Hallo Forum,
weiß jemand wie es mit dem Handwerk bei den Mongolen zu Zeiten Dschingis Khans ausgesehen hat?
Temudschin heißt ja „Schmied“, also müssten die Mongolen den Beruf des Schmiedes gekannt haben. Wie hat das funktioniert? Hatten die Mongolen zusammenklappbare, transportable Schmieden? Woher kam das Erz? Oder ist der Großteil der verwendeten Metallwaren von sesshaften Nachbarvölkern erhandelt bzw. erbeutet worden?
Vielen Dank für Eure Hilfe,
Ptee
Hallo Ptee,
da die Mongolen ein Nomadenvolk waren, werden sie sämtliche anderen Waren eingehandelt haben. Und gerade das Heer von Dschingis Khan war ja eigentlich auch für die Bogenschützen berüchtigt.
Grüße
Almut
Hallo,
ich habe vor Kurzem einen Reisebericht aus dem 13. Jahrhundert über die Mongolen gelesen, das Buch aber gerade nicht zur Hand, aus meinem Gedächtnis kann ich dir folgendes sagen:
Hatten die Mongolen zusammenklappbare, transportable Schmieden?
Nein, die Mongolen waren lt. Rubruk selbst nicht nennenswert handwerklich tätig
Woher kam das Erz? Oder ist der Großteil der
verwendeten Metallwaren von sesshaften Nachbarvölkern
erhandelt bzw. erbeutet worden?
Teils. Neben erbeuteten Gütern und Waren wurden aber auch viele Personen aus dem jeweils überrannten Landstrich entführt. Viele davon wurden in der mongolischen Hauptstadt Karakorum angesiedelt und führten dort ihre handwerklichen Tätigkeiten für die Mongolen fort.
In genanntem Buch schreibt Rukruk dazu recht ausführlich, ich erinnere mich noch an einen Goldschmied, der aus Ungarn bis nach Karakorum verschleppt wurde, aber auch Franzosen werden erwähnt.
Hier ein Link zu dem Buch:
http://www.amazon.de/Beim-Grosskhan-Mongolen-1253-12…
lg, Jerry
Danke für die Infos.
Erstaunlich, dass ein Großteil der Kampfkraft der gefürchteten mongolischen Horden das Resultat einer „Symbiose“ mit sesshaften Kulturen ist - mit reinen Holzpfeilen und Steinäxten wäre Dschingis Khan wohl kaum so erfolgreich gewesen.
Viele Grüße,
Ptee