Hallo Merlinchen,
einen SKR04 habe ich ja - aber halt nur einen, der sich über
20 Seiten erstreckt. Ich hätte nur gern etwas so
Übersichtliches wie den IKR im Schmolke/Deitermann. Weißt du,
ob es sowas gibt?
der DATEV SKR 04 ist so, da kann man nix machen.
Ich gratuliere Deiner Schülerin, dass sie nicht mehr mit dem DATEV-03er gequält wird, der bei vielen Jahrgängen von Berufsschülern dazu führte, dass sie keine einzige Hausnummer im Kopf behalten konnten, weil sie in der Schule den 03er und in der Kanzlei den 04er verwenden mussten.
Ein wichtiger Grund war, dass das an sich empfehlenswerte Lehrbuch Bornhofen/Busch (wenn Deine Schülerin keine Literatur bekommt, sollte sie sich den besorgen) lange Zeit bloß mit dem 03er Rahmen redigiert war, ist jetzt aber anders.
Der wesentliche Vorteil des 04er Rahmens war von Beginn an, dass die Hausnummern so verteilt sind, dass überall noch Platz für weiteres Differenzieren und individuelle Anpassung ist - etwa wenn man sich nicht traut, eine gescheite Kostenrechnung aufzuziehen oder der dafür notwendige Aufwand nicht zum erwarteten Ergebnis passt. Beispiel: 6800 Porto Verwaltung, 6801 Porto Einkauf, 6802 Porto Aussendienst etc. - Dieses auch der Grund, weshalb der SKR 04 in den vergangenen zehn Jahren so angewachsen ist.
Pädagogisch ist das Schöne daran, dass man an diesem Beispiel schnell lernen kann, dass es auf die Hausnummern überhaupt nicht ankommt. Wer mit dieser Tapete konfrontiert ist, kommt schnell darauf, dass er sich die - je nach Struktur seiner FiBu - vielleicht zwanzig Hausnummern rauspicken muss, die er braucht, und im übrigen nicht an der Hausnummer kleben darf, sondern sich immer drüber klar sein muss, wo das Konto, das er anspricht, in der Bilanz oder der GuV steht (schönes Beispiel die berühmten „Fremdarbeiten“, für die mir spontan drei mögliche GuV-Positionen einfallen, die man nicht durcheinanderrühren sollte), und welche Funktionen etwa im Zusammenhang USt da noch dranhängen. Ferner die wichtige Erkenntnis, dass man, wenn mehr als einer mit einer FiBu beschäftigt ist, ohne Kommunikation bzw. Absprache von Regeln „wie buche ich was“ egal mit welchem Kontenrahmen nicht auskommen kann.
Der große Umfang des SKR 04 lässt sich leicht und schnell eindampfen auf das, was man jeweils braucht. Die Struktur macht dieses Eindampfen leicht: Etwa die große Zahl von Umsatzkonten, die durch die unter DATEV per Sachkonto definierten USt-Funktionen definiert ist, lässt sich in der Anwendung leicht auf die vielleicht drei reduzieren, die in der jeweiligen Situation gebraucht werden. Im Vergleich dazu ist USt-Abstimmung ohne die Differenzierung nach Konten ein grässliches Gemetzel mit allerlei Stückwerk.
Ähnliches wirst Du im Bereich Personal finden: Es wird kaum ein Unternehmen geben, in dem die ganze 60XX-Klasse vollständig gebraucht wird. Aber wenn man sie nicht in dieser Differenzierung verfügbar hat, ist bei der Abstimmung mit der Lohnbuchhaltung des Excelns kein Ende.
Der IKR ist im Gegensatz zum Datev-SKR 04 ziemlich kompakt, weil er sehr oft im Zusammenhang mit Warenwirtschaftssystemen verwendet wird, bei denen die FiBu als eine Art Verzierung drangeklemmt ist, so dass das ganze System durch die Belange der Warenwirtschaft geprägt ist und oft genug auch nichts anderes richtig kann. Etwas anderes als Handel mit und Produktion von Waren kann man damit nicht ordentlich buchen, es sei denn, alle paar Wochen kommt ein Techniker vom Softwarehaus vorbei und richtet mit viel Schrauberei und Verständnisfragen das grade gebrauchte neue Konto ein, schickt hinterher eine dicke Rechnung dafür, und am Ende landet man bei etwas, was ziemlich in Richtung SKR 04 geht, aber teuer und holperig erreicht worden ist.
Kurz: Zur Frage „Wie buche ich was im SKR 04“ außer den Werken mit diesem oder ähnlichem Titel die Empfehlung Bornhofen/Busch und im übrigen diejenige, sich vom Glauben an die Hausnummern zügig zu lösen.
Schöne Grüße
MM