Handschriftänderung im Laufe der Zeit

im Laufe der Jahrzehnte und der Jahrhunderte änderte sich die Handschrift. Die Handschrift ändert sich auch im Laufe des Lebens des einzelnen Menschen.

Vor noch nicht Hundert Jahren schrieben die Menschen äußerst akkurat, jeder Buchstabe war erkennbar und sauber im Gesamtbild der Schrift eingereiht.

Warum änderte sich die Handschrift in den vergangenen hundert Jahren? Es ist nicht nur die Abschaffung des Übens der einzelnen Buchstaben in vorgegebenen Linien eines Heftes, nein, ich meine, daß auch der Charakter der Menschen sich veränderte genau so wie die Notwendigkeit, mit Hand zu schreiben.

Worauf ich hinaus will, ist die Frage nach den Ursachen der Veränderung der Handschrift. Im Laufe des Lebens eines einzelnen Menschen ändert sich mehr oder weniger seine Handschrift. Aber auch im Laufe der Epochen traten gravierende Änderungen auf. Heute ist nahezu jeder junge Mensch Legastheniker, und an der Handschrift ist ebenso meist zu erkennen, wie alt ein Mensch ist. Zum anderen scheinen Menschen in unterschiedlichen Ländern anders mit der Handschrift zurecht zu kommen: Die einen schreiben noch akkurat, die anderen verhaxelt wie bei uns die jungen Leute, die im Westen aufgewachsen sind. In Ostdeutschland aufgewachsene Menschen schreiben dagegen in schönen Buchstaben.

Und die Unterschrift eines Menschen verändert sich im Galoppschritt, wo sie doch gleich bleiben sollte. Im Laufe des Alterns verändert sich die Unterschrift, wo sie doch die Identität eines Menschen ausmacht, gleichsam wie der Fingerabdruck.

verhaxelt wie bei uns die jungen Leute,
die im Westen aufgewachsen sind. In Ostdeutschland
aufgewachsene Menschen schreiben dagegen in schönen
Buchstaben.

Das halte ich für ein Gerücht… ;o)

=^…^=

Warum änderte sich die Handschrift in den vergangenen hundert Jahren? Es ist nicht nur die Abschaffung des Übens der einzelnen Buchstaben in vorgegebenen Linien eines Heftes, nein, ich meine, daß auch der Charakter der Menschen sich veränderte genau so wie die Notwendigkeit, mit Hand zu schreiben.

Vielleicht genügt auch der Hinweis auf die geänderten Schreibwerkzeuge.

Mit einem Gänsekiel muss man anders umgehen als mit einer Stahlfeder auf einem Griffel, einem Füllfederhalte, einem Kugelschreiber, einem Filzschreiber, einem Rollerpen, einer Tastatur, einem Händi.

Das hat mit Charakter nicht viel zu tun.

Gruß Fritz

HAllo,

Vor noch nicht Hundert Jahren schrieben die Menschen äußerst
akkurat, jeder Buchstabe war erkennbar und sauber im
Gesamtbild der Schrift eingereiht.

Das ist nicht wahr. Guck dir mal Handschriftliches an von Heinrich Heine:
http://www.duesseldorf.de/heineinstitut/grafik/gesta…
Schlegel:
http://www.duesseldorf.de/heineinstitut/grafik/h_man…
E.T.A. Hoffmann:
http://www.antiquare.de/de/stuttgarter_antiquariatsm…

um nur ein paar zu nennen - und bitte, schau dir die handschriftlichen Notizen an, nicht die Schönschrift-Abschriften, die nach dem Entwurf zum Verschicken angefertigt wurden. Natürlich haben die Menschen damals mengenmäßig mehr geschrieben und viele konnten deshalb auch kalligraphisch schreiben, aber ihr Handschrift selbst war zum Teil genauso unleserlich, unordentlich wie jemand, der heute schreibt, wo kaum noch jemand die Notwendigkeit hat, etwas handschriftlich zu verfassen (selbst in der Schule wird immer öfter auf PC zurückgegriffen).

