Handelsvertreter, was ist zu beachten?

Hallo zusammen,

will mich ab Mitte Oktober, spätestens Anfang November als
Handelsvertreter selbstständig machen. Hier der Ablauf bzw. noch
offene Fragen an Euch Experten für meinen Weg.

  1. Bei der Gemeinde Gewerbe anmelden
  2. IHK + Finanzamt meldet sich von selbst bei mir (wollen nur Geld)
  3. Krankenversicherung, was empfehlt Ihr da, eine gesetzliche
    Versicherung mit Pflichtbeitrag oder private Krankenversicherung?
  4. Steuerberater kontaktieren, weil ich mich steuerlich noch nicht so
    gut auskenne. (Ein-Ausgaben aufführen)
  5. Überbrückungsgeld beantragen (ist kein Problem, hab mich schon
    erkundigt).

Ist mein Vorhaben so in Ordnung, oder habe ich was wichtiges vergessen???
Danke für Euere Hilfe

Gruß
Seven

Hallo Seven,

Hier der Ablauf

  1. Bei der Gemeinde Gewerbe anmelden
  2. IHK + Finanzamt meldet sich von selbst bei mir (wollen nur
    Geld)

Außerdem meldet sich die Berufsgenossenschaft wg. (freiwilliger) berufl. Unfallversicherung. Also hier auch schon mal Alternativen prüfen. Da die UV für Dich im PKW ziemlich wichtig ist, kannst Du Dich auch unmittelbar bei der zuständigen BG melden (vermutlich Handel & Lagerei, vielleicht auch Verwaltung - nach Einzelfall, das sagen die Dir dann). Wenn Du Dich selber dort meldest, hast Du die Anmeldung bei der BG schneller vom Hals - daß man sich darum kümmert, wenn die Gemeinde die Gewerbeanmeldung an BG etc. weitergegeben hat, ist üblich, aber theoretisch gibt es davon unabhängig die Pflicht, daß Du Dich dort selber meldest.

  1. Krankenversicherung, was empfehlt Ihr da, eine gesetzliche
    Versicherung mit Pflichtbeitrag oder private
    Krankenversicherung?

Frag mal ein paar Vertreter von beiden Gruppen, was für Beiträge/Leistungen sie bieten und was für Beiträge sie haben wollen, wenn Du siebzig bist und hoffentlich nicht mehr handelsvertreten mußt. Familienstand bzw. Familienpläne spielen eine Rolle, Vorerkrankungen und dergleichen auch. Das verbreitete pauschale Urteil „privat ist besser als freiwillig bei der Gesetzlichen“ ist nicht immer richtig.

  1. Steuerberater kontaktieren, weil ich mich steuerlich noch
    nicht so
    gut auskenne. (Ein-Ausgaben aufführen)

Mit dem solltest Du auch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung durchgehen, den Du vom Finanzamt bekommst, wenn die Mitteilung über die Gewerbeanmeldung dort ist - oder auch gleich dort abholen kannst, damits schneller geht und der Kram Dich nicht trifft, wenn Du schon voll unterwegs bist. Dieser Fragebogen ist eine supi Checkliste für die wichtigsten Aspekte von USt, GewSt, ESt-Vorauszahlungen etc. Und auch für die Qualität des StB. Wenn er bereit ist, den Bogen mit Dir zusammen durchzugehen und ihn Dir nicht (wie fast alle) aus der Hand rupft mit den Worten „das machen wir dann schon“, bist Du bei einer guten Adresse gelandet.

Mach mit dem StB die Fragen „PKW/Fahrtenbuch“ und „Arbeitszimmer“ klar, bevor Du loslegst. Fürs Fahrtenbuch gibt es sonst dieses Jahr keine Entscheidungsmöglichkeit mehr.

  1. Überbrückungsgeld beantragen (ist kein Problem, hab mich
    schon
    erkundigt).

Eventuell auch die alternative Subventionierung „Ich-AG“. Bedingungen, Vor- und Nachteile kannst Du Dir beim AA erklären lassen. Ganz pauschal kann man sagen: Für tragfähige Konzepte das Überbrückungsgeld, für erfolglose Träume die Ich-AG.

Ist mein Vorhaben so in Ordnung, oder habe ich was wichtiges
vergessen???

Versicherungen: Prüfen, ob Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll/notwendig - hängt vom Vertrag ab, wie weit Du für die materiellen Folgen von Fehlern bei der Berufsausübung haftbar gemacht werden kannst.

Viel Erfolg!

MM