Harry Potter: Kann mich mal jemand aufklaeren

Hallo Thomas,

schön, mal wieder was von dir zu lesen.

dito. :smile:

Ich habe mich einfach nur falsch ausgedrückt: Ich habe Tolkien
gelesen, aber nicht die Potter-Romane. Tolkien hat mir damals
gefallen, aber Fantasyromane sind heute eben nicht mehr mein
Ding.

Ja, das habe ich dann auch - weiter unten - gelesen. :smile:

Muß es ja nicht. Trotzdem: Auch wenn Fantasy nicht Dein Ding ist, kannst Du nicht alle Fantasy Romane über einen Kamm scheren, gelle? Hast Du wohl auch nicht so gemeint. Ich mußte nur mal eben eine Lanze für Tolkien brechen. :wink:

Liebe Grüße, Nike

Von mir ein Danke für den Tip. Ich habe neulich eine www-Anfrage auf meiner Mailbox zu Ariosts „Orlando Furioso“ gehabt. Dadurch bin ich auf das Werk aufmerksam geworden, mußte aber feststellen, daß derzeit (und offenbar schon seit sehr langem) keine deutsche Übersetzung davon außerantiquarisch erhältlich ist.

Dem nächsten Frühjahr harrend,

Tizian

O bitte Anja
sag uns, wer in diesem Satz:

wir arbeiten mittels deutscher, italienischer und
englischsprachiger quellen seit über einem jahr daran, den
ursprünglichen OF in eine heute verständliche form zu
bringen.

WIR sind. Ein Wissenschaftlerteam, ein Verlag?

Interessiert mich brennend, der ich nur Auszüge und zusammenfassende Nacherzählungen vom OF kenne.

Fischarts Geschichtsklitterung hat ja ein ähnliches Schicksal.

Gruß Fritz

Liebe Nike,
nimmst du auch mit mir vorlieb?

Die ersten Aufzeichnungen zum „Silmarillion“ datieren ins Jahr 1917.
1936 ist der „Kleine Hobbit“ beendet.
1937 beginnt die Niederschrift des „Lord of the Rings“.
1948 ist LotR beendet.
1954 werden die ersten beiden Bände von LotR,
1955 wird der dritte Band von LotR veröffentlicht.
1965 erscheint die Paperbackgesamtausgabe in den USA.
Mit dieser begann die weltweite Verbreitung.

Es ist halt doch auch noch ein Unterschied zwischen Tolkien und Goethe.

Gruß Fritz

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‚vorliebnehmen‘ ist gar kein Ausdruck! Und *
Lieber Fritz,

nimmst du auch mit mir vorlieb?

Understatement, was? :smile:

Die ersten Aufzeichnungen zum „Silmarillion“ datieren ins Jahr
1917.

[…]

1948 ist LotR beendet.

Es ist halt doch auch noch ein Unterschied zwischen Tolkien
und Goethe.

Mehr als einer, das ist klar. Qualitativ werten würde ich das aber nicht wollen. 31 Jahre sind aber auch eine ganze Menge, oder? Außerdem tippe ich dann mal auf 40 Jahre, wenn man die vorher geleistete Recherchearbeit, die sich nicht eindeutig nachweisen läßt, mitrechnet. *g*

Für diese ausführliche Recherche gibts jedenfalls einen Stern - auch, wenn Du mich widerlegt hast. :smile:

Liebe Grüße, Nike

super! danke (o.t.)

-)

Von mir ein Danke für den Tip. Ich habe neulich eine
www-Anfrage auf meiner Mailbox zu Ariosts „Orlando Furioso“
gehabt.

vielleicht kann ich da weiterhelfen? worum gings denn?

Dadurch bin ich auf das Werk aufmerksam geworden,
mußte aber feststellen, daß derzeit (und offenbar schon seit
sehr langem) keine deutsche Übersetzung davon
außerantiquarisch erhältlich ist.

Dem nächsten Frühjahr harrend

*freu* :smile:

hallo fritz,

WIR sind…

der autor (http://members.aol.com/trpmielke) und ich (die muse eben :wink:
seit einigen romanen recherchiere, lektoriere und korrigiere ich für diesen herrn.

