Handel / Online-Shop

Hallo,

ich habe eine Frage zum Thema Handel / Online-Shop etc.
Um Handel betreiben zu können brauche ich natürlich einen Gewerbeschein. Ohne diesen Gewerbeschein bereits zu haben, erfährt man von Großhändlern nichts über Einkaufspreise und Konditionen. Das alleine macht es schon praktisch unmöglich sich genaue Gedanken zu machen.
Grundsätzlich wollte ich mich erst mal genau informieren und sehen was da alles auf mich zukommen würde, ob ich das überhaupt neben dem Vollzeitberuf machen möchte, und v.A. wie sich das alles dann auch rechnen würde (es soll nur in kleinem Rahmen betrieben werden). Ich „kauf“ mir nicht einfach so einen Zettel nur um meinen Überlegungen nachgehen zu können.
Aber ohne um Einkaufspreise Bescheid zu wissen, brauch ich eigentlich überhaupt nicht weiter nachzudenken.
Springen alle Händler bei der Existenzgründung so ins Blaue?
Und wie ist das eigentlich, kann man sich auch mit nicht-Großhändlern (z.B. Herstellern bestimmter Dinge, Schuster, Sattler etc.) zusammenschliessen um deren Produkte zu vertreiben?

Stimmt es, dass man bei einigen Großhändlern nur einkaufen kann wenn man eine bestimmte Größe an Ladenfläche (z.B. 50 qm) vorweisen kann? Denn einen Laden will ich nicht eröffnen.

VG

Hallo klar gbt es Hersteller, die nicht online gehandelt werden wollen, die machen den Onlinehandel lieber selbst oder es passt nicht zu deren Image.
Und klar kannst du von kleienn Herstellern Produkte einkaufen und weiterverkaufen, wenn die es nicht selbst tun.
Es gibt aber auch Großhändler die einem einen Probeaccount geben, mit dem man die Preise anschauen aber nicht kaufen kann, oder man muss dann eben vor der ersten Bestellung den Gewerbeschein nachreichen.

Wenn du aber am durchkalkulieren bist, dann schau dir vor allem mal das Kapitel Verpackungsverordnung an und überlege wieviel du von der Ware umsetzen müsstest um den grünen Punkt o. ähnliches System reinzubekommen.
So mit ab und an mal und zumreinschnuppern ist das nicht gerade, entweder richtig einsteigen oder lieber gar nicht (kann auch neben dem Hauptberuf sein, aber eben regelmässig und mit echtem Gewinnstreben und nicht nur so ab und an falls mal jemand was braucht)

Gruß B

Moinsen,

Grundsätzlich wollte ich mich erst mal genau informieren und
sehen was da alles auf mich zukommen würde, ob ich das
überhaupt neben dem Vollzeitberuf machen möchte, und v.A. wie
sich das alles dann auch rechnen würde (es soll nur in kleinem
Rahmen betrieben werden).

Der Einkaufspreis ist nur einer von diversen Faktoren. Es geht auch um deine Kosten, weil am Ende zählt insbesondere deine Marge (was also bei dir hängen bleibt). Allerdings gehen hier ja auch noch diverse andere Dinge in die Rechnung ein: du brauchst neben dem Gewerbeschein eine Buchhaltung, einen Steuerberater, Telefon und PC, vielleicht fallen Beiträge zur BG an, du musst Rücklagen für eventuelle Reklamationen bilden, hast Versandkosten. Solltest du einen Kredit als Anschubfinanzierung brauchen und privates Kapital steht nicht zur Verfügung muss auch der Kredit abgetragen werden - und du brauchst bei der Bank einen Businessplan und Versicherungen. Auch deine Zeit ist etwas wert, Nebenjob hin oder her. Du machst es ja um etwas zu verdienen und hängst dir nicht etwas an, was lediglich die Kosten deckt (wenn überhaupt).

Springen alle Händler bei der Existenzgründung so ins Blaue?

Manche eskalieren ein Hobby später zum Beruf, andere wechseln in einer Branche, in der sie sich auskennen, vom Angestellten zum Selbstständigen, wieder andere lassen sich beraten und erstellen einen Businessplan.

Und wie ist das eigentlich, kann man sich auch mit
nicht-Großhändlern (z.B. Herstellern bestimmter Dinge,
Schuster, Sattler etc.) zusammenschliessen um deren Produkte
zu vertreiben?

Selbstverständlich. Im Grunde kannst du einkaufen wo du willst. Wichtig ist nur, dass du korrekte Rechnungen bekommst und in deiner Buchhaltung alles sauber buchst. Hier empfiehlt es sich von Anfang an einen Buchhalter oder eine Beratung für Existenzgründer zu haben. Viele Leute machen nämlich den Fehler sowas nicht ernst zu nehmen, es werden Fehler gemacht und wenn das nach Monaten oder sogar erst bei einer Prüfung durch das Finanzamt auffällt bricht es Vielen das Genick weil das FA dann unerbittlich riesige Nachforderungen auf einen Schlag einziehen wird - und das hat natürlich niemand einkalkuliert.

