Handy für einen 6jährigen?

Hallo Bea!

Nein… ein 6-jähriges Kind braucht kein Handy.

Über dieses Thema diskutiere ich seit 4 Jahren mit anderen Müttern, die eine ähnliche Meinung wie du vertreten. Der Tenor ist immer gleich: Handy = Sicherheit!

ABER…

Wenn etwas in der Schule passiert ist:
Sei sicher, du wirst es schnell erfahren. Durch Lehrer oder die Sekretärin im Schulbüro. Falls nicht, war der Zwischenfall nicht dramatisch.

Wenn etwas auf dem Schulweg passiert:
Auch dann ist die Chance schnell informiert zu werden sehr hoch. Mitschüler, andere Mütter, Polizei…
Dein Kind wird in einem ernsten Notfall keine Gelegenheit haben zum Handy zu greifen.

Den Schulbus verpasst:
Pech gehabt - da helfen nur noch 2 Dinge, nämlich auf den nächsten Bus warten oder ein Fußmarsch. Beide Varianten haben einen positiven Nebeneffekt, denn dein Kind wird demnächst besser darauf achten, rechtzeitig an der Bushaltestelle zu sein.

Einem so jungen Kind ein Handy zu geben halte ich eher für gefährlich. Damit meine ich das üble „Abziehen“. Wo keine Beute zu holen ist, da wird auch kein 6-Jähriger bedroht, verprügelt und beklaut.

Viele Grüße
Manu

Hallo, Beate!
Ich will dir nicht zu nahe treten, aber dazu kann ich nur einen Text zitieren, den ich mal im Netz gefunden habe:

Wenn du nach 1978 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun.

Kinder von heute werden in Watte gepackt.

Wenn du als Kind in den 50er-, 60er- 70er oder 80er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten! Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Wir sind auf Bäume gestiegen, die nicht vom TÜV geprüft waren und wussten, dass man Kirschbäume besser meidet, weil sie leicht brechen.

Wir sind auf Seen Schlittschuh gelaufen, ohne dass sie amtlich freigegeben waren. Wir haben in Flüssen ohne Klärwerke gebadet, in Seen ohne Badeanstalt. Das Bad wurde nur ein Mal in der Woche geheizt, und einen Föhn gab es nicht. Wenn es kalt wurde, hat man sich wärmer angezogen und nicht die Heizung höher gedreht.

Im Omnibus wusste der Schaffner noch den Preis, und am Bahnhof gab es jemanden, der Fahrkarten verkaufte, und die Bahn konnte sich fast jeder leisten. Zwetschgen musste man aufsammeln, Äpfel pflücken und Nüsse selber knacken.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm. Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Es gab kaum Allergien.

Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren - und wir hatten nicht mal ein Handy dabei! Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld, außer wir selbst.

Keiner fragte nach »Aufsichtspflicht«. Kannst du dich noch an »Unfälle« erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht. Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche, und niemand starb an den Folgen. Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms … Wir hatten Freunde.

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns, keiner holte uns. Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus. Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung. Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar, und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen.

Und du gehörst auch dazu.

Herzlichen Glückwunsch!

Lies ihn durch u benutze deinen gesunden Menschenverstand.

Gruss

Mutschy

Für was sollte ein 6-Jähriger ein Handy brauchen?
hatte mein erstes Mobiltelefon mit 20.
Und wirklich „brauchen“ tue ich es bis heute nicht!!

Aber wenn der Kleine natürlich schon so Wichtiges zu erledigen hat…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo auch,

ich war immer gegen handys bei kleinen kindern. nachdem aber kürzlich der sohn einer bekannten ewig in der feststeckenden u-bahn festsaß und sie zuhause fast wahnsinnig geworden wäre, weil sie nicht wusste, was los war, denke ich ein wenig anders. ich sollte aber dazu sagen, dass ich in manchen momenten zu paranoia neige…

allerdings war das in einer anderen stadt. hier funktionieren handys ja in der metro meist nicht :frowning:, es hätte also auch keinen sinn.

sonnengruß
tabaiba

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern
und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir
hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit
alldem wussten wir umzugehen.

und trotzdem haben wir so eine weicheier-generation von kindern herangezogen (ich nehme mich da nicht aus). warum nur?

aber du (oder der autor des oben stehenden textes) ha(s)t schon recht: das leben besteht zum größten teil aus risiken, und wir sollten das schon den kleinen beibringen. das sind wir ihnen schuldig.
(im stern war letzte woche ein hervorragender artikel dazu).

by the way: nachdem ich eingeschult wurde, brachte mich meine oma jeden morgen die 2 km zur schule und holte mich mittag wieder ab. zu fuß natürlich. wenn wir mal früher schluß hatten, mußte ich warten, bis meine oma mich holte.
die anderen kinder haben mich deshalb schrecklich ausgelacht. „deine zuckeroma ist im regen aufgeweicht. nänänänänä…“
heulend habe ich das meinen eltern erzählt, daß mich alle ausgelacht hätten, und mein vater hat ein machtwort mit meiner oma gesprochen. so ginge es doch nun wirklich nicht, daß das kind noch nicht mal alleine bis zur schule und zurück laufen dürfe… tja…

gruß
ann