Harry Potter: das Gute siegt!

„Vor Fehlinformationen über die Haltung des Vatikans zum Bucherfolg „Harry Potter“ hat der Konsultor des Päpstlichen Kultur-Rates, Peter Fleetwood, gewarnt. Fleetwood hatte im Auftrag des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, das Phänomen „Harry Potter“ untersucht. Sein Urteil sei positiv gewesen, sagte Fleetwood gegenüber Radio Vatikan. In den „Harry Potter“-Büchern werde „gut“ und „böse“ deutlich unterschieden; die „Guten“ würden eindeutig als diejenigen dargestellt, die am Ende siegten. […]“
Quelle: http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.a…

siehe auch:
http://derstandard.at/?url=/?id=2117669
http://www.netzeitung.de/entertainment/people/349268…

Na also … :wink:

Grüße
Wolfgang

Hallo,

und wo kommt dann die andere Äußerung her, die es ja auch gibt?
Entweder hat Ratzinger sich nicht an die Empfehlung geahlten und ist doch gegen Potter - oder er hat mit seiner Ablehnung gelogen.
Dafür und dagegen gleichzeitig geht ja wohl nicht.

Gernot Geyer

Hallo,
Dafür und dagegen gleichzeitig geht ja wohl nicht.

Hallo,
das Problem dürfte sein, dass die Kinder nicht wissen, woran sie glauben sollen: an einen ungerechten Gott, an gute Hexen, an gute und böse Zauberer, dass der Rest der Welt aus Muggles besteht? Das stimmt alles nicht mit der Ideologie der katholischen Kirche überein, die am liebsten alle Hexen und Zauberer foltern und verbrennen möchte.
Benedikt

Hallo,

und wo kommt dann die andere Äußerung her, die es ja auch
gibt?

Die stammt aus dem Jahr 2003 und wurde von Gabriely Kuby, der Autorin des Anti-Harry-Potter-Buches hervorgezogen, um ihr eigenes Buch zu pushen und Stimmung gegen den neuen 6. Band von HP zu machen. Aktuell hat sich der Papst überhaupt nicht geäußert.

Gabriele Kuby dokumentiert auf ihrer eigenen Website den ganzen Briefwechsel mit dem Vatikan:
http://www.gabriele-kuby.de/resonanz.html

Abgesehen davon, dass sich Frau Kuby mit diesem Briefwechsel in meinen Augen ziemlich lächerlich macht, finde ich es schwierig, aus zwei freundlichen Dreizeilern des damaligen Kardinals Ratzinger an eine Buchautorin Rückschlüsse auf seine tatsächliche Haltung zum Phänomen Harry Potter zu ziehen.

Umgekehrt ist ja wohl auch die Haltung von Peter Fleetwood etwas differenzierter, wenn er schreibt: „Ich habe auch nie gesagt, Rowlings Bücher wären mit christlichen Prinzipien getränkt. Was ich sagte, war, dass sie für Kinder den Unterschied zwischen gut und böse betonen sollen, und Rowlings Überzeugung, dass am Ende immer das Gute über das Böse siegen werde.“

Fazit: eine wirklich einheitliche Haltung zu HP dürfte es im Vatikan wohl kaum geben (eine unfehlbare Lehrmeinung des Papstes dazu sowieso nicht, und auf dem Index ist Harry Potter auch noch nicht gelandet). Gut und Böse gibt es nicht so eindeutig in der Welt, nur bei Harry Potter … :wink:

Grüße
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

irgendwie ist mir das zu billig. Er hat an die liebe Dame geschrieben: " Es ist gut, dass Sie in Sachen Harry Potter aufklären, denn dies sind subtile Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das Christentum in der Seele zersetzen, ehe es überhaupt recht wachsen konnte."

Das ist ganz eindeutig keine poitive Einschätzung. Und das sind auch nicht einfach ein paar nichtssagende Zeilen.
Als solches hätte ich es verstanden, wenn er ihr einfach für ihr Engagemanet im christlichen Sinne gedankt hätte oder so. Aber er hat sich ganz eindeutig auf Harry Potter bezogen - eindeutiger geht es gar nicht mehr.

Ich weiß nicht, was er wirklich glaubt. Ist mir auch egal.
Aber Fakt bleibt, daß es die billigste und verlogenste Anbiederei ist so, jder kleine Lokalpolitiker beherrscht das besser (die passen wenigstens auf, daß sie nicht beim lügen ertappt werden).
Erst hat er sich bei Frau Kuby eingeschleimt und ihr recht gegeben. Und als die Truppe nun gemerkt hat, welchen Wind das Ganze auslöst. wird dementiert, um sich wieder beim gemeinen Volk einzuschleimen. So was ist unsauber.
Zumal die Stellungnahme des Vatikan ja mit keiner Silbe zu erkennen gibt, wie sich Benedikt bzw. Herr atzinger selber äußert bzw. gäußert hat. Irgendein Sachverständiger hat untersucht - aber es niergendwo, daß dessen Meinung dann auch die offizielle meinung des Papstes war.

