liebe fachleute,
habe seit vier jahren probleme mit dem großzehengrundgelenk links, es wird immer steifer, der grund ist starke abnützung.
die großzehe ist gerade, es sieht nicht aus wie ein üblicher hallux, schmerzen konnten bis jetzt meist bekämpft werden.
mein problem sind weniger die schmerzen sondern die eingeschränkte beweglichkeit, ich bin erst 43. ich kann die zehe nur wenig abbiegen und daher z. B. keine schuhe mit absätzen mehr tragen, mußte sport wie laufen und tanzen aufgeben.
mein orthopäde rät zu einer operation; ich habe untereschiedliche meinungen darüber gehört und möchte auch wissen, ob es alternativen gibt, das gelenk wieder beweglicher zu machen.
danke!
andrea
liebe Spreiz-Senkfuß
Auszug eines Briefes von Professor Dr. Joachim Grifka,
Orthopädische Universitätsklinik Regensburg,
Bad Abbach : (mit Érklärungen)
"Wir sind ein Volk von Fußkranken: Reihenuntersuchungen zeigen, dass – abhängig von der Altersgruppe – mehr als 80 % der Bevölkerung unter manifesten Fußbeschwerden leiden, wobei Senkungen des Längs- und Quergewölbes sowie der Hallux valgus im Vordergrund stehen. Während diese Veränderungen früher als anlage- oder schuhbedingt bewertet wurden, wird heute allgemein angenommen, dass die deutliche Zunahme von Gewölbedeformitäten durch unsere Verhaltensgewohnheiten bedingt ist: Verminderte regelmäßige körperliche Aktivität führt zu Muskelhypotrophien {krankhafte Muskelvermehrung}. Dies zeigt sich in Haltungsschwächen im Rumpfbereich, aber vor allem auch durch ungewohnte Belastung der Füße, ohne dass eine physiologische Adaptation {Anpassung} gegeben ist.
Dieser Prozess beginnt schon im Kindesalter: Die Kleinen werden mit dem Auto in den Kindergarten oder zur Schule gefahren, anstatt zu Fuß zu gehen. Auch die Freizeit der Kinder ist von diesem adynamischen Verhalten geprägt (Fernsehen, Gameboys, Computerspiele). Und nach der Schulzeit wird diese Bewegungsarmut im Dienstleistungsbereich fortgesetzt oder es kommt zu einer abrupten Zunahme der Geh- und Stehbelastung, die zuvor in keiner Weise trainiert wurde. Ein muskuläres Gleichgewicht, das erforderlich ist, um die statisch-dynamische Belastung des Fußskeletts zu gewährleisten, kann so nicht entstehen. Stattdessen kommt es zu Defiziten insbesondere im Bereich M. abductor hallucis {zieht die Grosszehe von der 2. Zehe weg} und der gewölbestützenden Unterschenkelmuskulatur. Dem Kollaps von Fußskelett und Muskulatur wird aber erst dann Beachtung geschenkt, wenn die Deformität durch Hyperkeratosen {vermehrte Hornhautbildung}und Druckstellen zu Beschwerden führt. Einlagen können hier helfen, die Fußstatik zu verbessern, den Druck zu reduzieren und die Belastungen zu vermindern. Bei spreizfußbedingten Beschwerden muss z.B. in der Regel eine langsohlige Einlage mit Vorfußweichbettung oder ein im Schuh eingearbeitetes Vorfußpolster verwendet werden.
Schlüsselfunktion für die Vorfußform haben der M. adductor hallucis, der M. abductor hallucis und die Zehenextensoren. Diese Muskeln sollten im Sinne eines Ausgleichstrainings frühzeitig aktiviert werden. Denn aus Studien wissen wir, dass bei einer Hallux-valgus-Deviation mit pronatorischer Aufdrehung eine entscheidende Verlagerung der Muskelansätze eingetreten ist, die zur weiteren Progredienz des Spreizfußes und der Hallux-valgus-Deformität führt.
Gymnastische Übungen müssen deshalb im Frühstadium aufgenommen werden, um effektiv zu sein. Als spezielles Hilfsmittel hierfür hat sich die Fußübungsplatte bewährt, die zum Gruppen- und zum Eigentraining geeignet ist.
Resümee: Unsere adynamischen Lebensgewohnheiten verhindern oft, dass sich ein muskuläres Gleichgewicht ausbildet, das die statisch-dynamische Belastung des Fußskeletts gewährleisten kann. Deshalb sollte schon im Frühstadium einer Deformität gezielt der M. adductor hallucis, der M. abductor hallucis und die Zehenextensoren trainiert werden."
Beim H. rigidus handelt es sich um eine frühe anlagebedingte Gelenkschädigung, die (oft in Beugestellung)zur Versteifung
führt.
mein orthopäde rät zu einer operation; ich habe
unterschiedliche meinungen darüber gehört und möchte auch
wissen, ob es alternativen gibt, das gelenk wieder beweglicher
zu machen.
Eine Operation wird dabei unausweichlich sein, den Zeitpunkt bestimmts Du und wird meist vom zunehmenden Schmerzbild
Gruss
liebe Spreiz-Senkfuß
Gymnastische Übungen müssen deshalb im Frühstadium aufgenommen
werden, um effektiv zu sein. Als spezielles Hilfsmittel
hierfür hat sich die Fußübungsplatte bewährt, die zum Gruppen-
und zum Eigentraining geeignet ist.Resümee: Unsere adynamischen Lebensgewohnheiten verhindern
oft, dass sich ein muskuläres Gleichgewicht ausbildet, das die
statisch-dynamische Belastung des Fußskeletts gewährleisten
kann. Deshalb sollte schon im Frühstadium einer Deformität
gezielt der M. adductor hallucis, der M. abductor hallucis und
die Zehenextensoren trainiert werden."Beim H. rigidus handelt es sich um eine frühe anlagebedingte
Gelenkschädigung, die (oft in Beugestellung)zur Versteifung
führt.Eine Operation wird dabei unausweichlich sein, den Zeitpunkt
bestimmts Du und wird meist vom zunehmenden Schmerzbild
Gruss
dankefür die ausführliche information!
mit gymnastik versuche ich es trotzdem seit einiger zeit, einlagen trage ich auch schon seit jahren.
an bewegung hat es bei mir sicher nie gemangelt, das war nicht der grund.
hat jemand erfahrungen mit einer solchen operation?
wäre dankbar für berichte (positiv oder negativ)!
a.