Warum änderte sich die Handschrift in den vergangenen hundert
Jahren? Es ist nicht nur die Abschaffung des Übens der
einzelnen Buchstaben in vorgegebenen Linien eines Heftes,
nein, ich meine, daß auch der Charakter der Menschen sich
veränderte genau so wie die Notwendigkeit, mit Hand zu
schreiben.

Das glaube ich nicht. Es hat mit Übung zu tun und es hat mit den Schreibwerkzeugen zu tun (versuch mal mit einer Gänsekielfeder so schnell wie mit einem Kuli zu schreiben) und nicht zuletzt mit der anderen Schriftart.

Worauf ich hinaus will, ist die Frage nach den Ursachen der
Veränderung der Handschrift.

Vergleiche mal Schriftbilder von Erwachsenen aus Deutschland und aus England oder Frankreich. Da in der Schule zum Teil sehr unterschiedliche Schrift gelehrt wird, ist das SChriftbild auch ein anderes.

Im Laufe des Lebens eines
einzelnen Menschen ändert sich mehr oder weniger seine
Handschrift.

Das hat mit Zeit, mit Übung, mit Notwendigkeit zum Handschriftlichen zu tun. Wer schreit heute noch Briefe mit der Hand? Ich tue das gelegentlich, aber immer seltener.

Aber auch im Laufe der Epochen traten gravierende
Änderungen auf. Heute ist nahezu jeder junge Mensch
Legastheniker,

Das ist eine uninformierte Behauptung, die all denen, die wirklich eine Legasthenie haben, großes Unrecht antut. Genauso wie jeder, der einfach flapsig mit Orthographie umgeht und sich selbst eine Legastheni-Diagnose ausstellt.

und an der Handschrift ist ebenso meist zu
erkennen, wie alt ein Mensch ist.

Vergleiche mal die Schriften, wie sie vor 40 Jahren in der Grundschule gelehrt wurden, vor 20 Jahren und heute. Das sind andere Schriften.
Und um auf den internationalen Vergleich zurückzukommen: in vielen angelsächsischen Schulen wird z.B. in den ersten drei Jahren überhaupt keine Schreibschrift gelehrt, sondern die Kinder schreiben mit Druckbuchstaben und gehen erst in höheren Klassen zu „joint writing“ über. Es wird dort überhaupt weniger Wert auf Schriftbild gelegt (ein anderes Beispiel: Mathematikhefte sind fast immer liniert und die Kinder lernen nicht, wie in deutschen Schulen, Zahlen genau untereinander in Kästchen zu schreiben).

Zum anderen scheinen
Menschen in unterschiedlichen Ländern anders mit der
Handschrift zurecht zu kommen: Die einen schreiben noch
akkurat, die anderen verhaxelt wie bei uns die jungen Leute,
die im Westen aufgewachsen sind. In Ostdeutschland
aufgewachsene Menschen schreiben dagegen in schönen
Buchstaben.

Kamikaze hat dazu schon was geschrieben. Auch meine Erfahrung ist da anders.

Und die Unterschrift eines Menschen verändert sich im
Galoppschritt, wo sie doch gleich bleiben sollte. Im Laufe des
Alterns verändert sich die Unterschrift, wo sie doch die
Identität eines Menschen ausmacht, gleichsam wie der
Fingerabdruck.

Du bist ein Anhänger der Graphologie?
Wir haben das mal in der Schule ausführlich behandelt. Ich weiß noch, dass man aus meinen "G"s einen Hang zum Onanieren herauslesen wollte, was mir damals sehr peinlich war.

Gruß
eklastic

Hi Fritz,

so kurz hätt ich mich auch fassen sollen!

Gruß
eklastic

Vor noch nicht Hundert Jahren schrieben die Menschen äußerst akkurat

falsch

Heute ist nahezu jeder junge Mensch Legastheniker

falsch

die anderen verhaxelt wie bei uns die jungen Leute,
die im Westen aufgewachsen sind.

falsch

In Ostdeutschland aufgewachsene Menschen schreiben dagegen in schönen
Buchstaben.

falsch

Das alles von Dir ist nichts weiter als „früher war alles besser“-Geschwurbel.

