Angebunden ? und was sind S-ATA-Platten im Raid 0 im Gegensatz
zu dem wenn ich eine normale 300er einbaue?
Mit „angebunden“ meine ich die Datenleitung zwischen PC und Festplatte. Es kommen da verschiedene Busse zum Einsatz. Der ältere ist der IDE-Bus, er transferiert wahlweise maximal 100 MB/s bzw. 133 MB/s (ATA100- bzw. ATA133-Protokoll). S-ATA ist ein neuerer Bustyp, den du nutzen kannst, wenn du entsprechende Festplatten und ein entsprechendes Mainboard verwendest. Ist heute eigentlich fast schon Standard. Hier gibt es das ältere S-ATA I bzw. 150 (150 MB/s) und das neuere S-ATA II bzw. 300 (300 MB/s). Da bei der Videobearbeitung auf einem schnellen System sehr große Datenmengen verarbeitet werden können und anfallen, müssen diese ja auch geladen und irgendwie wieder weggeschrieben werden. Eine einzelne Festplatte kann aber im Durchschnitt max. 50 - 60 MB/s auslesen oder schreiben. Um die möglichen Bandbreiten der S-ATA-Schnittstelle mit normalen Festplatten trotzdem halbwegs zu nutzen, musst du zwei Platten parallel betreiben, so dass sie vom PC als eine Platte erkannt werden, und die Daten auf beide Platten verteilt werden. Das wird als RAID 0 bezeichnet. Das Mainboard muss dazu über einen entsprechenden Controller, einen RAID-Controller verfügen. Moderne Boards haben das alle.
Natürlich kannst du mangelnde Festplattenperformance teilweise auch mit einem großen Arbeitsspeicher kompensieren, das hat aber enge Grenzen.
Videoencoding ist eine andere Sache, hier gibt es
Grafikkarten, die Video in Hardware komprimieren können und
der CPU viel Rechenleistung abnehmen, wenn man sie dazu
einsetzt. Allerdings geht es dabei meist darum, Daten z.B. vom
Fernsehen in Echtzeit aufzuzeichnen. Dafür ist die
Encodingqualität meist nicht die beste, so dass man für
professionelle Aufnahmen immer Softwarelösungen (TMPEGenc
etc.)bevorzugen wird. Hier rechnet wieder die CPU.
Ich wünschte ich würde diese gut gemeinte Erklärung verstehen.
Weiss davon zu wenig, sagt mir fast nichts. Sorry, bitte helft
mir.
Encoding ist die Umrechnung der Videodaten von einem Format in ein anderes. Z.B. von MPEG2 in MPEG4. Man brauchtz das z.B., wenn man ein digitales Fernsehsignal platzsparend speichern will. Decoding ist der ungekehrte Schritt, das braucht man in der Regel z.B., wenn man ein Video in einem bestimmten Format bearbeiten will, denn dann muss es erst einmal in einen einfach zu handelnden Signaltyp zurück gewandelt werden. Capturing wiederum ist die Umrechnung von analogem Videosignal in digitales Videosignal, z.B. um ein analoges Fernsehsignal oder einen Film vom Videorecorder auf der Festplatte aufzunehmen.
Für all diese Sachen fällt eine Menge Rechenarbeit an und ältere CPUs packen das oft nicht in Echtzeit. Das heißt, sie können das Bild nicht so schnell digitalisieren/ umwandeln, wie der Film nun mal läuft. Dann wird z.B. die Fernsehaufnahme auf der Festplatte murks. Deshalb unterstützen einige Grafikkarten das Capturing und/ oder Encoding „in Hardware“, d.h. sie haben einen eigenen Prozessor, der auf diese Aufgabe spezielisiert ist und sie übernimmt. So kann man auch auf einem älteren, nicht so starken PC Analogfernsehen aufnehmen.
So - diese Sache hat aber einen Haken: Die Chips auf ein entsprechenden Grafikkarten arbeiten mit einer festen Wandlungsroutine, auf die man keinen Einfluss hat. Sie ist darauf ausgelegt, sehr schnell zu arbeiten, liefert aber nicht die optimale Bildqualität. Geschwindigkeit beim Capturing oder Encoding wird immer auf Kosten der Qualität erkauft. Deshalb setzt der Profi bei der Videobearbeitung zumeist nicht auf die Hardware-Unterstützung durch Grafikkarten. Bei der Videobearbeitung ist es ja oft auch nicht nötig, die Daten in Echtzeit umzurechnen. Deshalb setzt man lieber auf Softwarelösungen (also Programme) die zwar ausschließlich den Prozessor belasten, bei denen man aber auf Kosten einer längeren Rechenzeit eine hervorragende Bildqualität erzielen kann. Ein solches Programm im Freeware-/Sharewarebereich ist z.B. TMPEGenc, darum habe ich es als Beispiel erwähnt.
Fürs schnelle Surfen wäre eh alles
egal?
Ein DSL-Anschluss mit hoher Bandbreite und Opera als Browser
wären dafür empfehlenswert.
So nichts mehr?
Immer möchte ich mit dem PC einen super schnellen Bildaufbau.
PC soll schnell surfen können, Seite schnell da sein. (6000
habe ich jetzt, geht aber viel zu langsam.)PC sollte in ein
paar Sekunden nach Anschalten startklar sein und auch so
extrem schnell und nicht so sehr laut.
