Handel mit polnischem Unternehmen

Hallo

Ich habe ein Problem mit einem polnischen Unternehmen. Ich bestelle bei diesem in Kleinstmengen und dadurch nehmen die mich nicht wirklich ernst.

So wurde bei der ersten Lieferung eine falsche Swiftnummer für den Zahlungsverkehr genannt. Dadurch hatte ich erhöhte Bankkosten, die mir aber von der Firma später wieder erstattet wurden.

Dann wurden Muster die ein paar Cents kosten berechnet und mit in die nächste Lieferung reingeworfen sodaß sie beschädigt und damit unbrauchbar ankamen

Obwohl das Unternehmen seine Produkte sowohl auf englisch wie auf polnisch anbietet, erhalte ich meine Rechnung mal per Zloty auf polnisch und mal per Euro auf englisch, einen Kontinuität ist nicht feststellbar.

Als nächstes hat die Firma in der aktuellen Preisliste eine fehlerhafte Kalkulation gehabt und man vesuchte mir nach der Bestellung den höheren Preis aufzuhalsen, das habe ich allerdings abgelehnt.

Werbematerial wurde mir in drei Lieferungen versprochen, ist allerdings bis jetzt nicht mit verschickt worden.

Das schlimmste allerdings, wir haben immer vorher einen Versandtermin vereinbart und dieser wurde mehrfach willkürlich ohne Rücksprache verschoben.

Ich habe daraufhin mit dem Produktmanager, bei dem ich meine Ware auch sonst bestelle noch mal geredet und dieser ließ mich wissen, daß derartig kleine Mengen, ca 100 Euro pro Bestellung so gering seien, daß sich das für diese Firma kaum lohne, ich hatte allerdings bei Geschäftsanbahnung darauf hingewiesen, daß ich mein Geschäft erst aufbaue und deshalb Bestellmengen zwar zunächst gering seien, aber kontinuierlich gesteigert werden würden, wenn alles klappen würden. Es liegt aber genau daran, daß ich mich auf die Vereinbarungen die wir jedesmal schriftlich per Relaychat protokollieren nicht verlassen kann, das ich mir nicht traue größere Bestellmengen zu ordern, auch jetzt warte ich auf eine Lieferung die von meinen Kunden bereits bezahlt wurde, während die Firma das mal wieder „so lala“ abwickelt. Kann ich bei denen Verzugsschäden geltend machen, weil ich meine Kunden beruhigen muß und lohnt es sich „am Ball zu bleiben“. die Artikel sind sonst ziemlich gut, konkurrenzfähig und haben ein Verramschen eigentlich nicht verdient, oder sind polnische Unternehmen einfach " fast immer" unzuverlässig, ich hab schon mal mit einem von der polnischen Handelskammer vermitteltem Unternehmen eine Riesenpleite erlebt, weil die Patente verletzt hatten, und die Ware damals deshalb gar nicht in den Handel kommen durfte, damals waren es allerdings „hochwertige Wassersportartikel“ mit mehreren hundert Euro Stückkosten. Aber auch die Konkurrenzfirmen in Polen waren damals wenig zuverlässig, hatten sich vertraglich gebunden und teilten mir in den Verhandlungen mit, daß sie die alten Verträge brechen würden, wenn wir einen größere Order tätigen würden?

Ich weiß zwar auch, daß Polen die Marktwirtschaft nicht erfunden hat, erwarte aber von einem Handelsunternehmen, daß es sich an marktübliche Gepflogenheiten hält und nicht agiert wie ein arabischer Kamelhändler.

Ciao
Wolfgang

Hallo!

Von Lieferanten mit den beschriebenen Gepflogenheiten trennt man sich und sucht sich Unternehmen mit zuverlässiger Abwicklung.

Üblich ist eine Lieferantenbewertung, nach der man sich beim Einkauf richtet. Darin werden die eigenen Erfahrungen mit dem Lieferanten zu Papier gebracht. Ein einmaliger Ausreißer muß noch keine Konsequenzen haben, aber niemand sollte sich auf Dauer mit schlechter Abwicklung am Nasenring vorführen lassen. Darüber hinaus sollte man für wichtige Zulieferungen mindestens 2 voneinander unabhängige Lieferanten haben.

