Hallo,
Ähm - das leuchtet mir nicht ein. Im Gegenteil, woher soll der
Maileingangsserver denn wissen, ob ich die Mail bekommen
möchte oder nicht?
der absolute Großteil der Spam-Zustellversuche verletzt SMTP-Standards. Seriöse Mailserver-Betreiber tun dies nicht. Das Abweisen derartiger E-Mails schadet also nicht. Es ist auch legitim, denn mit dem Nicht-Annehmen eines zweifelhaften Pakets von einem anscheinend nicht bei einem Paketdienst angestellten, sehr unhöflichen Unbekannten vergleichbar.
Die nächste Stufe ist das Abweisen von Verbindungen, wenn der Host auf (mehreren, seriösen) schwarzen Listen steht oder keinen oder einen falschen Reverse-DNS-Eintrag hat sowie Greylisting unbekannter Mailserver. Dies sind zwar formal keine direkten Verletzungen von Standards mehr - aber legitime Mailserver werden dadurch praktisch nicht abgewiesen, im ungünstigsten Fall wird die Zustellung leicht verzögert.
Und falls doch einmal ein legitimer Absender durch Fehlkonfiguration seines Servers abgewiesen wird, erhält er eine Fehlermeldung und kann den Fehler beseitigen. Diese klare Fehlermeldung ist IMHO wertvoller als die unbemerkte Schlechteinstufung in jedem Spamfilter.
Das Annehmen derartiger E-Mails jedoch führt zu hohem Spam-Aufkommen. Dies wiederum führt dazu, dass Benutzer die E-Mails von automatischen Spam-Filtern sortieren lassen und die als Spam gekennzeichneten nur noch oberflächlich prüfen. Dabei steigt die Gefahr, dass doch mal eine legitime E-Mail durchrutscht.
Der kennt doch z.B. mein Adressbuch gar nicht.
Das braucht der Mailserver auch nicht zu kennen - es bringt z. B. schon enorm viel, wenn er E-Mails von Mailservern verweigert, die offensichtlich lügen (etwa, indem sie sich als der empfangende Mailserver ausgeben o. Ä.).
Weshalb ich die Spamfilter meiner diversen Mailboxen
abschalte und die Mails durch meinen persönlichen
Thunderbird-Filter sortieren lasse.
Wie geschrieben: das Sortieren von angenommenen E-Mails setzt zu spät an. Hier ist bei entsprechend hohem Spam-Aufkommen die Gefahr eines unbemerkten Fehlers zu groß.
Man sollte offensichtlichen Spam erst garnicht annehmen. Also etwa solche E-Mails, welche von Mailservern eingeliefert werden sollen, die elementare SMTP-Standards nicht einhalten oder über ihr eigene Identität lügen.
Damit wird die Menge der Spam-Nachrichten überschaubar und man kann zuversichtlich sein, dass man bei der Prüfung der schließlich vom Spamfilter aussortierten Nachrichten keine falsch eingeschätzten E-Mails übersieht.
Wenn der mal eine Weile trainiert ist, klappte das besser
als alles andere
Dass ein Bayes-Filter bei individuellem Training besser funktioniert als einer der nicht oder global auf die gesamten Kunden-E-Mails eines großen Providers trainiert ist, ist klar. Dass der ganze Aufwand (E-Mail wird angenommen, beim Provider gescannt, ins Postfach zugestellt, auf den Client heruntergeladen, nochmal gescannt, bewertet und sortiert) oft ganz wegfallen könnte ist die andere Sache.
was die Kennzeichnung oder Nichtkennzeichnung durch einen
meiner Mailboxanbieter mir auch bestätigt (die sind des
öfteren falsch).
Falsch als Spam gekennzeichnet sollte extrem selten vorkommen, sonst ist etwas falsch eingestellt.
–
PHvL