Also, sorry, aber wie schnell der PC hochfährt oder wie laut er ist hat für mich nichts mit Surfgeschwindigkeit zu tun. Ersteres ist eine Sache der Optimierung von BIOS und Betriebssystem. Viele Computerhersteller (Compaq, Dell, Sony) setzen speziell auf ihre PCs zugeschnittene und getunte Spezial-BIOSe ein, die den PC im Vergleich zur „normalen Startdauer“ erheblich beschleunigen können. Ob man soetwas auch bei Eigenbau stricken kann, weiß ich nicht. Zumindest gibt es einige Kniffs, die Startdateien von Windows zu verkleinern und die Registry sauber zu halten, was den Start des Betriebssystems auch um Einiges beschleunigen kann. Hierzu solltest du aber besser im Windows-Brett fragen.
Wie laut ein PC ist, fällt wiederum in den Bereich Ergonomie. Hierzu muss ich aber sagen, dass es den superduperturboschnellen PC mit 0 Geräusch einfach nicht gibt. Ein ergonomischer Rechner (leise, geringer Stromverbrauch) wird immer zumindest teilweise auf Kosten der Leistung erkauft. Moderne leistungsstarke PC-Komponenten verbrauchen nun mal auch viel Strom und produzieren dabei viel Wärme. Sie müssen also auch entsprechend aufwendig gekühlt werden.
Natürlich gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die man beim Bau eines PC hat, um auch sehr starke Rechner sehr leise zu halten. Aber hierfür musst du wesentlich mehr Geld investieren, als in die Rechenleistung selbst.
Bei einem normalen PC kann man schon viel mit der Wahl der richtigen CPU (AMD statt Intel), des richtigen Gehäuses (thermisch gut designed, großvolumig, große Lüfteraufnahmen, vibrationsfrei, Laufwerksentkopplung), des richtigen Mainboards (ohne aktive Northbridge-Kühlung), der richtigen Festplatten (leises Lager, wenig Platter/Köpfe, AAM), des richtigen Netzteils (leise Lüfter, hoher Wirkungsgrad, intelligente Lüftersteuerung), der richtigen Grafikkarte (passiv gekühlt oder leise Kühllösung, z.B. Arctic VGA Silencer) etc. pp. den Geräuschpegel sehr stark reduzieren. In einem Hochleistungs-PC bleibt als probates Mittel eigentlich nur noch die Kapselung und Wasserkühlung aller Komponenten über einen Monsterradiator.
Las, dass die Grafikkarte irgendwie wichtig wäre, wenn ich
über TV- Karte aufnehme bzw. Filme bearbeite? Oder ist das
unwichtig eine qualitative zu nehmen? (Meine jetzt aber
wahrscheinlich nicht wieder die MB- Zahl der Grafikkarte.)
Ich denke, diese Frage lief auf das Capturing/ Encoding raus, was ich oben schon erklärt habe. Wenn die CPU zu schwach ist, um das nebenher zu leisten, muss man eine Grafikkarte einsetzen, die einen speziellen Prozessor für diese Aufgabe hat. Dann muss man aber auch die spezielle Software für diese Karte verwenden und hat keine Einflussmöglichkeit auf die Bildqualität. ATI-Grafikkarten mit Theater200-Chip (ViVo-Modelle, All-In-Wonder-Karten) können MPEG2 capturen, aktuelle ATI-Karten mit AVIVO unterstürten AFAIK auch die Formate MPEG4, DivX, und WMV. Für die Fernsehaufnahme ist das eine feine Sache, wenn man noch was nebenher machen will. Bei der Leistungsfähigkeit aktueller CPUs ist es aber nicht mehr unbedingt nötig, dass die Grafikkarte das berechnet. Und bei der Videobearbeitung wird man drauf verzichten, weil spezielle Programme mit guten Codecs auf Kosten höherer Rechenzeit bessere Qualität erzeugen.
Für halbwegs ordentliches Recording braucht man Audiokarten
mit guten Wandlern und zusätzlich viel CPU-Power. Wenn man
wirklich professionelle Aufnahmen ohne Störgeräusche erzeugen
will, benötigt man Recordingkarten mit eigenen DSPs, diese
kosten ab ca. 500 EUR.
Aber mit normalen geht es auch schon so, dass der Ton
zumindest gut ist, wenn nicht perfekt? So schlecht sind die
heute nicht mehr?
Es ist halt die Frage, was du willst. Wenn du super gut, das beste, Profiaufnahmen… machen willst - und du redest ständig davon - dann musst du dir das auch schon mal ein paar Tausender kosten lassen. Wenn du selbst analoge Tonaufnahmen (Text einsprechen, einsingen) machen willst, benötigst du schon mal eine Audiokarte mit eingebauten Mikrofon-Vorverstärker oder einen separaten Vorverstärker/ Mischpult.
Wenn du dabei ohne Störgeräusche wegkommen willst, brauchst du eine Karte mit eigenen DSPs (Signalprozessoren). Wenn du eine normale Soundkarte verwendest, muss die CPU beim Recording einen großen Teil der Rechenlast tragen, durch die hohe Systemlast entstehen dann Störgeräusche. GDu kannst diesen Effekt zur Anschauung provozieren, wenn du auf einem PC laut Musik abspielst und diesen gleichzeitig stark belastest (Virenscann, Video encodieren) - irgendwann kriegst du Rauschen und Brummen auf die Leitung.
Für den einfachen Homerecordingbereich ist ein extrem sauberes Signal oft weniger wichtig, als die relativ großen Summen, die für ordentliche Hardware draufgehen. Wenn du also auf eine professionelle Tonqualität verzichten willst oder eh nur eine Tonspur für ein Video einsprechen willst, tut es auch eine einfache Creative Audigy mit guten 24/96-Wandlern für 150 - 200 EUR. Aber wie gesagt - perfekte Aufnahmen kriegst du damit nicht.
LG, Jesse