Hartz IV Sanktion

Habe im Oktober 2009 eine befristete Stelle für 2 Monate erhalten (November/Dezember). Teilte dies der Arge mit. Da ich ja zum 1. November noch keinen Lohn erhalten habe, musste ich nochmalig Hilfe von der Arge beantragen mit dem Verweis, das ich erstmalig zum 1. Dezember meinen Lohn erhalte. Ging auch sehr schnell und wurde bewilligt. Habe meine Unterlagen im Januar 2010 die ich vom Arbeitgeber erhalten hatte beim Amt abgegeben, wenige Tage später erhielt ich einen Packen Unterlagen zurück.

Im 1. Schreiben eine Aufforderung, das ich die am 1.Novemebr 2009 erhaltenen Leistungen sofort rückzuerstatten hätte, da ich die Arge arglistig getäuscht hätte. Weiterhin würde mir für Dezember und Januar Arbeitslosenhilfe versagt werden - da ich ja Anfang Dezember und Anfang Januar den Lohn aus der befristeten Beschäftigung erhalten habe.(Diese Zahlung für Dezember/Januar habe ich nie angefordert oder beantragt, aber für November steht mir doch diese zu, da Hartz IV im vorraus gezahlt wird, es kann ja nicht sein, das ich 2 Monate arbeite aber 3 Monate kein Geld bekomme… oder sehe ich das Falsch?). (Meinen Wohnzuschuss habe ich aber erhalten… bzw. für den November haben sie diesen wieder zurückgefordert, aber bei der Stelle habe ich ein Anrecht auf Januar Unterstützung und somit wurde dies gleich mit November verrechnet und ich habe keinen Nachteil…)

Das 2. Schreiben bei den Unterlagen, war eine sofortige Zahlungsaufforderung für den November und eine zuvor gewährleistete Unterstüzung aus dem Jahre 2008 die ich bis jetzt mit Raten abstottern konnte. Ich soll jetzt sofort 1800 Euro bezahlen…

Das 3. Schreiben war eine Anhörung, warum ich mich auf einen Bewerbungsvorschlag den ich mitte November erhalten hatte nicht beworben hätte… da war ich ja in einem Angstelltenverhältnis.

Das 4. Schreiben war ein Bescheid zur Kürzung meines Geldes um 30% weil ich mich im Mai letzten Jahres nicht auf ein von der Arge vorgeschlagenenes Stellenangebot beworben habe, das 5. Schreiben ist das selbe, eine Kürzung weil ich mich im letzen Jahr nicht auf ein Stellenangebot im Mai beworben habe. - Wiederum um 30%. Die Schreiben habe ich am 28. Januar erhalten gültig zum 1. Februar.

Tatsächlich habe ich jetzt am 4. Februar gestern - PÜNKTLICH 100 Euro bekommen. Und dazu nochmal ein Schreiben - eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit dem Hinweis „sollte ich wiederverstossen wird mein Geld gleich nochmalig um 10 % gekürzt ich soll mir das also daher gut überlegen“. - Wie bei einem Schwerverbrecher bzw. jemanden der absichtlich Leistungen ergaunern will.

Ich weis nicht mehr weiter… ich werde natürlich zu dem Termin gehen ganz klar, habe auch noch nie irgendwie mich nachlässig der Arge gegenüber verhalten.
Mir kommt das jetzt so vor als wollen die mir mit aller Gewalt eins reinwürgen.
Wie soll ich nach einem 3/4 Jahr nachweisen ob ich mich beworben habe oder nicht? Hab auch keine Anhörung oder so bekommen.
Desweiteren bekomme ich trotz meinen mehrmaligen Hinweis immer Bewerbungsauforderungen bei Reisebüros obwohl ich das nie gelernt habe… bei den Anschreiben steht dann immer auf dem letzten Blatt eine ellenlange Liste welche Vorraussetzungen man haben muss um für diesen Beruf in Frage zu kommen die ich nie erfüllen kann und meistens kläre ich das zuvor schon telefonisch ab mit dem betreffenden Arbeitgeber. (Auch bei der Sanktion handelt es sich um Reisebüros)

Kann das sein, das die mir auf einmal 60% einbehalten können?
Wie soll ich die sofort fällige Summe begleichen?
Wie soll ich zukünftig meine Miete bezahlen?
Wovon soll ich Leben?

Was ich zudem befürchte ist, das ich nächste Woche bei dem Termin in einen „Fortbildungkurs“ gesteckt werden soll, da mir das in vorangegangenen Gesprächen immer wieder angedroht wurde (die Kurse sind immer nur mit der Mindestteilnehmerzahl besucht…) Bis jetzt bin ich diesen Unnützen Kursen ausgekommen (richtiges Bewerben für Anfänger - war 10 Jahre selbstständig und hatte 15 eigene Mitarbeiter - was dann die Arge auch eingesehen hat)

Hab ja auch im Prinzip nichts gegen solche Kurse wenn sie sinnvoll sind. Aber zum einen sind diese auch für mich Kostenaufwendig und zum anderen brauche ich schnell eine neue Arbeitstelle und keine ABN für das nächste halbe Jahr.

Wer kann mir helfen wie ich weiter vorgehen soll…?
Habe jetzt schon mal Einspruchschreiben vorbereitet und das Sozialgericht per Email zwecks aussetztung der Sanktion angeschrieben (ist leider über 100 km weit weg und ich bin nicht mobil).

Vielen Dank für eure Hilfe

Sorry, aber bei uns ist die Hartz IV-Situation - gott sei dank - schon lange her, daher kann ich Dir nicht wirklich helfen…
Ich hatte vor Jahren ähnlichen Fall mit dem Arbeitsamt, da hatte ich eine Stelle angenommen, trotzdem AL-Geld bekommen, mehrfach angerufen, wohin ich das zurücküberweisen soll, jaja, wir schicken Ihnen das zu…Letztendlich haben die mich wegen Betrugs angezeigt…Toll! Aber das bei Dir scheint ein anderer wenn auch ähnlicher Fall zu sein. Hast Du Dir Ansprechpartner und Telefon-Zeiten-/Daten notiert?
Geh auf jeden Fall zum Termin und stell das nochmals klar. Ich würde auch trotzdem schriftlich auf jedes der Schreiben reagieren und die Situation aufklären, damit Du was in der Hand hast, wenn Du da hingehst. Bewerbungen von vor 3/4 Jahr nachzuweisen: Speicherst Du die nicht ab im PC oder machst Dir ´ne Kopie für Dich? Ich hab immer noch 1 Kopie extra ausgedruckt und aufbewahrt. Besser ist es wirklich, soviel wie möglich sich zu notieren, doppelt zu kopieren und und und, damit man in eben solch einem Fall was in der Hand hat.
Naja, ich hoffe, dass Du das vor Ort (und denk dran, vorher schriftlich - mit KOPIE FÜR DICH) aufklären kannst. Ich wünsch Dir was und drück die Daumen.
Gruß, Caro.

Danke für deine Antwort… Ne ich hab nicht wirklich Zeiten und Ansprechpartner notiert… hätte nie gedacht das dies mal wichtig werden könnte…
Das mit dem Ausdrucken ist so ne Sache, da ich keinen eigenen PC habe und daher meistens ins Internet Cafe gehe.
Aber nun gut ich komm mir auf jeden Fall wie ein schwerverbrecher vor obwohl ich mir soweit ich weis nichts zuschulden kommen habe lassen…
Schönes Wochenende

Hallo zentis,

ich hatte dir mal geantwortet, aber ‚privat‘ und bin deshalb gesperrt. Deshalb der Dreizeiler, blöde Regelung!

LG

Martin

Hallo Zentis,

leider habe ich die beantwortete Maile nicht mehr und auch keine Zeit, mich mit deinen Fragen genau auseinanderzusetzen. Deshalb ausm Gedächtnis nen kurzer Tip, was ich dir damals geschieben hatte:

Sage dem Aamt niemals, daß du zu einem Vorstellungsgespräch, zu dem du aufgefordert worden bist, aus irgendwelchen Gründen nicht hingegangen bist. Du hast den Brief natürlich nicht erhalten. Die verschicken mit PIN - zumindest in Berlin - was meinste, was da an Briefen wegkommt. Das ist meine Argumentationsschiene, aber eigentlich kommt man da auch am Telefon raus: Jaaa-aaa, iii-iich ssss-ooo-llll mmm-iiiii-ch hiiiiier vvv-ooorsrtellen. Kann ich dem Job haben?! Dann legen die in der Regel keinen Wert mehr auf ein Vorstellungsgespräch.

LG

Martin

Hallo,
also zum Umgang mit der ARGE kann ich nur raten, immer hübsch brav zu sein. Da es pro Bewerbung bei Nachweis 5,00 € gibt (ich denke, das ist nicht nur bei ALG I so?!), solltest Du Dir ein allgemein gefasstes Anschreiben machen - und die Bewerbung(en) auch abschicken (müssen ja nicht alle Zeugnisse drin sein usw). Und wenn Du sowieso anrufst, bitte um Eingangsbestätigung oder zumindest schreibe Dir Name und Tel.-Nr. auf (D)eine Liste!!!

Ich habe auch mehrfach Ärger gehabt. Vergegenwärtige Dir, dass man dort immer davon ausgeht, Du willst betrügen. - Also sammle Belege, um Ihnen das Gegenteil zu beweisen. Und gehe mit Deinen Belegen selbstbewusst in die Offensive. Erfahrungsgemäß (bei mir) wird dann der Ton sachlicher.

Die Schreiben solltest Du weder über- oder unterbewerten. Es ist einfach so, dass bei jedem einzelnen Sachverhalt bei der ARGE nicht mehr der gesunde Menschenverstand sondern ein sch… Computerprogramm die Herrschaft übernimmt. (Mir ist auch in einem absolut beleidigenden Brief Pfändung angedroht worden, obwohl ich mit der Dame in der Leistungsabteilung die Rückzahlungsmodalitäten schon einvernehmlich besprochen hatte - und die Überzahlung war unbestritten Agenturfehler!)
Versuche auf jeden Fall, Belege zu bekommen dafür, dass Du Dich bei den Stellen beworben hast. (Lasse Dir im Zweifelsfall die Firmendaten noch mal geben und versuche, die Leute telefonisch zu bewegen, Deine Bewerbung zu bestätigen.) Unabhägig davon würde ich natürlich sofort prophylaktisch gegen alle Schreiben (einzeln!) einen Einspruch machen, damit auf jeden Fall die Fristen gewahrt werden. Da brauchst Du nur schreiben, dass Du die ausführliche Begründung nachreichst.
Und dann solltest Du Dich an
http://www.alg-2.info/politik/selbstorganisation/ans…
wenden mit der Bitte, Dir einen Ansprechpartner in Deiner Region zu nennen, der Dich bei den Formalitäten unterstützt. Erst zum Schluss kommt das Gericht - bis dahin kann man allein viele Fehler gemacht haben, die dann teuer werden.
Ich drücke Dir die Daumen!
Brettina

Danke für alle bisherigen Antworten
Hab natürlich sofort gegen alle Bescheid Widerspruch eingelegt und eine Aussetzung beantragt…
hab dann nach 3,5 Wochen, nachdem ich mir mal erlaubt habe nachzufragen einen Bestätigung über den Eingang der Widersprüche erhalten und den Hinweis das die Bearbeitung mit 3 Monaten veranschlagt wird… und ich soll künftig von Rückfragen absehen, diese können nicht weiter beantwortet werden.
Hab aber wegen der Aussetzung nochmal nachgefragt (hab ja mittlerweile so gut wie kein Geld mehr und steh davor meine Wohnung zum einen zu verlieren und zum anderen das mir die Tage der Strom abgesperrt wird.
Da bekam ich keine Antwort drauf…nur das das Schreiben eingegangen ist (mündlich).
Mittlerweile hab ich beim zuständigen Sozialgericht „Rechtsschutz“ beantragt, hab 2 tage später eine Bestätigung über eine schnelle Bearbeitung erhalten und jetzt warte ich…
Hoffe das das jetzt wirklich schnell und vor allem auch Positiv ausgeht, sonst seh ich hier bald schwarz…