seit geraumer Zeit durchstöbere ich die Stellenangebote der Zeitungen. Am Wochenende fiel mir eine Anzeige auf in der ein handschriftliches Anschreiben gefordert wurde.
Was soll das? Kann mann daraus Rückschlüsse zum Bewerber ziehen oder wollen die nur sehen ob du schön und sauber schreiben kannst.
das erfährst Du am besten, wenn Du das direkt bei der nach Personal suchenden Firma telefonisch erfrägst. Und das ist auch eine legitime Nachfrage.
Entweder macht der Job eine gut leserliche Handschrift erforderlich - so ein Job ist für denjenigen problematisch, wenn die Handschrift schlecht leserlich ist. Oder die Person, die Leute einstellt, gibt zu, anhand der Handschrift Rückschlüsse auf die Eigenheiten des Bewerbers zu ziehen, was sich eben Graphologie nennt. So kann man sich schon ein wenig auf den Geist, der dort herrscht, einstellen.
Graphologie gilt, glaube ich, als umstritten, so dass ich mißtrauisch gegen die Kriterien ihrer Personalwahl und den damit verbundenen Erwartungshaltung wäre.
ich denke mal, es geht den Leuten in dieser Firma drum, eine Handschriften-Probe vn Dir zu bekommen, die sie dann „auswerten“. Wie schon gesagt wurde, ist dieses höchst umstritten. Und nebenbei: Ich würd mich nicht gerade wohlfühlen, wenn da jemand sitzt, der über mich denkt: „Wie die schon den Punkt auf das i setzt, die taugt nix! - oder - Oh toll, die malt so ein nettes, schwungvolles S, die ist so dynamisch.“ Ein Personaler sollte sich wirklich an anderen Kriterien orientieren, um einen Bewerber einzuschätzen.
Ich würde mich dort nicht bewerben. Handschriftliche Anschreiben sind heutzutage nicht das, was üblich ist udn wirft kein gutes Licht auf diese Firma.
Wie die schon den Punkt auf das i setzt, die taugt nix! - oder : die malt so ein nettes, schwungvolles S, die ist so
dynamisch.
Hallo Anna,
schließt man jetzt auch noch auf alle möglichen Charakterzüge, wird die Sache wirklich fragwürdig. Dennoch vermittelt der Gesamteindruck des handschriftliches Stückes ein Bild, das der Ausdruck einer Textverarbeitung nicht bieten kann. Störungen der Feinmotorik sind allemal erkennbar und das noch im Erwachsenenalter linkische Schriftbild eines Zweitklässlers findet aller Erfahrung nach seinen Niederschlag auch in anderen Tätigkeitsbereichen.
Aber: Mehr als ein Mosaiksteinchen im Gesamtbild des Bewerbers kann das Schriftbild nicht sein. Dabei halte ich es für durchaus legitim, sich für eine 50.000-Euro-Entscheidung, die die Einstellung eines Angestellten sein kann, ein möglichst abgerundetes Bild zu machen. Dieses Bild sowie der gesamte Vorgang der Einstellung trägt ohnehin stark subjektiv geprägte Züge.