Halogenalmpe mit elektron. Trafo Leitungslänge

Hallo,

mich würde mal interessieren, warum man bei Halogenlampen keine langen Kabel zwischen elktronischen Trafo und Lampe verwenden darf. Irgendwie gilt die Faustformel: max 2m. Wenn ich einen Ringkerntravo nehme ist die Leiterlänge egal. Worin besteht denn nun der Unterschied zum elektronischen Trafo.

Grüße

Hallo Morlos,

das Problem bei den Halogenlampen ist die niedrige Spannung bei hoher Stromstärke. Dementsprechend müssen die Querschnitte groß dimensioniert sein um zu hohe Leitungsverluste bzw. Kabelbrände zu vermeiden.
Ich rechne Dir mal ein Beispiel mit einer 100 Watt Lampe bei 12V und 10m Kupfer- Zuleitung (=20m Leiter) mit 2,5mm2 aus.

P/U=I 100Watt/12V= 8,3 Ampere
U/I=R 12V/8,3 Ampere= 1,45 Ohm

Kupfer hat einen Widerstand von 0,0178 ohm x mm2 / m
also hat eine 2,5mm2- Leitung einen Widerstand von 0,00712 Ohm also 20m Leitung 0,14 Ohm

So gesehen ist der Widerstand der Lampe zehn mal so hoch wie der der Leitung, im Klartext 10% der Leistung gehen über das Kabel verloren!

Halbierst Du die Leitungslänge, halbiert sich der Verlust.
Halbierst Du die Lampenleistung, verdoppelt sich der Verlust.
Vorsicht! Pro mm2 Querschnitt würde ich nicht mehr als 75 Watt Lampenleistung hängen (entspricht VDE 2,5mm2 für 16A), weil sich das Kabel erhitzen könnte.

Sorry an die Experten: es ist schlampig gerechnet, aber für eine grundlegende Betrachtung reicht es aus :o).

In wie weit ein getaktetes Netzteil auf langen Leitungen Probleme macht, kann ich Dir nicht sagen, aber grundsätzlich würde ich wegen der Hochfrequenten Störstrahlung lieber auf den etwas größeren aber dafür bewährten Ringkerntrafo zurückgreifen.

Gruß Gerold

das Problem bei den Halogenlampen ist die niedrige Spannung
bei hoher Stromstärke.

Das stimmt, erklärt aber nicht den Unterschied elektronischer Trafo - Ringkerntrafo. Der ist in der Arbeitsweise des elektronischen Trafos begründet, denn hier werden die 230V erst gleichgerichtet, dann mit hohe Frequenz zerhackt und dann erst heruntertransformiert. Längere Leitungen machen Ströungen bei den hohen Frequenzen.

So gesehen ist der Widerstand der Lampe zehn mal so hoch wie
der der Leitung, im Klartext 10% der Leistung gehen über das
Kabel verloren!

Nicht ganz, Du hast ja eine Reihenschaltung von zwei Widerständen, so dass die gesamte Leistung insgesamt niedriger wird. Die Teilleistungen entsprechen den Teilwiderständen, man würde als nur bei 1:9 auf 10% Verluste kommen. Zudem sind Lampen spannungsabhängige Widerstände. Aber im Prinzip hast Du ja recht.

Halbierst Du die Leitungslänge, halbiert sich der Verlust.

Ja.

Halbierst Du die Lampenleistung, verdoppelt sich der Verlust.

Nein. Halbe Lampenleistung, halber Strom, halbe Verlustleistung.

In wie weit ein getaktetes Netzteil auf langen Leitungen
Probleme macht, kann ich Dir nicht sagen, aber grundsätzlich
würde ich wegen der Hochfrequenten Störstrahlung lieber auf
den etwas größeren aber dafür bewährten Ringkerntrafo
zurückgreifen.

Ups, hier kommst Du doch noch zum Unterschied…
Jetzt hatte ich alles schon getippt, das lösch ich nun nicht mehr.
Ich würde aber wegen der geringeren Eigenverluste elektronischer Trafos (rund die Hälfte!) dann lieber mehrere davon lampennah (aber nicht zu nah! Wärme!) setzen.