Bei der internen Lieferantenbewertung setzt Du die Prioritäten nach Deinen Bedürfnissen. Erfahrungsgemäß springt man dabei zu kurz, wenn der Preis das allein entscheidende Kriterium ist. U. a. Qualität der Ware, Qualität der Abwicklung, Zuverlässigkeit, Termintreue, regionale Nähe und Zahlungsmodalitäten können Kriterien sein.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Von Lieferanten mit den beschriebenen Gepflogenheiten trennt
man sich und sucht sich Unternehmen mit zuverlässiger
Abwicklung.

Gruß
Wolfgang

Kurze Nachfrage, kann ich diesem Lieferanten mitteilen, daß ich, da er sich nicht an die Vereinbarungen hält, die Lieferungen nicht bezahle und was von Ihm kommt erst mal zur Schadensbegrenzung verbrauche (Ich hatte diesem Händler mitgeteilt, das ich mich einem Lieferdruck aussetzen werde, bei dem er mitzuziehen hätte, das hatte er mir auch versprochen)

Der polnischen Firma mit den Copyrightverletzungen habe ich damals mitgeteilt, daß sie ihren „Krempel“ wieder abholen können, was diese nicht getan haben, worauf ich das Zeugs nach gewisser Frist entsorgt habe.

Im aktuellen Fall, ist ein Teil der bereits bezahlten Lieferungen wg. fehlender Warenpräsentationsaufsteller nicht zu den Preisen verkäuflich, die normalerweise kassiert werden könnten, sondern die Ware ließe sich dann nur als Ramschware veräußern, vermutl. unter meinem EK. Darf ich das tun, und evtl noch eintreffende Ware als Schadensersatz auf bezahlte Lieferungen verrechnen, oder müßte ich die auf Schadenersatz verklagen, also gute schlechtem Geld hinterherwerfen?

Ciao
Wolfgang

Hallo!

…kann ich diesem Lieferanten mitteilen, daß
ich, da er sich nicht an die Vereinbarungen hält, die
Lieferungen nicht bezahle…

Dein Geschäft ist im Aufbau begriffen und es geht um Lieferungen in der 100€-Größenordnung. Hast Du wirklich die Zeit und das Geld, um ein Faß aufzumachen, um teure Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen, um aussichtslose und zweckfreie Aktivitäten zu verfolgen und die Risiken von Rechtsstreitigkeiten zu tragen? Sieh einfach zu, daß der Lieferant wann und wie auch immer das bestellte Zeugs liefert, Du zahlst und bestellst dort nie wieder - fertig.

Im aktuellen Fall, ist ein Teil der bereits bezahlten
Lieferungen wg. fehlender Warenpräsentationsaufsteller nicht
zu den Preisen verkäuflich, die normalerweise kassiert werden
könnten, sondern die Ware ließe sich dann nur als Ramschware
veräußern, vermutl. unter meinem EK. Darf ich das tun, und
evtl noch eintreffende Ware als Schadensersatz auf bezahlte
Lieferungen verrechnen…

Das riecht heftig danach, daß Du auf teure Weise auf den Bauch fallen wirst. Im allgemeinen führt man ein Handelsgeschäft nicht erfolgreich mit Rechtsstreitigkeiten. Du bist besser beraten, wenn Du Dir solche Unwägbarkeiten vom Hals hältst. Buche den Vorgang unter Erfahrung und wähle zukünftig zuverlässigere Lieferanten.

Ich weiß nicht, weshalb Du in Polen einkaufst und um welche Waren es sich handelt. Wenn Du aber in Polen kaufst, um niedrige Einkaufspreise zu erhalten, weil Du selbst auf der Billigschiene reitest, bewegst Du Dich auf dünnem Eis, das in den meisten Fällen für Existenzgründer nicht tragfähig ist. Man kann ohne weiteres z. B. Toaster für 1.000 € pro Stück verkaufen und davon leben. Die Dinger müssen dann natürlich richtig gut sein. Wer aber Toaster für € 9,95 verkaufen will, muß Aldi heißen. Die gleiche Aussage gilt für sämtliche Artikel, egal ob es sich um Leberwurst oder Socken handelt.

Gruß
Wolfgang