Interessiert mich brennend, der ich nur Auszüge und
zusammenfassende Nacherzählungen vom OF kenne.

versprochen, unser OF ist komplett :smile:

Fischarts Geschichtsklitterung hat ja ein ähnliches Schicksal.

wie vieles andere auch…

Gruß Fritz

gruß zurück
ann

na gut. so richtig aufgeklaert wurde ich nun schlussendlich nicht.

dafuer kann ich mich wohl stolzen eroeffner einer literatur(oder eben doch nicht literatur…)-diskussion nennen.

troztdem kann ich einen schluss aus der ganzen sache ziehen (und somit habt ihr mir geholfen): bevor ich denn harry potter lese, nehm ich endlich meinen „lord of the rings“ aus meinem buecherstapel, und lese ihn nun endlich zu ende…

gruss
candiru

*hups*!!! Hab grade nachgesehen: Das warst ja DU!!! *rofl*
Du hast mich gefragt, ob und welche Maler außer Tizian Szenen aus
Ariosts „Orlando Furioso“ gemalt haben, und ich hab im Net eine Info über die Arbeit einer in Kalifornien lebenden Paula Matthews zu diesem Thema gefunden!

Hoffe, es ist zu einer Kontaktaufnahme gekommen!

Viele Grüße,

Tizian

lach
ja genau! deine name kam mir gleich so bekannt vor :smile:
(und tizian hatte ariost schließlich auch mal gemalt :smile:))

die seite von der paula hatte ich mir damals angesehen. zu einer kontaktaufnahme ist es aber nie gekommen - einfach vergessen, weil ich inzwischen sooooviel anderes material hatte, das erstmal verarbeitet werden mußte. gemälde mit szenen aus dem orlando furioso habe ich übrigens reichlich im palast schifanoia in ferrara gefunden.

viele grüße und danke nochmal
ann

Tolkien hat als Hintergrund den gesamten abendländischen
Sagen- und Mythenschatz. Er kennt und beherrscht auch die
verschiedenen Gattungen - Epos, Lied, Roman etc. - und Stile -
Elben, Menschen, Hobbits sprechen in unterschiedlichen
Sprachebenen. Auch die Übersetzungen sind Fundstätten
sprachlicher Edelsteine, was ich an anderer Stelle schon
anmerkte.

Also wirklich kein Vergleich.

Hallo Thomas (auch wenns eine Antwort auf einen Artikel von Fritz ist),

eine weitere Anmerkung zu Tolkien. Er war Professor für alte nordsche Sprachen und hat nur so zum Vergnügen mehrere Sprachen erfunden; komplett mit Wortschatz, Grammatik und Schrift. Aber dabei wollte/konnte er es nicht bleiben lassen. Er wollte diesen Sprachen eine Historie geben und so ist das Universum (kann/muß man wirklich so nennen) von Mittelerde entstanden. Mit dem Silmarilion als Geschichtsbuch mit Entstehungsgeschichte und der Historie, dem „Der kleine Hobbit“ (eigentlich eine Geschichte, die T. für seine Kinder erfunden hat) und dem „Herr der Ringe“, als „Detailstudien“ von Mittelerde.
Fritz hat den chronologischen Ablauf schon skizziert, anzumerken bleibt noch, daß das Silmarillion Tolkien sein Leben lang beschäftigte, er es aber nie endgültig abschloß. Es wurde posthum von seinem Sohn endredigiert und herausgegeben. So entstand die witzige Situation, daß das Buch, das man eigentlich zuerst lesen sollte (um die Zusammenhänge die im HdR immer wieder zitiert werden zu verstehen) als letztes herauskam. Aber seit 1977 (in D) kann man die „richtige“ Reihenfolge einhalten.

