Happy Pills...Mirtazapin-biomo oder Fluctin?

Hi zusammen,

bin gerade in einer Lebenskrise und habe angefangen mich mit allen möglichen Mittel zu betäuben (Kaffe, Zigaretten, Alkohol,
Schmerzmittel) um einfach keine negativen Gefühle zu haben.

Letztlich nach absoluten heftigen Schlafstörungen der verzweifelte Weg zum Neurologen…

Mir wurde Mirtazapin-biomo 30mg verschrieben.

Da ich das erste mal mit Antidepressiva in Kontakt komme habe ich mich im Web mal schlau gemacht was das eigentlich ist und was es sonnst noch so gibt.

Natürlich bin ich sofort auf Prozac (Deutschland: Fluctin) gestossen was sich von der Beschreibung her viel besser anhört als Mirtazapin-biomo!?

Daher meine Frage: Wo sind die Unterschiede zwischen Mirtazapin-biomo und Fluctin? Wann sollte man was bevorzugen?

Liebe Grüße
Tanja Simon

off topic
Hallo Tanja,

auch wenn meine Antwort komplett an deiner Frage vorbei geht, möchte ich dir trotzdem gerne von Mensch zu Mensch antworten:

bin gerade in einer Lebenskrise und habe angefangen mich mit
allen möglichen Mittel zu betäuben (Kaffe, Zigaretten,
Alkohol,
Schmerzmittel) um einfach keine negativen Gefühle zu haben.

Das ist bekannt. Die meisten, wenn nicht alle, haben Lebenskrisen hinter sich. Es gehört zum Leben dazu. Genauso wie die schönen Dinge die uns schallend lachen oder herzhaft schmunzeln lassen.
Wenn du eine Lebenskrise hast dann weine dich aus. Ob in deinem stillen Kämmerlein oder Besuche Menschen (Freunde, Verwandte, Geschwister, Kollegen, Komillitonen usw) die dich kennen und erzähle ihnen dein Leid. Weine dich bei ihnen aus. Weine und trauere, denn jetzt ist die Zeit. Es tut weh! Keine Frage! Aber bitte nimm keine Chemikalien für deine Gefühlswelt.
Natürlich gibt es Zeiten in denen man Schmerzen hat die einem das Gefühl geben, als wenn das Herz bei lebendigem Leibe heraus gerissen wird. Auch der emotionale heftige Schlag in die Magengrube, dass man sich regelrecht übergeben muss, ist uns bekannt. Aber es sind auch Tests des Lebens.

Du hast eine so schöne Bemerkung in deiner Vika:

Wenn was nicht funktioniert => Probier mal was anderes

Aber bitte keine Chemikalien!

Es wäre schade um deine Seele und schade um deine Gefühlswelt, als auch schade um deine Gesundheit.

Letztlich nach absoluten heftigen Schlafstörungen der
verzweifelte Weg zum Neurologen…

Was solls? Dann hast du ein- der drei Nächte nicht geschlafen, die vierte Nacht wirst du wie ein Lämmlein schlafen.

Liebe Grüsse
Krümel

Liebe Tanja!

Habe überhaupt keine Ahnung von Mirtazapin-biomo oder Fluctin, kann dir deshalb auch diesbezüglich leider keinen Tipp geben.
Jedoch ist mir das Metier insofern nicht fremd, als dass ich Lebenskrisen kenne als auch die Sehnsucht danach, sich in diesen zu betäuben. Was mich letztendlich auch motiviert, dir zu schreiben.

Ist das eigentlich wirklich deine Sehnsucht, heraus zu finden, welche von beiden Pillen die bessere ist? Oder liegt die wirkliche Sehnsucht darin, deine Schlafstörungen zu beseitigen und zu erfahren, ob es einen Weg gibt, auf dem du mit der Krise so gut wie möglich umzugehen lernst um letztendlich wieder glücklich zu werden?

Wenn du ne wirklich tiefe, tiefe Krise hast, so denke ich, wäre es nicht schlecht, wenn du dich in professionelle Hilfe begibst (wobei dann das Mittel zweitrangig wäre -sprach der Laie-). Falls du den Eindruck hast, du kommst alleine oder mit Hilfe aus der Krise raus, so könnte es eventl. hilfsbereit sein, sich konkreter zu äußern und Gedankenanregungen zu sammeln.

