Hat das Negativ noch eine Zukunft?

Hallo Fotofans,

also ich wollte wissen ob die „Entwicklung“ von Filmmaterial schon abgeschlossen ist oder ob die Chemie noch was aus Negativen rausholen kann? Ist die Wissenschaft in diesem Bereich schon an ihre Grenzen gekommen? Oder ist die digitalisierung des Fotos die unausweichliche Zukunft?

Gruß
Kristof

Quatsch, alle Filmhersteller entwickeln die Filme, die sie herstellen, auch immer weiter, und ersetzen ‚veraltete‘ auch mal mit besseren. Fuji hat zB gerade einen neuen Film herausgebracht (sorry, weiss momentan nicht, wie er heisst), der nicht BESSERE Farbqualität gibt, sondern eine Farbqualität, die spezifisch momentan in der Modefotografie gefragt ist. That’s just a fad - es ist halt gerade ‚in‘, und irgendwann ist wieder was anderes gefragt. Aber immer feinkörniger, bessere Reproduktion von Farben, etc etc, ist alles immer wichtig & wird auch so bleiben.
Das einzige, was sich ändert, ist, das bestimmte Filmformate zB nicht mehr so gefragt sind (es gibt nicht nur Deine 35mmm Kleinbildfilme!).
So produziert Fuji zB nur einmal im Jahr 10x8" (inch) sheet film, weil davon halt superwenig gebraucht wird. Und wenn der Vorrat schon nach weniger als nem Jahr aufgebraucht ist, Pech gehabt, und auf die nächste Produktion warten.
Agfa hat gerade darüber informiert, dass sie keinen (ich glaube, es ging um S/W) 4x5 sheet film mehr herstellen werden, weil’s sich nicht mehr rentiert.
Es werden also schon manchmal die Lieblingsfilme von einigen Fotografen aus der Produktion genommen, aber das hat mit Digital nicht unbedingt direkt was zu tun.
Digital ist zwar für Hobbyfotografen und Urlaubsknipser ganz okay, auch für Profifotografen, die Hochzeiten uä machen, reicht das vollkommen aus. Für Pressefotografen natürlich auch, dazu kommt, dass halt riesig viel an knapper Zeit eingespart wird.
Aber wenn Du als Werbefotograf Fotos für Grossflächenposter machst, gibt’s momentan noch keine einzige Digitalkamera, die eine dazu ausreichende Resolution (Auflösung?) hat. Früher hat man dazu 10x8" sheet film benutzt, heute reicht den Leuten 4x5". Das hat einerseits mit verbesserten Filmmaterial (feinkörniger) zu tun, andererseits aber auch damit, dass seit Jahren der Qualitätsstandard von Bildmaterial stark sinkt. Und daran ist Digital schon auch dran schuld. Aber nicht unbedingt nur die Digitalkameras, sondern auch software wie photoshop - die art directors und designers können damit soviel machen, und eben Bilder manipulieren, dass ihnen bei der Ausführung einer Idee öfters die Idee so wichtig ist, das die Qualität des verwendeten Bildmaterials in den Hintergrund tritt.
Anyway, soviel wolltest Du vielleicht gar nicht wissen.
Aber mach’ Dir keine Sorge - Filmmaterial wird’s noch weiterhin geben.
Vielleicht in vielen Jahrzehnten nur noch als ‚specialist product‘ für Kunstfotografie und so. Aber es gibt ja auch heute noch Chemikalien zu kaufen, mit denen man Bilder in Prozessen abziehen kann, die von den Anfängen der Fotografie (19. Jahrhundert) stammen. Und die halt superteuer sind. Qualitativ sind die absolut genial, aber es war halt auch schon damals teuer, und die Weiterentwicklung der Technik hatte halt auch das Ziel, alles billiger zu machen.
Gruss aus Dublin,
Isabel

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Hallo!
Mit SICHERHEIT! Viele unserer Kunden wollen nun plötzlich doch lieber ein Dia oder Colornegativ. Digital ist gut, aber ein guter Colorabzug ist immer noch besser.
Beste Grüße aus dem sonnigen Bremen

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Hallo Fotofans,

kurz und knapp - JA !
Kodak hat gerade wieder das color neg. material verbessert erheblich sogar.
da kommt digi nicht ran. auch vom preis schon gar nicht.
t.

also ich wollte wissen ob die „Entwicklung“ von Filmmaterial
schon abgeschlossen ist oder ob die Chemie noch was aus
Negativen rausholen kann? Ist die Wissenschaft in diesem
Bereich schon an ihre Grenzen gekommen? Oder ist die
digitalisierung des Fotos die unausweichliche Zukunft?