Stimmt es, dass man bei einigen Großhändlern nur einkaufen
kann wenn man eine bestimmte Größe an Ladenfläche (z.B. 50 qm)
vorweisen kann? Denn einen Laden will ich nicht eröffnen.

Ich weiß nicht um welche Branche es geht, aber grundsätzlich gibt es sowas. Es geht oft von Herstellern aus, die ihre Ware in einem bestimmten Ambiente präsentiert sehen möchten und nur diejenigen beliefern oder als Partner akzeptieren, die die Bedingungen erfüllen. Wenn du beispielsweise ein Autohaus eröffnen möchtest geht das nur wenn du einen Glas- und Stahl-Palast hinsetzen mit repräsentativem Showroom darstellen kannst…

Gruß,

MecFleih

Danke erstmal für die Informationen!

Also um es einfacher zu machen, es geht um die Sparte Reitsport. Aber ich will nicht den Tausend und Einten Webshop eröffnen wo man genauso wie in allen anderen Webshops das 0815 Zeug kaufen kann, was ich mir genauso bei Krämer, Loesdau oder sonstwo bestellen kann.
Es geht mir um die besonderen Sachen die man eben nicht überall kriegt bzw. nur schwer kriegt.
Entstanden ist diese Idee weil ich selbst auch gerne ausgefallene Sachen habe. Als ich dann mal auf der Suche nach Reitstiefeln und Vorderzeugen war, ist mir aufgefallen, wenn du was Besonderes willst… suchst dich dumm und dämlich und bestellst zu guter Letzt im Ausland. Gute Schuster/Sattler sind mittlerweile auch dünn gesäht, vor allem jene, die auch besondere Modelle anfertigen.
Anderes Beispiel: Wenn du spezielle Seile oder Kopfstücke/Trensen suchst, aus einem bestimmten Material… suchst dich blöd und zahlst dich blöd. Für dieses Beispiel weiß ich einen amerikanischen Händler, dort kriegt man die Sachen in einer spitzen Qualität und zu einem fairen Preis. Aber hier… Fehlanzeige.

Auf sowas hätte ich mich - wenn dann - gerne spezialisiert. Dass dies in kleinem Rahmen bleiben würde (nicht jeder hat gerne was Ausgefallenes) wäre mir gerade recht, da eben… Beruf und selbst noch einen Stall zu Hause, sowieso nicht genug Zeit für mehr bliebe. Aber ich dachte mir auch, dass es vermutlich mit nur ausgefallenen Sachen nicht funktioniert und man soz. auch „gezwungen“ ist die Standard-Sachen ins Sortiment zu nehmen.

Hm… da hat man mal ne Idee und dann ist die Ausführung so kompliziert.

Moin,

das Stichwort heißt „unternehmerisches Risiko“. Ich weiß ja nicht um welche Summen es in deiner Sparte gehen wird, aber der Gesetzgeber hat Möglichkeiten für Kleinunternehmer geschaffen, die die üblichen Verpflichtungen etwas vereinfachen. Vielleicht passt dieser Rahmen ja um in das Geschäft einzusteigen. Aber natürlich trägst du das Risiko - du verdienst richtig gut (Ende nach oben offen) wenn du eine Marktlücke triffst, aber du verlierst auch wenn es ein Flop wird.

Vielleicht solltest du zunächst mit Anbietern / Produzenten in Kontakt treten. Du lässt dir ein Muster herstellen, testest die Qualität und hast zugleich ein „Vorführgerät“. Zugleich kannst du zusammen mit deinem Produzenten die Kosten der Herstellung kalkulieren.

Alsdann würde ich versuchen Partner zu gewinnen. Vielleicht kannst du branchenspezifische Zeitschriften für dich interessieren, die einen Artikel bringen. Oder du verbündest dich mit Reitställen und Vereinen, sammelst verbindliche Bestellungen und lässt produzieren…

Hochpreisige Artikel kannst du nur über exzellente Qualität oder wegen eines besonderen Images verkaufen. Dieses muss aber natürlich erstmal aufgebaut werden, sei es durch die außergewöhnliche Qualität oder weil die Ware nur bei/für bestimmte Kreise verfügbar ist.

Mach’ aber in jedem Fall nicht den Fehler Kompromisse bei der Qualität zuzulassen - oder zu preiswert zu verkaufen.

Andere Idee: wie wäre es wenn du die Ware nicht selber anfertigen lässt sondern importierst? Wie das funktioniert kanmnst du bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer erfragen.

Gruß,

MecFleih