Den Index verbotener Bücher gibt es ja meines Wissens nicht mehr. gerade deshalb ist ja Ratzingers Einstellung so brisant - es ist nämlich die Einstellung des Mannes, der der Behörde vorstand, die früher diesen Index geführt hat. Wenn der das Buch ablehnt und für jugendgefährdend hielt - dann wäre das zu früheren Zeiten auf den Index gekommen. Und was anderes als genau das kann aus seinen Zeilen von 2003 nicht herauslesen.

Gernot Geyer

Hallo Gernot,

Das ist ganz eindeutig keine poitive Einschätzung. Und das
sind auch nicht einfach ein paar nichtssagende Zeilen.
Als solches hätte ich es verstanden, wenn er ihr einfach für
ihr Engagemanet im christlichen Sinne gedankt hätte oder so.
Aber er hat sich ganz eindeutig auf Harry Potter bezogen -
eindeutiger geht es gar nicht mehr.

Nun, Frau Kubys Buch geht allein um Harry Potter, selbstverständlich konnte er sich nur darauf beziehen, selbst wenn er HP nicht ausdrücklich erwähnt hätte.

Ich weiß nicht, was er wirklich glaubt. Ist mir auch egal.

Da sind wir uns absolut einig.

Erst hat er sich bei Frau Kuby eingeschleimt und ihr recht
gegeben. Und als die Truppe nun gemerkt hat, welchen Wind das
Ganze auslöst. wird dementiert, um sich wieder beim gemeinen
Volk einzuschleimen. So was ist unsauber.

Die Chronologie der Ereignisse ist schwer nachzuvollziehen.

In der einen Quelle liest es sich so, dass Ratzinger zuerst seine Äußerungen an Frau Kuby gemacht habe, und danach der Auftrag an Msgr. Fleetwood vom Päpstlichen Rat für die Kultur ging, das Phänomen Harry Potter zu untersuchen, der dann zu einem positiven Urteil gelangt sei.

Nach anderer Darstellung gab es überhaupt keine eigene Untersuchung zu Harry Potter, das ganze sei nur eine Frage am Rande der Untersuchung des New-Age-Phänomens allgemein gewesen. Ratzingers Äußerung wäre demnach nach dieser Untersuchung gefallen.

Was für mich bei der ganzen Sache hängenbleibt ist einfach, dass es auch im Vatikan keine eindeutige Haltung zu Harry Potter gibt, weder pro noch contra. Und dass Herrn Ratzingers Meinung zu den Büchern, die vermutlich ablehnend ist, einfach genau das ist: die Privatmeinung eines einzelnen gelehrten Herrn, die keinen Augenblick lang eine einheitliche Linie der katholischen Kirche in dieser Frage darstellt.

Damit kann ich leben.

Grüße
Wolfgang

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das Problem dürfte sein, dass die Kinder nicht wissen, woran
sie glauben sollen: an einen ungerechten Gott, an gute Hexen,
an gute und böse Zauberer, dass der Rest der Welt aus Muggles
besteht? Das stimmt alles nicht mit der Ideologie der
katholischen Kirche überein, die am liebsten alle Hexen und
Zauberer foltern und verbrennen möchte.
Benedikt

Tja, obwohl ich Harry Potter mag, muss ich einfach zustimmen.Kleine Kinder die das Buch lesen, werden warscheinlich denken, dass es gute Magie gibt, die die boese besiegt. Aber das Christentum sagt, dass die Magie (weisse und schwarze) in der Seite des Boeses ist.
Also muss man doch einbisschen kritisch sein.

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besiegt. Aber das Christentum sagt, dass die Magie (weisse und
schwarze) in der Seite des Boeses ist.
Also muss man doch einbisschen kritisch sein.

Hallo, Adlerauge,
Magie soll also böse sein. Demnach wären Siegfried und Roy böse, und Papst Benedikt dürfte Roy keine Audienz genehmigen. Ist nicht auch das Fernsehen, der Computer und das Internet Magie? Eine meiner Kusinen, die als Nonne tätig war, meinte auch, dass im Spiegel der Teufel steckt. Das ist alles sehr makaber.
FJ Benedikt