Gruß
Kristof

Hi Rasta,

also ich wollte wissen ob die „Entwicklung“ von Filmmaterial
schon abgeschlossen ist oder ob die Chemie noch was aus
Negativen rausholen kann? Ist die Wissenschaft in diesem
Bereich schon an ihre Grenzen gekommen?

Dies wurde ja ausführlich beantwortet.

Oder ist die
digitalisierung des Fotos die unausweichliche Zukunft?

Für den Konsumerbereich: JA.
Der Massenmarkt bewegt sich unaufhaltsam in Richtung Digital. Die Qualität hat heute schon einen Niveau erreicht die es absolut tauglich für den Massenmarkt macht, die Preise entwickeln sich stark in die Richtung. Mit steigender Qualität (und hier ist die Entwicklung ja noch lange nicht am Ende) werden immer breitere Schichten erreicht und mit zunehmender Masse die Preise weiter sinken.
Auch die Profis werden immer häufiger digitale Technik einsetzen. Die analoge Fotografie wird zwar nicht völlig verschwinden aber immer mehr zu einer Spezialanwendung und Nischenprodukt.

Gruß Stefan

Digital ist nicht mein Fall
Ok, Danke für Eure tollen Beiträge. Ich muss dazu noch sagen ich kann mich mit der digitalen Fotografie nicht anfreunden. Die ganzen technischen und qualitativen Aspekte jetzt mal bei Seite, aber den richtigen Moment zu finden und die richtige Belichtung Blende usw. und sich dafür Zeit lassen und dann abdrücken und man hat ein Foto gemacht und damit ein kleines Fenster geöffnet, auf ewig, welches nicht mehr verschwindet (es sei den, man vernichtet den Film)ob es was geworden ist oder nicht…Übung macht den Meister, gegen löschen hab ich nun mal was, das ist so entgültig :smile:

Gruß
Rasta

Hallo Rasta,

es zwingt dich ja keiner Digi-Bilder zu löschen. Was sich z.B. ganz gut macht ist die Archivierung auf CD, vielleicht sogar sortiert nach ganz toll und nicht so toll.

JustMy2Cents
Gruß
Daniel

hi Daniel

was ich damit sagen wollte ist das die Einzigartigkeit des Bildes und sein Wert damit verloren gehn. Man hat ja immer noch Speicher frei, und zu Not ebend löschen…
Das ist dann keine Kunst mehr in meinen Augen…

Gruß
Kristof

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Hi,

zuerst:
Die SW-Fotografie lebt noch. Trotz Farbfilm
Es gibt immer noch Kinos, trotz DVD
usw.

Ich gebe den Anderen Recht. Der Massenmarkt geht auf Digital. Ist es nicht gei…, am Wochenende 1000 Bilder zu machen und archivieren? Klasse. Und wer schaut die sich an? In einem Jahr?
Was ist, wenn es in 10 Jahren keine CD-LW mehr gibt? Viele Speichermedien die zur Archivierung genutzt wurden, sind jetzt schon weg.
Das Problem an der Digitalen Fotografie ist, daß das Bild nix kostet. Was nix kostet ist nix Wert. Also wird geknippst, ohne sich Gedanken zu machen.
Dann gibt es den Profibereich. Der MUß Digital arbeiten. Warum hast Du frühs beim Frühstück den Zieleinlauf der Formel1 aus Japan in Deiner Zeitung. Weil der digital fotografiert wird, über Laptop und Internet an die Redaktionen rausgeht, und 1 Minute nach Zieleinlauf in der Redaktion ist. Klar brauchen die Digital.
Und ich als ambitionierer Hobbyfotograf?
Ich fotografiere Analog.
Weil ich bewußt jedes Bild mache und gestalte. Weil ich jedes Bild bezahlen muß. Weil ich die besten Bilder in meiner Wohnung oder Geschäften oder Ausstellungen hänge habe.
Und, weil ich mir eine Digitale, so wie ich sie brauche, nicht leisten kann. Also, kosten Digitale Bilder auch Geld. Nur nicht pro Bild, sonder alle 2 Jahre, weil ich eine NOCH bessere Kamera brauche. :wink:

Grüße

Stefan