Gandalf

Es ist halt doch auch noch ein Unterschied zwischen Tolkien
und Goethe.

stimmt - goethe hat teilweise mehrere jahre pause gemacht? :wink:

Fritz hat den chronologischen Ablauf schon skizziert,
anzumerken bleibt noch, daß das Silmarillion Tolkien sein
Leben lang beschäftigte, er es aber nie endgültig abschloß. Es
wurde posthum von seinem Sohn endredigiert und herausgegeben.
So entstand die witzige Situation, daß das Buch, das man
eigentlich zuerst lesen sollte (um die Zusammenhänge die im
HdR immer wieder zitiert werden zu verstehen) als letztes
herauskam. Aber seit 1977 (in D) kann man die „richtige“
Reihenfolge einhalten.

inzwischen gibt christopher tolkien (einer der soehne) ja offenbar noch mehr quellen heraus (the history of middle-earth, ca. 10 baende?), notizen, nicht in den hauptwerken verwendete szenen etc. seines vaters, meist noch mit kommentaren versehen. ich hab nur mal in einer buecherei in den ersten band reingeschaut - schien mir erstaunliche hintergruende zur entstehung der tolkienschen welt zu bieten.

„nachrichten aus mittelerde“ bzw. „unfinished tales“ ist fuer den Fan in jedem fall auch eine interessante lektuere.

jonas

hi fritz,

schon wieder antworte ich dir, das ist ca. das dritte mal heute? :smile:

Rowland greift die alten Internatsgeschichten auf, von den
guten wie Stalky & Co von Kipling bis zu Hanni und Nanni,
Trotzkopf oder wie die alle heißen, und mischt ihre „Magie“
drunter. Ihr Stil ist naja. Und sie kommt über einmal
gefundene Erzählmuster, einmal angelegte Typen - Lehre,
Mitschüler, Randfiguren - nicht hinaus.
Durch den dritten Band habe ich mich schon arbeiten müssen,
durch den vierten gequält.

Tolkien hat als Hintergrund den gesamten abendländischen
Sagen- und Mythenschatz. Er kennt und beherrscht auch die
verschiedenen Gattungen - Epos, Lied, Roman etc. - und Stile -
Elben, Menschen, Hobbits sprechen in unterschiedlichen
Sprachebenen. Auch die Übersetzungen sind Fundstätten
sprachlicher Edelsteine, was ich an anderer Stelle schon
anmerkte.

ich hab mir tolkien und rowling (nicht rowland) auch im original durchgelesen. hier meine zwei pfennig:

tolkien ist auf einer langatmigeren ebene packend. er erzaehlt breiter. rowling bringt z.b. keine vergleichbaren landschaftsbeschreibungen. meine LOTR-lektuere liegt etwas zurueck, aber die charaktere bei tolkien kamen mir nicht diffiziler vor als bei rowling, ehrlich gesagt.
rowling schreibt heiterer, unbeschwerter (auch wenn die naechsten baende duesterer werden koennten), und ihre handlung geht definitiv schneller voran *g* Sie haelt sich zugegebenermaszen nicht lange mit heldenepik auf.
dafuer enthalten ihre buecher oft eine ueberraschende wendung kurz vor ende. tolkien hat nichts vergleichbares (naja, frodo will ploetzlich den ring nciht zerstoeren - wer haette das gedacht!)

ein bisschen mehr zu rowling will ich noch in eine antwort auf die frage, die diese folgediskussionen ausloeste, schreiben…

grusz
jonas

hi!

Kann mich mal jemand aufklaeren, was es mit dem ganzen Getue
auf sich hat.
Was ist denn an dieser Buchreihe so speziell?

es gibt viele buecher, die spannend, witzig und kreativ sind (wobei nicht alle buecher so sind). laengst nicht alle aus dieser gruppe sind so neu (also rein zeitlich, vom erscheinungsdatum), und Joanne K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Buecher, bietet zudem eine massenmedienkompatible Biographie von alleinerziehender Mutter, die ihr erfolgsbuch (zumindestens den ersten band) in einem Cafe an der strasze schrieb, waehrend sie auf die tochter (?) wartete, oder so (sorry, ich bin nicht total informiert…).

zusaetzliche medienaufmerksamkeit erheischte das werk, weil in einer phase, in der immer mehr zeit hinter computer und fernseher verbracht wird, ein derart erfolgreiches (kinder)buch einfach auffaellt.

ich sehe jetzt aber einfach mal von dem medienrummel ab, und versuche die buecher zu charakterisieren.

