Ich bin Tetraplegiker und Spastiker. Manchmal fügen mir meine Krankenschwestern, aufgrund ihrer Arbeit, Schmerzen in den Handgelenken zu, indem Sinn, dass sie mein Handgelenk quetschen. Dies ist ihrer Meinung nach, wegen des Zeitdrucks, unumgänglich.
Wie kann man die Schmerzen reduzieren?
Gibt es spezielle Medikamente, die nicht abhängig machen?
Hi Alexander,
es ist alles vermeidbar und für eine Krankenschwester sollte im Vordergrund stehen
Lebensqualität zu erhalten und zu fördern aber nicht genau das Gegenteil hervorzurufen. Ich
weiß wie es ist unter extremen Zeitdruck zu arbeiten aber entweder ich mach meine arbeit
richtig oder ich lass es.
Meine Frage an dich wäre ob die Schmerzen chronisch vorhanden sind oder durch dritte
verursucht werden. Was für pflegerischen Tätigkeiten werden bei dir durchgeführt welche
Schmerzen verursachen?
Unabhängig von deinen ausstehenden antworten muss ich dir vorweg auch eine kurze Info
in Bezug auf Schmerzmittel geben. Egal ob suchterzeugend oder nicht bei täglicher
Einnahme von Schmerzmitteln kann, was jedoch nicht heißt das es muss, ein
schmerzsyndrom auftreten. Sprich man bekommt von den Medis Schmerzen anstatt das sie
weggehen. Die Wirkung kehrt sich um. Deswegen würde ich nur wenn unumgänglich zur
schmerzmedikation greifen
schwierig Dir da zu helfen. Von irgendwelchen Medikamenten würde ich abraten, zum einen wegen der Nebenwirkungen und zum anderen müßtest Du sie dann ja vor jeder Handlung der Schwestern nehmen, damit sie wirken können. Ich für meinen Teil verstehe nicht, wieso es wehtun muss. Reissen sie bei der Pflege an den Handgelenken? Das sollen sie tunlichst unterlassen und Zeitdruck ist keine Entschuldigung für schlechtes Handling. Ich denke, da hilft nur ein klärendes Gespräch, damit ihr gemeinsam eine Lösung finden könnt wie es für Dich schmerzfreier ablaufen kann.
Sorry, dass ich Dir nicht anders helfen kann.
Lieber Herr Alexander,
zunächst mal, tut es mir sehr leid, dass Sie Schmerzen aushalten müssen weil Ihre betreuenden Schwestern unter Zeitdruck sind. Leider muss ich auch sagen, dass es eigentlich kein Medikament gibt, an das man sich nicht auf Dauer gewöhnt, wodurch die Wirkung nachlässt und körperlich zu Absetzsymptomen führt wenn man es nicht mehr einnimmt. Vorab muss ich natürlich sagen, dass Sie eine eventuelle Medikamenteneinnahme unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen müssen, da ich Sie nicht kenne und nicht weiß, welche Medikamente Sie zusätzlich oder regelmäßig einnehmen - es kann nämlich zu Wirkverstärkung, Reduktion der Wirksamkeit oder zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.
Trotzdem ein paar unverbindlich Tipps meinerseits:
Ein starkes Schmerzmittel, was schnell anflutet und nur kurz wirkt ist Valoron N. Es handelt sich um ein Opiat(=Morphiumart) das mit dem dazu passenden Gegenmittel gemischt ist, damit es nicht zu Überdosierungen kommen kann. Etwa 20 bis 30 Minuten vor der Behandlung durch die Schwestern sollte es Ihre Schmerzen reduzieren. Vorsicht falls Sie Leberfunktionsstörungen haben. Abhängig macht es natürlich mit der Zeit.
Novalgin (=Metamizol) wird Ihnen vermutlich nicht viel helfen, aber Sie könnten es versuchen es braucht noch etwas länger bis es richtig gut wirkt ca. 30-40 Minuten. Auch hier tritt ein Gewöhnungseffekt ein.
Tramal (=Tramadol) ist auch ein Opiat, die Wirkung dauert länger an ist deshalb glaube ich nicht so gut für Ihren Zweck geeignet.
Ich glaube gängige und frei verkäufliche Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen helfen Ihnen nicht weiter, außerdem ist die Gefahr von Magen-DarmBlutungen und irreversiblen Nierenschäden bei Dauereinnahme gegeben.
Falls Sie sich von Ihrem Hausarzt in dem Punkt Schmerzmedikation nicht kompetent genug betreut fühlen könnten Sie sich an einen Palliativmediziner wenden. (Dieser behandelt unheilbar Kranke mit dem Ziel die Lebensqualität zu verbessern und so wie ich Sie verstanden habe, geht es bei Ihnen genau darum. Zudem sind Palliativmediziner auch in der Regel Spezialisten in der Behandlung von Schmerzen)
Ich hoffe Ihnen ein wenig geholfen zu haben, möchte aber nochmal betonen dass eine persönliche ärztliche Beratung für Sie nötig ist und meine oberste Empfehlung ist Ihr Problem von Angesicht zu Angesicht mit einem Arzt/Ärztin zu besprechen.
Viele Grüße und alleg Gute