Hashimoto

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,

ich bin 46 Jahre alt und Unternehmer. Seit vielen Jahren arbeite ich 16 Stunden tgl. und habe viel Freude daran. Seit ca. 8 Wochen wude ich immer schwächer, war kaum in der Lage 4 Stunden zu arbeiten, war deppresiv,antriebslos und bekam sehr unangenehme Herzrythmusstörungen. Ausserdem habe ich des öfteren Augenschmerzen und heftigen Muskelkater. Nach einer längeren Odysee bei verschiedenen Ärzten wurde Hasimoto diagnostiziert. Ich nehme jetzt seit ca 2 Wochen 100 mg Eutyrox, 100 mg Selen und Magnesium.
Ich bin jetzt etwas weniger müde, aber die anderen Beschwerden sind in wechselnen Abständen unverändert. Ich wäre für jeden Tip dankbar wie ich weiter verfahren soll.

Liebe Grüße

Hallo Klaus,

ich bin auch fast 46 J. alt und weiß seit 2003 oder 4, dass ich Hashi habe, Meine SD ist nur noch, seit Feststellung, 2 g schwer und ich nehme z.Zt. 175 mg L-Thyroxin (ich soll auf 150 mg runtergehen)und 600 µg Cefasel (Natriumselenit).
Es gibt zu Hashi ein Superbuch, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann von einer Leveke Brakebusch o.s.ä… Hole dir das mal. Vorab aber, der TSH Wert soll bei Hashi Patienten unter 1,0 liegen (ich glaube zw. 0,2 - 1,0), dann geht es einem auch besser. Unbedingt so lange sehr langsam das Hormon hochdosieren bis man in diesem Bereich ist. Eine andere wichtige Sache ist Selen. Hier solltest du deinen Spiegel im Vollblut kontrollieren lassen (geht für ca. 10 € im biosyn Labor, einfach per E-Mail Gratis Teströhrchen für die Bestimmung anfordern) Ich würde es auch unbedingt hier machen lassen, da andere Labore immer wieder nur den Serumwert bestimmen (Trotz richtigen Auftrags) und dieser wenig ausssagekräftig ist. Wichtig : 24 Std. vor Blutentnahme kein Selen einnehmen.
Der Spiegel sollte im oberen Normbereich liegen (im Vollblut möglichst über 135. Das sorgt auch für eine deutlich bessere Lebensqualität. Selen ggf. höher dosieren, bis dieser Spiegel erreicht wird und dann in 3-monatigen Abständen Spiegelkontrollen durchführen. Unbedingt darauf achten, dass Natriumselenit eingenommen wird (keine Selenhefeverbindungen), da beim Natriumselenit (z. B: Selenase oder Cefasel) alles überflüssige wieder ausgeschieden wird.
Und ich hoffe, du hast dich vertan und nimmst 100 µg Selen und nicht 100 mg (das wäre nämlich massiv überdosiert.)
Depressionen würde ich versuchen mit hochdosiertem Johanniskraut zu behandeln (z. B: 2 X 450 mg Helarium) Nach ca. 3 Wochen sollte hier eine Wkg dasein, ansonsten dann weglassen. Vorsicht Johanniskraut mit Sonne kann Lichtempfindlichkeit auslösen.
Zusätzlich wäre sicherlich noch ein hochdosierter Vitamnin-B-Komplex für die Nerven sinnvoll.(in der Apotheke beraten lassen) Viel Glück und gute Besserung VivianneCamille

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Hallo Klaus,

man sollte auf keinen Fall direkt so hoch mit den Mittel anfangen, sondern langsam steigern.

Ausserdem kann es Monate dauern, bis sich alles wieder eingependelt hat und die Beschwerden nachlassen.

Ich würde dringend empfehlen, die Blutbilder mal in ein Hashimoto-Forum einzustellen.
Dort wird man sehr gut beraten und bekommt wichtige Infos, die einem weiterhelfen können.

Alles Gute
Habeebee

Lieber Klaus,

die Autoimmunerkrankung Hashimoto, die ich auch habe, ist eine Krankheit, bei der man sehr viel Geduld aufbringen muss. 2 Wochen Therapie sind zu kurz für eine Schilddrüseneinstellung. Darf ich Dir zunächst einige Fragen stellen?

Wurde Dir gleich nach Diagnosestellung eine Dosis von 100 mg Euthyrox (das ist T4) verordnet? Ich frage dies, weil der Einstieg mit Schilddrüsenhormon eigentlich eingeschlichen werden sollte und 100 mg für den Anfang schon eine recht hohe Dosis ist.

