Hallo nochmal,
Hatte schon danach geguckt, ob der Pflaumenbaum eine
Veredlungsstelle aufwies. Keine war leider zu sehen.
Meine Befürchtung, die Veredlungsstelle liegt im Boden.
oder…
Ja, wenn er insgesamt vor der Zeit schwächelt, könnte es sich um einen Sämling handeln - daran hab ich auch gedacht. Bei Pflaume wird allerdings eine Veredlungsstelle kaum sichtbar sein, weil fast alle Sorten am Wurzelhals veredelt werden.
Ich werde nun unten direkt vom Pflaumenbaum Stecklinge
schneiden, welche ich dann als „Auflage“ bewurzle.
Die Stecklinge welche ich dann zum Veredeln verwenden werde,
werde ich im oberen Bereich des Baumes abschneiden.
Nun meine Frage: Soll ich nun Veredeln? (T-Schnitt mit einem
schlafenden Augen einsetzen), oder soll ich Kopulieren?
Zwei junge Ruten würde ich Kopulieren. Geht, finde ich, viel leichter - obwohl immer betont wird, Okulation sei keine Kunst, mag sie mir nicht gelingen. Die nicht, Geißfußpfropfen auch nicht - vielleicht zu nervös…
Wäre dies… T-Schnitt bei der Rinde, Auge einsetzen, Rinde
wieder drüberlegen, mit elastischem Bindematerial
stabilisieren und gut ist?
Grundsätzlich ja. Das Edelreis rund ums Auge sehr flach anschneiden, damit der Kontakt Kambium zu Kambium eher flächig ist. Zusätzliche Abdichtung mit klassischem Kaltwachs sicherlich sinnvoll, damit das Ganze nicht austrocknet, bevor es eingeheilt ist. „Kambium zu Kambium“ kann man relativ gut erkennen, wenn etwas früher im Jahr der Saft am steigen ist und sich vitales von verholztem Gewebe klar unterscheidet.
Wenn unklar ist, ob der vorhandene Baum ein Sämling ist, wäre es vielleicht spannend, eine Unterlage neu zu besorgen. Wirtschaftlich zwar nicht unbedingt sinnvoll, aber für das Experiment und anschliessendes Beherrschen der Technik?
Der Lucas (30/1981) empfiehlt für Pflaumen die englische Unterlage „Brompton“ bei problematischen Bodenbedingungen (Verpilzung von Staunässe?), außerdem Hauszwetsche und Große Grüne (Reneklode).
Gutes Gelingen wünscht
MM