Alles, alles Liebe für dich, Kraft und gute Gedanken,
jeanne

Hi,

Aber bitte keine Chemikalien!

ich hab schon mal eine etwas längere Abhandlung zum Thema Medikamente geschrieben, deswegen würd ich mich gern kurz fassen: Ich verstehe die Abneigung von Vielen- muss aber berichten, dass es in einigen Fällen mehr als sinnvoll ist, Medikamente einzusetzen.

Und genauso, wie ich es stümperhaft finde, jmd. aufgrund von 3 Sätzen zu Medikamenten zu raten, finde ich es nicht weniger daneben, jmd. von diesen abzuraten.

Es ist völlig unbekannt ob und in welcher Art Behandlung sich die UP befindet- irgendwer hat es ihr jedenfalls verschrieben- ebenso unklar ist Art und Ausmaß der sogenannten „Lebenskrise“.
Darunter versteht jeder für sich etwas anderes-

Meine Bitte daher: Keine Pauschalisierungen.
Weder in die eine noch in die andere Richtung.

frosch

8 „Gefällt mir“

Hallo Tanja,

Auch von der Fachseite- zumindest meiner-
bekommst Du auf Deine Frage keine direkte Antwort:

  1. grundsätzlich rate ich Dir, wenn es um die Frage A oder B geht, dabei zu bleiben, was Dir verschrieben wurde. Aus 2 Gründen:

(a) hat sich der behandelnde Arzt IDR irgendetwas dabei gedacht und
(b) Kein Wechsel aufgrund von Beschreibungen/ Werbungen im Internet-

anders, wenn Du mit dem Medikament nicht zufrieden wärest.
Aber davon lese ich nichts.
Keiner von uns schmeißt seinen Fernseher A hinaus, mit dem er hoch zufrieden ist, nur weil der Elektromarkt B so tolle Werbung hat. Während man ein Haarshampoo vielleicht aus Neugierde werbeabhängig immer mal wechselt, sollte man das bei Medikamenten unterlassen. Auch wenn man sie u.U. nicht spürt- die medikamentöse Therapie ist durchaus eine hohe körperliche Belastung iws. Ein Wechsel entsprechend ebenfalls

  1. kannst und solltest Du diese Dinge direkt mit dem behandelnden Arzt besprechen. IDR kann nur er Dir sagen, warum er das eine und nicht das andere Medikament wählt- und die Palette der Auswahl ist lang.

  2. aufgrund der „Proteste“ unten sei nochmal gesagt-
    Die medikamentöse Behandlung ist nur eine Säule bei der Bewältigung von psychischen Belastungen oder Störungen. In einigen Fällen ist sie notwendig, in anderen gerechtfertigt, in wieder anderen unangebracht.
    Darüber entscheiden kann nur der Arzt/ Psychologe vor Ort (und nicht etwa ein Forum). Aber , sofern Du keine hast, solltest Du evtl. darüber nachdenken, ob Du nicht (u.U.zusätzlich) auch von einer psychotherapeutischen Hilfestellung profitieren würdest, um aktive Hilfe bei der Bewältigung Deiner Krise zu erhalten.

Gruß vom frosch

Hi,

Bleifroschs sehr generelle Antwort ist natürlich Standard™, dennoch (sonst könnte man Deine und ähnliche Fragen ja gleich wieder aus diesem Brett löschen) lässt sich natürlich auch ein wenig ganz allgemein über Wirkungsweisen von Medikamenten sprechen.

Letztlich nach absoluten heftigen Schlafstörungen der
verzweifelte Weg zum Neurologen…

Mir wurde Mirtazapin-biomo 30mg verschrieben.

Daher meine Frage: Wo sind die Unterschiede zwischen
Mirtazapin-biomo und Fluctin? Wann sollte man was bevorzugen?

Mirtazapin hat sedierende (Neben)Wirkung, dient also auch der Beruhigung und ist schlaffördernd; Fluoxetin (Prozac) dagegen gilt eher als antriebssteigernd und nervositätsfördernd;
für Menschen mit (Ein)Schlafstörungen etwa scheint daher Mirtazapin geeigneter, solange nichts anderes dagegenspricht, da beide Substanzen m.W. gleichermaßen wirksam sind.

Interessensfrage: Was findest Du selbst denn am Prozac besser?

Viele Grüße
Franz

Interessensfrage: Was findest Du selbst denn am Prozac besser?

Den Fakt das 49 Millionen Amerikaner dieses Mittel regelmässig nehmen…
So eine enorme Zahl macht neugierig…

Hi,

Interessensfrage: Was findest Du selbst denn am Prozac besser?

