Handelsbilanz

Warum sollte es Ziel der Wirtschaftspolitik sein einen Ausgleich zwischen Import/Export anzustreben? Ich dachte hohe Exporte sein gut, da man u.a. Devisen ins Land bekommt.

Gruß tay

Warum sollte es Ziel der Wirtschaftspolitik sein einen
Ausgleich zwischen Import/Export anzustreben?

Also erstmal zur erklärung:

Export > Import = positive Handelsbilanz
Export

Soweit schonmal danke.
1.Das ist dann ein sich selbst regulierender Effekt. Warum soll der Staat sich da einmischen? Dieser Effekt würde die internationale Arbeitsteilung und Spezialisierung fördern.

  1. Im europäischen Währungsraum ist dann ein hoher Exportanteil, dann sehr gut oder gibt es da auch negative Aspekte?

Gruß Tay

Warum sollte es Ziel der Wirtschaftspolitik sein einen
Ausgleich zwischen Import/Export anzustreben? Ich dachte hohe
Exporte sein gut, da man u.a. Devisen ins Land bekommt.

Gruß tay

Hey Tay,

als ich Handelsbilanz als Titel lass, habe ich doch glatt an die Unternehmensbilanz nach den Vorschriften des HGB`s gedacht - halt die Handelbilanz die sich von der Steuerbilanz durchaus unterscheiden kann.

Erst dann merkte ich, dass du das volkswirtschaftliche Außenhandelsgleichgewicht weinst.

Grüsse Rainer

Hallo Tay,

Zu 1. hast du es schon sehr richtig erkannt, dass es ein sich selbst regulierender Effekt ist! Und die Frage, ob und wie der Staat sich da einmischen sollte oder nicht, hängt im wesentlichen davon ab, welche Politischen Ziele ich verfolge!

Du hast vollkommen recht, wenn du bemerkst, dass ein freier Wettbewerb zu mehr Arbeitsteilung, Spiezialisierung und mehr Wohlstand führt! Jedoch kann dies genau von manchen Menschen nicht gewollt sein!

Wer sind solche Menschen?!

  1. Das Volk und Politiker:

Um notwendiger Reformen nicht durchführen zu müssen, die zwar kurzfristig wehtun, aber langfristig erfolgreich sind, sind Länder dazu früher übergegangen, lieber ihre Währung abzuwerten statt sich den Anforderungen zustellen. (bsp. Italien)
Bei einer künstlichen Abwertung werden Exporte künstlich verbilligt, und so mehr verkauft! Die negativen Folgen sind, dass die Inflation steigt, und die Zinsen, was zu weniger Investitionen führt!

  1. Die Gewerkschaften

Die Gewerkschaften haben natürlich ihrer Klientel im Blick! Das sind die Arbeitnehmer! Jetzt fragt man sich, wieso die Gewerkschaften?! Naja direkt sagen die nix zur Wechselkurspolitik, aber jede Forderung nach Geldmengenausweitung, Schuldenfinanziertes Ausgabenprogrammen des Staates und Lohnerhöung üder die Produktivität hinaus, hat bei Preisstabilitätspolitik der EZB als Folge, dass die Geldmenge steigt, und so der Euro abgewertet wird!
Des weiteren wäre bei einer Spezialisierung die Gefahr, dass das eigene Land Arbeitsplätze verliert, die gut gewerkschaftlich organisiert sind, und neue nicht organisierte zurück erhält! Und das ist doof für Gewerkschaften! Denen ist 1 gewerklschaftlich organisierter Arbeitsplatz lieber, als 100 Arbeitnehmer, die von der Gewerkschaft nix wissen wollen!

Zu deiner 2. Frage:

Erstmal wäre es fatal nur den Export als positiv zu sehen. Auch der Import hat Vorteile! Die Verteilung der Vorteile sind nur andere!
So profitiert ja der Konsument von billigen Orangenimporten aus Spanien!

Optimal ist jedoch der Außenhandelsbeitrag, der sich durch den freien Markt, freie Preise und freien Handel einstellt. Denn nur so ist die optimale Arbeitsteilung gewährleistet und die beste Allokation!

Prinzipiell kann man sagen, dass ein wachsender, unter Bedingungen des freien Marktes entstandener, Außenhandel das optimale ist. Weil davon profitieren alle! Problematisch wird es nur, wenn staaten eingreifen,weil sie meinen dass sie es besser wüssten! Jedoch haben die sich meistens eine blutige Nase geholt, die sie jedoch dann auf andere Schieben! :smile:

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Vielen Dank, das leuchtet ein.

Gruß