Hallo Schorsch!
Finde ich auch sehr interessant! Teilweise kann man eine Veränderung der allgemeinen Handschrift mit dem Wechsel vom Federhalter zum Füller und dann zum Kugelschreiber beobachten, was natürlich nicht alles klärt.
Sehr auffällig finde ich z.B. auch die unterschiedlichen Handschriften der westeuropäischen Völker! Deutsche schreiben in der Regel ganz anders als Engländer oder Franzosen, obwohl sie in der 1.Klasse dieselbe Schrift lernen.
Übrigens habe ich eine ganz andere Handschrift, wenn ich mit Bleistift schreibe - gefällt mir eigentlich besser! :wink:
Beste Grüße
Mona

Hallo Mona,

es freut mich, wenn jemand nicht sofort einem anderen widersprechen muß, nur aus der Widerspruchslaune heraus.

Dieses Thema mit der Veränderung der Handschrift ist nicht alleine auf ein geändertes Schreibwerkzeug zurückzuführen, denn die Schrift verändert sich auch mit dem Alter eines Menschen. Woran das liegt, weiß ich nicht. Extrem wird dies bei Parkinsonkranken deutlich. Doch man selbst merkt es doch auch, daß man nicht mehr so schreibt wie früher, falls man schon älter geworden ist.

Wie weit auf diesem Gebiet schon Forschungen betrieben worden sind, ist mir nicht bekannt. Es ist aber schon auch bemerkenswert – alleine wenn man die Schriften der westlichen Welt miteinander vergleicht – daß in den verschiedenen Ländern ein unterschiedlicher Handschriftduktus erkennbar ist.

Ich bemerkte die Handschriftenänderung während der Tätigkeit in einem Amt, wo ich viele Akten durchsehen mußte. Die Einträge reichten weit über 100 Jahre zurück. Egal, ob mit Bleistift oder Füller geschrieben worden war, die Einträge waren seinerzeit äußerst akkurat. In jeder der Akten war ein allmähliches ungenaueres Schreiben der Buchstaben bis zum Extrem in unsere Zeit erkennbar.

Hallo Schorsch!

Dieses Thema mit der Veränderung der Handschrift ist nicht
alleine auf ein geändertes Schreibwerkzeug zurückzuführen,
denn die Schrift verändert sich auch mit dem Alter eines
Menschen. Woran das liegt, weiß ich nicht.

Ja, wenn das so rübergekommen ist, war das nicht meine Absicht! Ich meine nur, daß es auch ein Grund für veränderte Schrift ist, mit welchem Druck und Winkel man schreiben muß. Wir mußten z.B. in der Berufsschule viel mit Feder und Tusche schreiben. Nach einiger Zeit schreibt man dann auch in normaler Schreibschrift mit Kuli gerader und sorgfältiger.

Wie weit auf diesem Gebiet schon Forschungen betrieben worden
sind, ist mir nicht bekannt.

Du weißt ja sicher, daß Experten aus der Schrift auf den Charakter eines Menschen schließen können. Nun glaube ich zwar nicht, daß sich ein Charakter verändert, aber im Laufe meines Lebens hatte ich durchaus Phasen, in denen ich mehr der weniger zur Ordnung neigte. Das macht sich auch in der Schrift sehr bemerkbar. Außerdem habe ich bei mir gemerkt, wenn ich viel (also hintereinander, mehr als sonst) mit demselben Kugelschreiber scheibe, wird meine Schrift auch gleichmäßiger und ordentlicher.

Ich bemerkte die Handschriftenänderung während der Tätigkeit
in einem Amt, wo ich viele Akten durchsehen mußte. Die
Einträge reichten weit über 100 Jahre zurück.

