Hallo Frank,
mal sehen ob ich die grobe Handlung so auf die Schnelle zusammenbekomme:
Ariane Leonhard (Barbara Rudnik), erfolgreiche Anwältin, hat gerade einen Mordverdächtigen aus Mangel an Beweisen freibekommen. Es war ihr letzter Fall, sie ist MS-krank, kann kaum noch laufen. Als sie nach Hause kommt, lauert ihr eine junge Frau (Jasmin Gerat) auf, spricht sie an, sagt ihr dass sie einen Mord begehen wird. Ariane will sie nicht als Anwältin vertreten, hofft aber, den Mord verhindern zu können und trifft sich deshalb mit ihr.
Die mysteriöse Frau, die ihren Namen nicht nennt, nirgends Fingerabdrücke hinterlässt und sich immer schwarz kleidet, erzählt dass sie die Geliebte eines verheirateten Mannes ist. Er hat versprochen, sich von seiner Frau zu trennen, tut es aber nicht. Sie haben sich vor einem Jahr in der U-Bahn kennen gelernt, treffen sich regelmäßig, sogar bei ihm zuhause, treiben es in seinem Ehebett. Ariane geht davon aus, dass der Mann das Opfer sein soll.
Bei weiteren Treffen, die immer von der Unbekannten arrangiert werden, erfährt Ariane Details, die sie immer mehr verunsichern. Z.B. erkennt sie Arianes Parfüm, obwohl die Marke nicht in Deutschland verkauft wird. Ariane fällt auf, dass jemand heimlich dieses Parfüm benutzt hat. Langsam wird deutlich, dass der Geliebte Arianes Ehemann und die Fremde ihre Nebenbuhlerin ist. Und dass Mordopfer muss nicht unbedingt der Mann sein, sondern vielleicht sie selber.
Ariane hatte geglaubt, ihre Ehe würde funktionieren, trotz ihrer Krankheit. Jetzt wird sie immer unsicherer. Sie nimmt die Pistole (haben reiche Anwälte eigentlich immer eine Pistole im Safe liegen) und deponiert sie in ihrem Nachttisch. Eines Nachts wird eingebrochen (natürlich von der Unbekannten, der Zuschauer sieht das). Ihr Mann steht auf, weitere verdächtige Geräusche, sie nimmt die Pistole und will ihm nach, stürzt aber. Er lässt sie ins Krankenhaus bringen. Sie findet sich in der Psychatrie wieder, wegen angeblicher Selbstmordgefahr. Am nächsten Tag wird sie zwar entlassen, aber damit ist dafür gesorgt, dass sie jetzt als suizidgefährdet bekannt ist - also ein als Selbstmord getarnter Mord durchgehen würde.
Es gibt ein Detail an der Story der Fremden, dass nicht stimmen kann. Arianes Mann fährt nie U-Bahn. Deshalb glaubt Ariane, dass sie keine Zufallsbekanntschaft ihres Mannes ist, sondern er sie gezielt ausgesucht und eine Begegnung arrangiert hat. Sie fährt in die Kanzlei, um in den Unterlagen einen Anhaltspunkt zu suchen - und wird fündig. Die Frau ist die Schwester eines Vergewaltigungsopfers. Ariane hatte damals den Täter vertreten und freibekommen. Kein Wunder also, dass die Frau sie hasst.
Dann der Showdown in der Kanzlei. Die Frau kommt mit der Pistole, auf der die Fingerabdrücke von Ariane sind, um sie umzubringen und es wie Selbstmord aussehen zu lassen. Ariane hat noch Gelegenheit, mit ihr zu reden, die Waffe schon an der Stirn. Sie sagt der Frau ihren Verdacht - nämlich, dass ihr Mann sie bewusst als Mörderin ausgesucht hat. Und dass er keinen Selbstmord inszenieren will - dann würde die Lebensversicherung nicht zahlen - sondern sie als Mörderin auffliegen lassen wird. Dass sie genauso ein Opfer sein wird. Und dass der Mann in wenigen Minuten mit der Polizei dasein wird, um sie auf frischer Tat zu stellen. Die Frau erkennt, welches Spiel mit ihr gespielt wurde. Und als dann tatsächlich der Mann auftaucht, erschießt sie ihn.
Irgendwie hat mich das Finale ein bisschen an den Klassiker „Zeugin der Anklage“ erinnert, auch wenn die Story ganz anders gestrickt war.
Grüßle
Nikola