  • schema F, der kleine, schwache waisenjunge, der ploetzlich aus dem doch etwas oeden alltag in eine faszinierende andere welt kommt und dort endlich oberwasser hat.
    das schema ist einfach erfolgreich. wahrscheinlich milliarden verkaufte buecher und filme…

  • stichwort „andere Welt“:
    diese andere welt ist bei rowling sehr geschickt in szene gesetzt. einerseits nah genug an unserer eigenen, nichtmagischen welt dran, andererseits weit genug weg.
    und, aus magischer sicht, ist dieses nebeneinander der welten (oder ineinander?) auch perfekt geregelt bzw. geheimgehalten.

  • altbekannte plus ganz fremde erfahrungen:
    die hauptfiguren sind einerseits ganz anders als die leser: Zauberer und Hexen, heldenhaft, andererseits plagen sie sich mit miesen lehrern, vielen hausaufgaben, verstaendnislosen erwachsenen und gemeinen mitschuelern herum. die Schulwelt, in der die handlung ablaeuft, hat fuer schueler (und -innen, bitte selbststaendig ergaenzen, danke!) und ex-schueler hohen wiedererkennungs- und identifizierungswert.

  • humor und spannung:
    die meisten, die ich kenne, (anfang 20/ teenager/ meine mutter :wink: empfinden die buecher wirklich als „page-turner“. man kann sie nur schwer aus der hand legen. einfallsreich, witzig, spannend, ueberraschungsmomente…
    die klischees geheimnisumwitterter verborgener raeume oder schreckenerregender waelder, unertraeglicher familien etc. setzt rowling intelligent und erfrischend in ihre handlung ein.

  • noch mehr schemata:
    jeder band entspricht einem jahreszyklus von schulferien, geburtstag von harry, zugfahrt zur schule, schulzeit, weihnachtsferien, pruefungen, heimfahrt… gesamte schulzeit betraegt sieben jahre, daher wird es insgesamt sieben baende geben (drei kommen also noch). schulzeit und pruefungen entsprechen dem britischen system [z.b. werden die Ordinary Levels, O-Levels, zu Ordinary Wizarding Levels, OWLs, umgemuenzt].

  • charaktere:
    bunt gemischt, natuerlich teilweise simple gut-boese-zuordnung , aber auch viele grauzonen. auch die deutlich positiv bewerteten figuren streiten sich gerne, und ihre unterschiedlichen charakterlichen veranlagungen bieten einerseits anlass zu reibungen, aber in naechster zukunft wohl auch platz fuer romanzen…? diese vermutung geht ins blaue, ich waere nicht ueberrascht, wenn ich mich irre - so wenig kann ich die figuren auf platte rollen festnageln.

der einfallsreichtum der autorin zeigt sich ziemlich gut am beispiel „Quidditch“. das ist das beliebteste Spiel in der magischen welt, und es ist einerseits sehr aehnlich, andererseits total anders als wirkliche sportarten. ich werde jetzt das spiel nicht erklaeren, dass duerfen andere machen.

dass sie spannend schreibt, wird bewiesen dadurch, dass viele die buecher verschlingen. von ausnahmen abgesehen, die gibts immer. nicht jeder verschlingt den „werther“ :wink:

humor? naja, vielleicht ist es ja nur mein persoenlicher humor, wer weisz.

anmerkung: mir ist bewusst, dass ich oft „einerseits-andererseits“ geschrieben habe. das ist keine persoenliche macke (hoffe ich), sondern hat damit zu tun, dass ein bedeutendes strukturelement der buecher die verquickung von altbekanntem (z.b. schulsystem) mit neuem (lernstoff: magie) ist. das ministerium fuer magie mit seinen abteilungen ist dafuer ein schoenes beispiel. hier gibt es auch den altbekannten buerokratischen mist, verordnungen ueber die dichte von hexenkesselwaenden etc… drachen tauchen auf, aber unterteilt in unterarten etc… einerseits also alte klischees, andererseits immer neu aufgezogen. diese mischung macht viel aus.

ich hoffe, ich konnte ein bisschen erklaeren, warum die buecher so erfolgreich sind. :smile:

grusz
jonas