Kannst Du mir Deine Blutwerte mit Normbereich einmal aufschreiben? Ich sage es sehr ungern, aber es gibt kaum kompetente Schilddrüsen-/Hormonspezialisten, die die Medikation wirklich auf die Defizite ausrichten. So gibt es ganz verschiedene Konstellationen, die es erforderlich machen, ein Kombipräparat (T4 und T3) zu geben (z. B. Novothyral, Prothyrid, Armour Thyroid). Bei Hashimoto-Thyreoiditis ist meist das ganze Hormonsystem mit betroffen. Das muss nicht sein, ist aber sehr, sehr oft der Fall.

Dein Hormonsystem ist nach so kurzer Therapie-Zeit noch nicht ausgeglichen, so dass Deine Symptome noch eine Unterfunktion vermuten lassen. Was ich Dir heute aber schon empfehlen kann ist, dass Du noch einen hochdosierten Vitamin-B-Komplex zu Dir nimmst und das Selen auf 200 µg erhöhst. Das ist die therapeutische Dosis. Magnesium ist auch sehr zu empfehlen. Wieviel mg nimmst Du davon?

Wie gesagt, schreibe mir einmal Deine Werte. Neue Blutwerte sollten frühestens nach 4 Wochen der Medikation und idealerweise nach 6 Wochen gemacht werden, um zu sehen, wie weiter verfahren wird.

Folgende Werte benötige ich auf jeden Fall, um mehr sagen zu können: TSH, fT3, fT4. Die Antikörper sind nicht so wichtig.

Wenn ich die Informationen habe, kann ich mehr dazu sagen. Stehe gerne zur Verfügung.

Viele Grüße
Catlyn

Hallo Klaus,

ich gehe davon aus, dass du von „Hashimoto Tyrioditis“ sprichst? Zunächst, ich bin kein Arzt aber Betroffener.
H.T. ist ein Gendefekt, d. h. es werden Antikörper gebildet die zur Entzündung der Schilddrüse führen.Nach einer gewissen Zeit ist die Schilddrüse „ausgebrand“ und man muss mit Tyroxin-Tabletten eine Substitution vornehmen. Da die „Einstellung“ nicht so ohne weiteres ohne Nebenwirkungen einhergeht, empfehle ich in Absprache mit einem Facharzt dies vorzunehmen.Auf dem Ultraschallbild sieht dies wie ein „Tigerfell“ aus (Echo-arme-Zonen).

Bei mir wurde H.T. vor ca. 25 Jahren als Zufallsbefund festgestellt; seitdem bin ich in Behandlung und kann mit den Problemen leben.In Abständen von 1 Jahr lasse ich mich in der Offenbacher-Klinik untersuchen und nehme täglich L-Tyroxin Henning 75 sowie Jodit 200 Microgr. Zum Schluss, da deine geschilderten Symptome von der Schilddrüse herrühren können, sollte der Facharzt mit Tyroxin und Jodid erst einmal die Funktion der Schilddrüse sicher stellen; die richtige Dosis ist sehr wichtig um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.
Noch ein Hinweis: Gerade bei älteren u. herzkranken Personen muss anfangs mit sehr geringen Dosen (25 bis 50 Mikrogramm behandelt werden, da es sonst leicht zu Herzproblemen kommt (Beschleunigung des Herzschlages, Extraschläge etc.) Quelle:"Kursbuch Medikamente u. Wirkstoffe, Zabert Sandmann Verlag, Seite 479.

Alles Gute

Werner

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Lieber Klaus,
ich habe diese Sache seit 25 Jahren, nur dass man damals 3 Jahre brauchte um überhaupt festzustellen, was es ist ;-(
Du wirst Dich mit vielerlei Beschwerden auseinandersetzen müssen, die damit in Verbindung stehen, dies aber von Hausärzten nicht so gesehen wird, denn Hashimoto wird mittlerweile als Volkskrankheit gehandhabt. Für mich war das Buch „Leben mit Hashimoto-Thyreoditis“ von Brakebusch/Heufelder auch noch nach 20 Jahren Krankheit sehr aufschlussreich. Es ist absolut zu empfehlen. Die Einstellung des TSH-Wertes hat meine depressiven Phasen erheblich gebessert. Der sollte um 1 liegen unw war noch bis vor kurzem mit Normalwert 4 angesetzt. Ich würde nicht Euthyrox nehmen, sondern L-Thyroxin von Henning. Auf Euthyrox reagieren viele allergisch wegen der Zusatzstoffe. Auch ich hatte Rythmusstörungen, die aufhörten,als ich Euthyrox absetzte.
Lies das Buch, es wird Dir vieles erklären. Und lass den Kopf nicht hängen. Diese Sache ist zwar kausal nicht behandelbar aber es gibt unglaublich viele, die davon betroffen sind und damit recht gut leben.
Viele Grüße aus Darmstadt
Ulrike