Garage unter Wohnräumen, möchte ich mir die Folgen nicht ausdenken.

Ein weiterer Fall betraf den Kunden eines Reihenhauses, der in seiner Garage mit einer Flamme den Auspuff ausbauen wollte und an die Bezinleitung kam. Dieses entzündete sich und sein ganzes Haus brannte aus.
Nachher bedanke er sich für die Überdimesionierung des Brandschutzes, der ihm sein Leben gerettet hätte, da er erst unter dem Auto hervor musste und dann versucht hatte, dass verzogenen Garagentor zu öffnen, was ihm nicht gelang. Dadurch blieb ihm nur noch der Weg durch das Haus ( Garage im Keller).
Auch der Besitzer des Nachbarhauses sagte mir, dass er keinen Brandgeruch im Haus hatte, obwohl die Dachpfannen seines Daches rot glühend von der eintreffenden Feuerewehr gekühlt wurden.

Mit Erfahrung meine ich auch Erfahrung und würde nach dem Erlebten, bei Neu- oder Umbau meines Hauses genauso verfahren. Denn was nützt
mir die Gewissheit, nachdem du vielleicht Frau und Kind verloren hast,
entsprechend den gültigen Bauvorschriften gehandelt zu haben aber weisst ich hätte es besser machen können.

gruss peter

Hi,

du urteiltst lediglich nach Vorschriften.

Stimmt, zumindest in diesem Fall (es gibt durchaus Einzelfragen, da halte ich die geltenden Vorschriften für unzureichend - z.B. beim Thema Gebäudedämmung).
Die geltenden Vorschriften sind Ausdruck jahrzehntelanger Erfahrung und schaffen im Allgemeinen einen sehr guten Standard. Und gerade was die Qualität der brandschutztechnischen Trennungen angeht, schafft das Bauen nach den geltenden Vorschriften ein hohes Maß an Sicherheit.
Das Problem sind weniger unzureichende Vorschriften als deren mangelhafte Umsetzung. Und es gibt einfach keinen sachlichen Grund dafür, unterhalb der Dachhaut eine brandschutztechnische Trennung auszuführen - dieses Geld kann man an anderer Stelle wesentlich sinnvoller einsetzen.

Hast wohl noch nie einen Brand erlebt, hier geht es um
Menschenleben.

Gut gebrüllt, Löwe - nur leider den falschen Adressaten erwischt. Ich verdiene seit 17 Jahren mein Geld als Feuerwehrmann und habe dabei vom Truppmannanwärter bis zum Einsatzleiter alle Stufen durchlaufen.

Und um mal aus der Praxis zu plaudern: Brandtote (wobei die wenigsten durch direkte Feuereinwirkung sterben sondern am Brandrauch) gibt es meist dann, wenn wichtige Brandschutzvorschriften nicht beachtet wurden oder wenn sich die Opfer aus Angst oder Unwissenheit grundlegend falsch verhalten haben.
Ich musste in der Praxis vor allem eines lernen: Das Geld ist bei Bauherren immer knapp und wird ungern für Dinge ausgegeben, von denen der Nutzer keinen unmittelbaren Vorteil hat.
„Bei uns hat es noch nie gebrannt“ oder „Was soll denn hier brennen“ und vor allem „Der Brandschutz macht das Bauen wahnsinnig teuer“ sind Sätze, die ich als Brandschutzplaner regelmäßig zu hören bekomme. Da hast Du als Planer nur zwei Möglichkeiten: entweder hast Du verdammt gute Argumente (wobei das finanzielle Argument leider häufig den Endausschlag gibt) oder Du kannst eine Vorschrift vorweisen, die bestimmte Sachen schlicht vorschreibt.
Das Problem ist einfach (und deswegen reagiere ich da auch so gereizt): durch solch unsinnige Forderungen wie der nach einer brandschutztechnischen Trennung unterhalb der Dachhaut, erweißt man dem Brandschutz einen Bärendienst, weil es den oben beschriebenen Vorurteilen kräftig Vorschub leistet.

Gruß Stefan

Hallo,

in meiner Vergangenheit war dies anders.
Ich habe Grundstücke gekauft, diese bebaut und anschl. verkauft, dadurch kam es nie zu Diskussionen über den Brandschutz.

gruss peter

.

hallo,

mich interessiert deine Meinung über die angesprochnen Gebäudedämmung

gruss peter

Hi,

mich interessiert deine Meinung über die angesprochnen
Gebäudedämmung

nun, es geht um die Dämmung aus Ploystyrol. In einem Vortrag habe ich mal den plakativen Satz gehört, „den Leuten ist einfach nicht bewußt, dass sie sich festes Heizöl an ihre Fassade dübeln lassen…“

Dieses Dämmmaterial hat eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und darf auch an größeren Gebäuden eingesetzt werden. Mittlerweile hat sich aber gezeigt, dass

  • bei weitem nicht jeder Unternehmer überhaupt weiß, wie diese Dämmung ausgeführt werden muss, damit sie nicht bei jedem Zimmerbrand für einen Totalverlust des Gebäudes sorgt.
  • auch eine regelkonform ausgeführte Dämmung sehr schnell in Brand geraten kann (spektakulärster Fall dieses Jahr in Frankfurt/Main: an einem fast fertig gestellten Neubau geriet die Dämmung in Brand; das Feuer wurde von Beamten eines Polizeireviers auf der anderen Straßenseite bemerkt als es noch kaum zu sehen war; als die Feuerwehr fünf Minuten später eintraf, war der Fassadenbrand nicht mehr zu kontrollieren; das gesamte Haus war verraucht und die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen - wäre das Haus bewohnt gewesen, hätte es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Tote gegeben)
  • ein Fassadenbrand schnell beide Rettungswege unbenutzbar machen kann (der Treppenraum verraucht, weil die Brandwohnung offen gelassen wird und über die Fenster kann wegen des Fassadenbrandes niemand mehr gerettet werden)
  • schon der Brand einer Mülltonne am Haus zum Totalverlust führen kann.

Kurz: imho müßte das Zeug bei Gebäuden ab Gebäudeklasse 3 verboten werden und für die Verwendung an Einfamilienhäusern mit einem Warnhinweis versehen werden: „Die Verwendung dieses Dämmmaterials führt schon bei kleineren Bränden zu einem Totalverlust des Gebäudes“

Gruß Stefan

P.S.

Ich musste in der Praxis vor allem eines lernen: Das Geld ist
bei Bauherren immer knapp und wird ungern für Dinge
ausgegeben, von denen der Nutzer keinen unmittelbaren Vorteil
hat.
„Bei uns hat es noch nie gebrannt“ oder „Was soll denn hier
brennen“ und vor allem „Der Brandschutz macht das Bauen
wahnsinnig teuer“ sind Sätze, die ich als Brandschutzplaner
regelmäßig zu hören bekomme. Da hast Du als Planer nur zwei
Möglichkeiten: entweder hast Du verdammt gute Argumente (wobei
das finanzielle Argument leider häufig den Endausschlag gibt)
oder Du kannst eine Vorschrift vorweisen, die bestimmte Sachen
schlicht vorschreibt.

Nur wenige Postings weiter oben siehst Du das live und in Farbe. Lies Dir mal die Frage (incl. der weiteren Erläuterungen) „Wie feuerabweisend ist Parkett?“ durch. Das ist sehr typisch… :frowning:

hallo Stefan,

würde gerne diese Unterhaltung - besonders über gut gedämmte Aussenwände, Passivhäuser und dazugehörige Lüftungsanlagen im Bereich
Business u. Finanzen ( Immobilien) weiterführen

gruss peter