Hallo,
in der FAZ vom letzten Oktober war ein Interview mit Kempowski wiedergegeben, in dem er behauptete, Grass und Walser hätten von ihm abgeschrieben, den Krebsgang u.a. (einen Scan der entsprechenden Stelle schicke ich auf Wunsch gerne zu).
Das ist ja nun ein recht harter Vorwurf. Weiß jemand, ob da was dran ist? Oder ist das nur gekränkte Eitelkeit, weil Kempowski nicht in die „Gruppe 47“ eingeladen worden war. Er schiebt denen die Nichteinladung im gleihen Interview in die Schuhe.
„… Der Stern-Journalist Harald Wieser meint ihn des Plagiats
überführt zu haben. Ein Angriff, der Kempowski gar nicht so hart
angeht, wie man denken könnte, zumindest gibt das sein Tagebuch nicht
her, der ihm aber einmal mehr Gelegenheit bietet, seine Arbeitsweise
zu erläutern: „Ich hebe Erzählpartikel auf, wo immer ich sie finde.
Die kleinen Goldstücke am Ärmel blank reiben und sie einfügen in das
große Bild.“ …“ http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/…
„… Ein Plagiat-Streit um Kempowskis Bestseller „Aus großer Zeit“
entbrannte Anfang 1990, als die Illustrierte Stern dem populären
Schriftsteller vorwarf, zu diesem Roman aus den zehn Jahre zuvor
erschienenen Erinnerungen von Werner Tschirch abgeschrieben zu haben.
Kempowski hielt dagegen, er habe sich immer als „Sammler“ zu erkennen
gegeben und „eher das Finden als das Erfinden“ zur Authentizität
transportierenden Methode erklärt. …“ http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/611/136342/
„… 1990 wurde Kempowski in einer üblen Kampagne des Plagiats
bezichtigt. Endlich nahm sich die Grosskritik seiner an – Hellmuth
Karasek stellte die Fakten klar und entlastete Kempowski in einem
fulminanten Artikel im „Spiegel“. …“ http://begleitschreiben.twoday.net/topics/Literatur/
Und das hielt Kempowski Grass vor – von Abschreiben ist hier nicht die
Rede:
„… Und dass Günter Grass’ für seine Novelle „Im Krebsgang“ (2002)
als großer Tabubrecher in Sachen Vertreibung gefeiert wurde, obwohl
er, Kempowski, der Verwalter deutscher Leidenserinnerung, den
Untergang des deutschen Flüchtlingsschiffs „Wilhelm Gustloff“ Jahre
zuvor in „Echolot“ bereits in extenso geschildert hatte. …“ http://www.welt.de/kultur/article1236998/Unser_Archi…
ski_ist_tot.html
Oder ist das nur gekränkte Eitelkeit, weil
Kempowski nicht in die „Gruppe 47“ eingeladen
worden war.
In die Gruppe 47 hätte ja Kempowski überhaupt nicht gepasst …