Liebe Experten
Ich hätte da noch eine grundsätzlichere Frage.
Darf ich Euch nochmal bemühn?
Wie komme ich mit Hilfe von Lehrbüchern am rationellsten in die Lage, gegebene Melodien zu harmonisieren, ohne gleich den vierstimmigen Satz können zu müssen?
Hintergrund: Ich hab 20 j. lang klassische Gitarre gespielt und kam mir irgendwann ein wenig einseitig vor. Bin dabei die Vierklänge, wie sie im Jazz verwendet werden, als Patterns zu lernen um damit improvisieren zu können. Und ich hab mir die Grundlagen des Akkordaufbaus beigebracht. Ich habe eigentlich einige Kenntnisse - wie kriege ich sie zusammen?
Kurze Hinweise würden mir schon genügen - freue mich auf eine Antwort.
Zsolt
den vierstimmigen satz kannst du getrost vergessen, der ist ja in jazz/pop/rock relativ irrelevant.
zum ausharmonisieren mußt du einige dinge beachten…
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die tonart des stückes. für den anfang ist es klug, nur haupt- und nebenstufen zu verwenden, sofern nicht ausdrücklich anders notwendig.
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die funktionen, die ein ton einnehmen kann. meist ist der ton ein drei- oder vierklangston, andere möglichkeiten sind vorhalt (sollte nach unten in einen akkordton aufgelöst werden), durchgang, wechselnote oder harmoniefremder ton, der irgendeinen effekt trägt (kleine terz zu einem durakkord zb. hat einen bluesigen klang)
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der harmonische aufbau sollte dem formalen aufbau des stücken in gewisser weise rechnung tragen. dazu gehören symmetrien, sequenzen, natürlich besonders kadenzen u.a.
ansonsten gilt: erlaubt ist, was dir gefällt. lehrbücher geben empfehlungen darüber ab, was viele schon ausprobiert und für gut befunden haben, aber dein eigener geschmack kann trotzdem andere dinge bevorzugen.
ich hoffe, die tipps reichen für den anfang. wenn du fragen zu details hast, schieß los!
Hallo Zsolt,
bei einer Melodie ist es wichtig, herauszufinden, welche Töne
„wesentlich“ sind und welche eher Durchgangstöne sind.
Als allerersten Versuch mache dieses:
Für jeden wesentlichen Ton nimmst Du aus Deinem
Akkordvorrat einen solchen Akkord, der diesen Ton in sich
enthält. Damit der Klang nicht zu dick wird, wird im Begleitakkord
genau dieser Ton weggelassen, da er ohnehin in der Melodie enthalten
ist.
Das Ganze kann jetzt noch ziemlich chaotisch klingen, das liegt aber
vorwiegend daran, daß die Akkordeabfolge nicht gut ist, obwohl die
Melodie ok ist. Also an einzelnen Stellen andere Akkorde probieren.
Mit der Zeit bekommst Du Erfahrung, wann/wo man überhaupt welche
Akkorde anbringt.
Dauert schon ein bißchen, bis alles gut klingt. Immer hinhören!
Gruß
Stefan
Danke für die Tipps o.T.
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Hallo Zsolt , ich habe zwar von klassischer Gitarre null Ahnung, aber
ich mache oft folgendes : Gefällt mir ein Song , suche ich in diversen MIDI-Suchmaschinen nach dem MIDIFILE , das gibt es relativ häufig bei
bekannten Popsongs , auch bei Klassik . Das MIDIfile lade ich in meinen Sequencer Steinberg Cubasis , dann öffne ich z.B. den Noteneditor oder den Pianoroll editor , da kann man als Musiker sich
die Stücke schön in Ruhe angucken zum Nachspielen usw.Man lernt relativ schnell , ich finde zum Beispiel die Stücke von Avril Lavigen sind sehr 0815 mässig komponiert , na ja dafür singt sie ja auch sehr hübsch
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