Das finde ich nicht verwunderlich! In meiner Jugend habe ich noch Büroleiter kennengelernt, für die Akkuratesse das Wichtigste war. Sonst hätten sie ja die Unterstellten weniger drangsalieren können. Ich sehe auch häufig alte Handschriften, schreibe auch mitunter alte Briefe von Ahnen um, weil ich noch Deutsch lesen kann. Die sind auch nicht alle ordentlich geschrieben, obgleich es nicht so ein Gekrakel gibt, wie man es heute sieht. Das liegt aber viel an der Feder! Man kann mit Feder nicht in alle Richtungen schreiben! Auch mit Füller ist das nicht einfach. Erst der Kugelschreiber ermöglichte solche Entfaltung! :wink:
Außerdem waren die Lehrer früher den Bürovorstehern nicht unähnlich - sie legten großen Wert auf ein Schriftbild. Meine Mutter (1918 geb.) hat mir erzählt, wie sie schikaniert wurde, wenn der Lehrer nicht mit der Schrift einverstanden war. Das hängt einem das ganze Leben an und man wird weniger versucht sein, der erlernten Norm zu entsagen.
Interssant wäre es, ob Du in Deinem Amt sehen kannst, wie einzelne Personen ihre Schrift im Laufe der Jahre verändert haben!
Ein anderer Faktor ist die Verwendung der Schreibmaschine. Mein Vater hatte z.B. sein ganzes Leben über eine völlig gleichbleibende wunderbare Handschrift; er mußte viele hundert Seiten schreiben, die von anderen Menschen gelesen werden sollten. Er war Jurist, und es war ihm wichtig, daß die Menschen sich auf den Inhalt seiner Schreiben konzentrieren konnten, ohne an Wörtern herumrätseln zu müssen. Sowas tut man seit spätestens den 60ern mit Maschine, braucht sich also in aller Regel selten Mühe betr. der Lesbarkeit zu geben. Im allgemeinen schreiben wir doch nur noch mit der Hand, was für uns selbst bestimmt ist, oder kurze Mitteilungen. Ich sehe jedenfalls, daß meine Handschrift weniger flüssig ist, seit ich einen PC habe - die Übung fehlt!
Und beim einzelnen Menschen spielen viele Gründe eine Rolle. Parkinson ist sicher einer der extremsten. Klar, daß man da nicht mehr so schreibt, wie vorher. Ich schreibe z.B. viel größer als früher, weil ich altersweitsichtig bin. Meine Mutter hatte Gicht und konnte den Stift nicht mehr richtig halten. Auch verändert sich die Schrift, wenn vom unlinierten auf liniertes Papier übergegangen wird oder umgekehrt. Wenn Menschen durch die Arbeit viel Druckschrift schreiben müssen, wirkt sich das auf die Handschrift aus. Bestimmt gibt es jede Menge Krankheiten, die aus unterschiedlichen Gründen Auswirkungen auf die Schrift haben. Es gibt auch Leute, die 2 unterschiedliche Schriften haben - eine relativ gerade und eine stark geneigte.
So, das alles klärt nicht völlig, warum in verschiedenen Zeiten und Ländern die Schriften unterschiedlich sind.
War aber nett, sich mal darüber zu unterhalten. :wink:
Schließlich ändert sich die Sprache ja auch.
Mit den besten Grüßen
Mona

Ost und West
Hallo Katze!
Da hast Du völlig recht! Ich bin derzeit im Osten zur Schule gegangen. Die Frauen schreiben wirklich meist besser, aber bei den Männern sehe ich keinen Unterschied. Allerdings können sie richtiger schreiben! :wink:
Ausnahmen bestätigen die Regel, aber mit der Rechtschreibung Berliner Gymnasiasten hätte in der DDR keiner den Abschluß der 8.Klasse geschafft!
Das hat aber nichts mit der Schrift zu tun!
Ich könnte mir aber vorstellen, daß der Eindruck entstehen kann, weil in DDR-Schulen mehr geschrieben wurde, also eine Sache der Übung. Wie mir berichtet wurde, soll es aber auch alte Bundesländer geben, in denen das so ist.
LG Mona