Den Fakt das 49 Millionen Amerikaner dieses Mittel regelmässig
nehmen…
So eine enorme Zahl macht neugierig…

das dachte ich mir;
als „Happy Pill“ scheint Prozac ja auch durchaus geeigneter als Mirtazapin, das heißt deshalb aber natürlich nicht, dass es auch als Antidepressivum geeigneter wäre.

Klar ist ja, dass ein Großteil von Prozac (ist es in den USA immer noch rezeptfrei erhältlich?) konsumiert wird, ohne medizinisch indiziert zu sein.

Und in gewisser Weise ist Prozac halt einfach auch zum Mythos hochstilisiert worden, zum Ausdruck eines gewissen Lebensstils; neugierig darauf wäre ich übrigens auch :wink:

Aber wie gesagt: wenn Du Mirtazapin als AD verschrieben bekommen hast, dann lass Dich nicht durch diese Neugier verunsichern, denn dafür tun die 49 Mio. Amerikanern eigentlich gar nix zur Sache.

Viele Grüße
Franz

Hi Frosch,

Aber bitte keine Chemikalien!

Ich verstehe die Abneigung von Vielen- muss aber
berichten, dass es in einigen Fällen mehr als sinnvoll ist,
Medikamente einzusetzen.

Ja, in einigen Fällen, aber nicht in allen oder gar der Mehrheit. Es gibt sehr viele Probleme die nicht mit Medikamenten behoben werden können. Vielleicht betäubt, aber nicht gelindert werden.

Medikamente sollte man zu sich nehmen, wenn sie wirklich Linderung und Hilfe verschaffen, jedoch nicht, wenn der Patient in einer schlimmen, wenn auch kurzweiligen, Lebenskrise steckt. Erst Recht nicht, wenn diese Wehwehchen mit natürlichen Mitteln behoben werden können.

Und genauso, wie ich es stümperhaft finde, jmd. aufgrund von 3
Sätzen zu Medikamenten zu raten, finde ich es nicht weniger
daneben, jmd. von diesen abzuraten.

Es ist immer ratsam von Medikamenten abzuraten, wenn es sich um Ereignisse handelt die mit der Seele zu tun haben und frisch aufgetreten sind. Immer!
Die TE ist nicht von Natur aus geistig minderbemittelt oder gar zurückgeblieben. Sie ist auch nicht der Dorftrottel, sondern eine geistig gesunde Person. Wenn auch momentan in einer traurigen Phase.

Es ist völlig unbekannt ob und in welcher Art Behandlung sich
die UP befindet- irgendwer hat es ihr jedenfalls verschrieben-
ebenso unklar ist Art und Ausmaß der sogenannten
„Lebenskrise“.

Tanja schreibt: "bin gerade in einer Lebenskrise und habe angefangen mich mit allen möglichen Mittel zu betäuben (Kaffe, Zigaretten, Alkohol, Schmerzmittel) um einfach keine negativen Gefühle zu haben. "

Das sagt einiges. Sie hat eine Lebenskrise. Diese hat der Durchschnittsmensch mindestens 50 mal im Jahr :wink: Wenn nicht in einem Monat (je nach Branche) :wink:

Aber ihrer Antwort von heute nach zu schliessen ist sie auf der Suche nach Betäubung und Ablenkung. Sie traut sich nicht sich ihren Emotionen freien Lauf zu lassen. Je nach Berufsstand ist das auch nicht angebracht. Aber sie ist in Ordnung und hat keinen Dachschaden!

Darunter versteht jeder für sich etwas anderes-

Basierend auf den Zeilen, bestimmt nicht. Denn wenn sie lediglich an der Information der Chemikalie interessiert gewesen wäre hätte sie ihren seelischen Zustand nicht mit in das Frage-Paket genommen.

Meine Bitte daher: Keine Pauschalisierungen.
Weder in die eine noch in die andere Richtung.

Gerade seelischen Problemen kann man mit Zuhören, Mitlesen, Mitleid, Mitgefühl, Verständnis, Umarmen, Ratschlägen, oder die Erzählung von eigenen Erfahrungen usw viel weiter helfen, als chemischem Gemisch, was nichts anderes als eine Vergiftung ist.
Das hat mit Pauschalisierung nichts zu tun. Pauschalisieren ist, wenn jemand „hatschie“ macht und alle durcheinander Grippe, Husten, Erkältung, BSE usw. rufen würden.

Grüsse
Krümel