Hallo
Ich frage mich, warum U=Uind gilt. Ich hätte eher gedacht,
dass U=-Uind. Ich finde U=Uind merkwürdig, weil doch
normalerweise Induktionen ihrer Ursache entgegenwirken. Wenn
also vom geladenen Kondensator Elektronen anfangen, durch die
Spule zu fließen, dann sollten sie zurückgetrieben werden.
Das stimmt. Das ist der schwierigste Punkt am elektromagnetischen Schwingkreis. Die Spule bewirkt eine induzierte Spannung Uind, die ihrer Ursache entgegen gerichtet ist, also Minus -LI-Punkt. Bei zunehmendem Strom im Uhrzeigersinn zeigt Uind gegen den Uhrzeigersinn. Damit ein Strom durch diese so „stromfeindliche“ Spule fließt, muss man von außen eine Spannung anlegen, die diese induzierte Spannung kompensiert, nennen wir sie mal UL= Minus Uind. Wenn wir die Spannung am Kondensator U nennen und die Maschenregel betrachten, gilt:
U + UL = 0
U = - UL = -(-Uind)
U = Uind.
Ich frage mich ddeshalb, was mit dem Kondensator, der Anfangs
geladen ist, passiert. Fließen die Elektronen so weit, dass
der Kondensator nach der halben Periode „andersherum“ geladen
ist,
ja. (Genauso wie beim mechanischen Oszillator die Masse über die Gleichgewichtslage hinaus pendelt.)
oder fließen die Elektronen nur soweit, dass er gerade
entladen ist und dann fließen sie schon wieder zurück?
nein. (Sie hätten in diesem Zustand ja gar keine Veranlassung, zurück zu fließen)
Kurz:
Wird der Kondensator vollständig umgepolt?
ja. Wenn der Kondensator vollständig entladen ist, verhindert das Magnetfeld der Spule, dass der elektrische Strom augenblicklich zum Stillstand kommt. Er fließt stattdessen so lange weiter, bis das magnetische Feld vollkommen abgebaut ist. In diesem Zustand ist der Kondensator genau umgekehrt gepolt wie eine halbe Periode zuvor (Energieerhaltungssatz.
Michael
P.S.: Vermutlich war jetzt jemand schneller als ich. Mal sehen…