Hals-nasen-ohren

Liebe/-r Experte/-in,

komme gerade von meiner HNO-Ärztin wieder und bin etwas unzufrieden mit der Diagnose. Habe seit 4 Tagen ein starkes Druckgefühl in der linken Wange, besonders wenn ich mich nach vorne beuge, und fühle mich insgesamt schlapp und krank (aber kein Fieber). Da ich früher eine chronische Sinusitis auf der linken Gesichtshälfte hatte und deshalb auch schon operiert worden bin, weiß ich ziemlich genau, wie sich eine Sinusitis anfühlt. Die Ärztin konnte aber bei der Untersuchung (Endoskop, Ultraschall) nichts finden und hat mir einfach mal Nasenspray aufgeschrieben. KOmme mir jetz vor wie ein Hypochonder!:wink: Kann es sein, dass die Nebenhöhle trotzdem entzündet ist, obwohl man nichts sieht? Oder könnte das was anderes sein? Hatte eigentlich mit Antibiotikum und einer Krankschreibung gerechnet, hab mich dann aber nict getraut zu fragen.:frowning:

Wäre dankbar, Ihre Meinung dazu zu hören!
LG

Hallo Elisa Susanne,
ich möchte zwar keine Ferndiagnose stellen, aber Sie schildern lehrbuchmäßig die
Symptome einer einseitigen akuten Kieferhöhlenentzündung. So etwas kann
übrigens auch einmal von den Zähnen kommen. Wahrscheinlicher ist aber eine aus
der Nase fortgeleitete Entzündung. Mit dem Endoskop kann man eine akute
Kieferhöhlenentzündung nicht immer sicher diagnostizieren, nämlich dann, wenn
kein Eiter in die Nase abfließt. Der Ultraschall ist aus meiner Sicht völlig
verzichtbar, da ein negativer Befund eine Sinusitis niemals ausschließen kann. Die
Therapie der akuten Sinusitis hat sich in den letzten Jahren allerdings grundlegend
verändert. Da man festgestellt hat, dass es weniger auf den Erreger (Bakterien,
Viren) ankommt, sondern auf die Entzündungsreaktion des Körpers auf diese
Erreger. Demzufolge behandelt man primär mit einem entzündungshemmenden
Nasenspray (Corticosteroide) und eben nicht mehr mit einem Antibiotikum. Ein
Antibiotikum wird bei akuter Sinusitis nur noch bei höherem Fieber, starkem
Krankheitsgefühl und/oder Komplikationen empfohlen - und wenn es nach 5 Tagen
anderweitiger Therapie zu keiner Besserung kommt. Schauen Sie doch bitte
einmal auf die Nasenspray-Packung: welcher Wirkstoff ist denn da drin?
Mometason? Fluticason? Zur Krankschreibung kann ich nicht viel sagen, das hängt
von vielen Faktoren ab: einen Berufssportler würde ich krank schreiben, einen
Büroangestellten zunächst einmal eher nicht.

Hallo!

Vielen Dank für Ihre Antwort! Komme mir schon weniger wie ein Hypochonder vor!:wink:

In den Kieferhöhlen ist laut Ärztin genug Platz zum abfließen (habe bei der OP vor 2 Jahren auch Löcher in den Kiefer gebohrt bekommen).

Der Wirkstoff von dem Nasenspray ist Xylometazolinhydrochlorid.

Ich bin normalerweise auch nicht für ein Antibiotikum, aber schreibe in den nächsten Tagen 3 anspruchsvolle Klausuren und fühle mich, in dem Zustand, in dem ich jetzt bin, nicht in der Lage dazu, da ich mich null konzentrieren kann. Und glaube auch nicht, dass das Nasenspray reicht, um übermorgen fit genug zu sein.:frowning:

Gruß

Elisa

Hallo Elisa,

unter diesen Umständen würde ich Ihnen vermutlich ein Antibiotikum und ein
Corticosteroid-Nasenspray verordnen - wobei ich letzteres für wichtiger halten
würde. Zudem könnte man sog. hohe EInlagen machen, d.h. ein in abschwellender
Substanz getränktes Wattestückchen in den mittleren Nasengang einlegen. Zudem
wage ich die Vermutung, dass Ihre chronische Sinusitis von damals noch nicht
vollständig zur Ausheilung gekommen ist.

Viele Grüße

hnofrank

Danke, werde dann wohl morgen nochmal zum Arzt gehen.

Glaube auch nicht, dass die chronische Sinusitis hunderprozentig ausgeheilt ist. Hab immer noch mind. 2 Mal im Jahr eine ganze hartnäckige Entzündung, die erst nach mindestens 1 Woche weggeht.:frowning: