Hallo!
Ich hab zwei ganz liebe Freunde: Paul, der Hase und Albert, das Meerschwein. Ich hab ihnen im letzten Sommer einen 3m² großen Stall gebaut. Dieser sieht folgendermaßen aus: 2m lang, 1,5m breit, 40cm unter der Erde ist ein Zaun, damit der Hase sich nicht ausbuddelt und über die Hälfte des Stalls geht ein erhöhtes Brett auf dem ein 80x80cm großes isoliertes Häuschen steht mit viel Stroh und Heu drin. Beide fühlen sich auch sehr wohl und sind auch nachts draußen. Jetzt, wo es aber allmählich kalt wird, hab ich mich gefragt, ob ich die Tiere auch über Winter draußen lassen kann. Der Stall steht windgeschützt und ist überdacht. Der Hase hat mittlerweile allerdings sehr viele Höhlen gebaut und ich befürchte, dass er wohl nicht im Häuschen, sondern eher in einem seiner Bäue schläft. Außerdem verliert er zur Zeit einiges an Fell. Kann es sein, dass er Winterfell bekommt? Freunde von mir haben ihre Tiere auch über Winter draußen. Was muss ich dabei beachten? Notfalls würde ich auch Umbauten am Stall vornehmen.
Ich hoffe auf guten Rat,
liebe Grüße, Katrin
Hallo Katrin!
Zunächst mal…Dein Hase ist ein Kaninchen, und dass man Meerschweinchen nicht alleine hält (Kaninchen sind keine adäquaten Partner!!), sollte eigentlich mittlerweile auch bekannt sein. Bitte ändere das, dem Tier zuliebe!
Das lag mir auf dem Herzen *lächel*
So, nun zu Deiner Frage. Grundsätzlich KANN man diese Tiere draussen halten. Zum Kaninchen kann ich persönlich weniger sagen, da lasse ich anderen den Vortritt. Ich beziehe mich auf Meerschweinchen.
Wie alt ist Dein Schweinchen denn? Man sollte keine ganz jungen Tiere im Winter draussen lassen, genauso wenig alte Tiere, die es nicht gewohnt sind. Diese Haltungsform fordert den Tieren doch einiges ab, deswegen sind nur ganz gesunde Tiere geeignet.
Dort, wo Schweinchen herkommen, gibts keinen Winter wie hier. Deswegen musst Du das Häuschen frostfest isolieren. Also dick mit Styropor (so dass kein Tier dran nagen kann!), gleichzeitig muss aber die Belüftung ausreichend sein. Das Haus darf nicht zu gross sein, sonst kann das Tier es durch seine Körperwärme nicht „heizen“, Wärme von aussen kommt ja keine rein. Allein deswegen wären mehrere Schweinchen schon ratsam, diese wärmen sich gegenseitig, selbst wenn sie nicht aneinandergekuschelt auf einem Haufen sitzen.
Wichtig ist auch, dass das Wasser nicht einfrieren kann, es muss immer flüssiges Wasser zur Verfügung stehen.
Genauso wenig darf das Futter gefrieren. Das Schweinchen könnte es zwar trotzdem fressen, aber dann sind Verdauungsprobleme vorprogrammiert.
Genauso wichtig: Du musst wirklich jeden Tag die Zeit haben, die Tiere zu beobachten, ob alles ok ist. Eine kleine Infektion, die bei normalen Zimmertemperaturen keinerlei Auswirkungen hat und vielleicht gar nicht bemerkt würde, kann fatale Folgen haben.
Kranke Tiere müssen ins Haus geholt werden, dazu braucht man aber eine Art Übergangszone, damit die Umstellung von kalt auf warm nicht zu heftig ausfällt. Ein Tier, das drinnen war, kann in dem Jahr nicht mehr raus, eben wegen dieser Umstellung.
Winter-Freilandhaltung ist einer der ganz wenigen Fälle, in denen ich die Fütterung von Fertigfutter empfehle. Einfach aus dem Grund, weil das Meerschwein sehr viel Energie braucht, um die Wärme aufrecht zu erhalten. Das ist mit Heu und Grünfutter schwer zu erreichen.
Generell geht es also, ich habe allerdings jetzt nur oberflächliche Infos zusammengetippt, die mir noch im Gedächtnis sind, weil ich selbst über so eine Haltungsform nachgedacht habe.
Man muss sich aber im Klaren sein, dass es weder Zeit noch sonstwas spart, sondern in jedem Fall wesentlich aufwändiger ist, als die Tiere im Winter drinnen zu halten.
Und wie gesagt, Krankheiten oder Schwäche können sich fatal auswirken, das sollte man nicht unterschätzen.
Übrigens würde ich auch kein Schweinchen mit „Sonderfell“ im Winter draussen lassen. Die gelockten Schweinchen haben eher dünnes Fell, die Langhaartiere haben innerhalb kürzester Zeit den Schnee oder Matsch mit ihrem Fell verfilzt. Rosettenschweine haben Stellen, die von kaum Fell bedeckt sind, genauso wie die Schweinchen mit Krone (also Coronets etc.), die oben diesen „Scheitel“ auf dem Kopf haben.
Falls Du es trotzdem machen willst und noch mehr Infos brauchst, melde Dich nochmal bei mir, dann suche ich Dir noch ein paar Links raus, die mir weitergeholfen haben.
Übrigens, bei mir ist die Idee zur ganzjährigen Aussenhaltung auch noch vorhanden, allerdings habe ich grossen Respekt davor, täglich längere Zeit in der Kälte draussen zu verbringen, um die Tiere zu versorgen und zu kontrollieren. Das verlangt doch einiges an Selbstbeherrschung, wenn man es gewissenhaft und tiergerecht machen will.
Letztendlich fehlen mir aber zur Zeit sowohl der passende Garten als auch die passenden Schweinchen, meine sind zu alt bzw. nicht robust genug dafür.
Liebe Grüsse
Bine
Hi!
Wie schon erwähnt sind sowohl Kaninchen , wie auch Meerschweinchen sehr soziale Tiere. Allerdings brauchen sie einen Partner der gleichen Art! Meerschweinchen und Kaninchen sprechen total unterschiedliche Sprachen und diese „liebe“ ist nur eine Zwangsgemeinschaft.
Lies dir doch mal www.diebrain.de durch.
Tara
Hallo Katrin,
Das KANINCHEN-Meerschweinchen-Problem muss ich jetzt nicht wiederholen, das wurde ja schon gesagt…
Ich möchte noch hinzufügen, dass die Maße deines Geheges absolute Mindestmaße sind. Kaninchen müssen sich im Winter warm laufen können und wenn das Gehege zu klein ist, funktioniert das nicht…oder es wird ihnen schlecht, vom Kreislaufen!
Wenn sich dein Kaninchen Gänge gräbt ist das super, dort ist es sicher besser geschützt als in den Häuschen. Trotzdem machst du es richtig, in dem du dort viel Heu und Stroh hinein packst.
Denke auch daran, dass die Beiden hochwertiger= kalorienreicher ernährt werden müssen. Da du ja sicher kein getreidehaltiges Trockenfutter verfüttern möchtest, gibt es reichlich Auswahl an Pellets und Grünmischungen mit denen du deinen Tieren wirklich etwas Gutes tun kannst.
Zusätzliche Fütterungen mit Möhren tun auch viel Gutes!
Wenn du Angst hast, dass dein Kaninchen friert, kannst du ihm auch einen Heuballen AUF die Höhlen packen und ein wenig verteilen, das sorgt auch für Wärme. Beschweren kannst du es mit Ästen und Zweigen.
Für dein Meerschwein musst du wirklich einen warmen, trockenen und zugfreien Rückzugort schaffen, da es kein Winterfell produziert.
Ich selber halte auch 34 Kaninchen und 5 Meerschweinchen. Alle leben in Außenhaltung, auch dem Winter über. Ich habe 4 Gehege für die Kaninchen und ein Extragehege für die Meeris. Das ist ganz praktisch, da die Schweinchen da ja doch etwas andere Fressgewohnheiten haben und auf Vitamin C geachtet werden muss.
Wenn du noch mehr Tipps haben möchtest, schreibe mich an, ich gebe dir meine HP-Adresse mit vielen Fotos und Infos
Viele Grüße
Jani