Hallo Martin,
Hallo Leute,
ich bin fix und alle!!! Mein Chef war gerade mal bei einer
Geschäftsstelle der GKV und unterhielt sich über die
Änderungen des Gesundheitssystems. Im laufe des smal-talk’s
kam man auch auf das Thema Budgetierung zu sprechen. Es soll
sich dahinter ein Verteilungsschlüssel verbergen, der von
hochrangigen Fachleuten ausgearbeitet worden ist und folgendes
Beinhaltet:
Das ist -vereinfacht gesagt- schon lange so. Der niedergelasse Arzt/Ärztin bekommt von den ges. KK längst nicht jede Leistung bezahlt, die er/sie erbringt. Er/sie weiß auch immer erst in 3 Monaten, wieviel die erbrachte Leistung bringt.
Eine GKV Unternehmen vereinbart mit der Ärztevertretung einen
festen Euro-Satz für jeden Patienten der von dieser GKV zu den
zugelassenen Ärzten geht und das bezogen auf 1.000 Patienten.
Beispiel: Die AOK zahlt für 1000 Patienten pro Patient 150
Euro. Gehen aber nur 500 davon zum Arzt, erhält der Arzt
(allgemein) 500 x 300 Euro??? Ich raffe das nicht??
Nein - wenn er nur 500 Patienten behandelt, bekommt er auch nur 500 x 150 EUR. Die eintscheidende Frage bleibt aber was passiert, wenn die Behandlung die 150 EUR-Grenze überschreitet. Die Kasse wird sagen, Vetrag ist Vertrag, also kann der Arzt/die Ärztin die Kosten selber tragen.
Weiterhin und das ist der Hammer, verhandeln die Krankenkassen
die pauschalen Beträge. Z. Bsp. AOK 150 Euro pro Patient, BKK
Hintertupfingen zahlt nur 72 Euro??? Ich raffe das erst recht
nicht.
Das ist eben das Geschick/Pech der Verhandlungspartner. Du versuchst als Konsument doch auch, den optimalen Preis für ein Produkt zu erhalten.
Kann mir einer/einige mal erklären was das mit Markt/Volks
oder Betriebswirtschaft zu tun hat?
Es kann doch nicht angehen, das ich einen festen Satz bekomme.
Dann sind die Ärzte ja nicht Selbstständig, sondern können
sich ihr Einkommen genau ausrechnen lassen, nach der
Kassenzugehörigkeit Ihrer Patienten. Ob die nun 100 patienten
verarzten oderr 1000. Die bekommen immer das gleiche Geld??
Mit welchem recht oder welche Konditionen siond daran
Verknüpft??
Das ist eine gute Frage und es gibt (meines Wissens nach) keinen anderen Bereich, in dem die Gehälter so transparent und die Gehaltsempfänger (=Ärzte) sich derart gängeln lassen müssen. Vielleicht denkt der eine oder andere jetzt wieder „ja ja, die Ärzte bekommen den Hals nicht voll“. Ich bin zwar nur angestellter Krankenhausarzt, kenne aber viele Kollegen/-innen, die niedergelassen in der Praxis tätig sind. Man stelle sich nur mal vor, ein z.b. Installateur bekommt vorgeschrieben, dass er für die Reparatur eines Wasserkranes heute nur 75% des Betrages bekommt, den er noch vor 3 Monaten bekam - oder dass er nur 20 Kräne reparieren darf, jeder weitere muß aus seiner Tasche bezahlt werden. In jedem anderen Bereich ist dies undenkbar - in den Arztpraxen tagtägliches Geschäft.
Und die Sache mit den verschiedenen Verträge? Einmal zahlt ein
GKV Unternehmen 170 Euro, ein anderes dann nur 80 Euro?? Kann
nicht sein.
Wie bereits oben gesagt - hängt vom Verhandlungsgeschick ab. Bei Esso um die Ecke kostet der Liter Sprit 1,109 500 Meter weiter -ebenfalls bei Esso- 1,089. Verständlich wird dann natürlich, dass eine Selektion eintritt, was ja nicht Sinn der Kassen (und natürlich der Patienten) sein kann.
Ziel der Budgetierung ist es natürlich, vom jetzigen Punktesystem wegzukommen.
Vielleicht könnt ihr mir meinen Seelenfrienden wiedergeben und
schreibt mal eure Kenntnisse in diesem Bereich.
Gruß
Martin
Gruß, Jürgen