Hi,
ich bin zwar keine Expertin, trenne mich aber auch ungerne von Dingen. Bin aber vollkommen erwachsen.
Als eine meiner beiden Katzen starb, wollte ich NICHTS in der Wohnung verändern, weil damit eben ganz viele Erinnerungen an das liebste und verrückteste Katzenvieh, das je gelebt hat, verloren gehen würden.
Orte, an denen sie saß, an denen sie irgendwelche verrückten Dingen machte, etc etc (z.B. hatte ich damals noch ne Waschmaschine im Bad stehen - sie ist da drauf geklettert, um sich aus meinem Waschbeutel, der im Regal daneben stand, ein Wattestäbchen als Spielzeug rauszuholen!)
Nächste Woche wird ihr Tod drei her sein. Und ja, ich habe viel vergessen, und ich war immer zu lahmar***ig, diese Erinnerungen aufzuschreiben.
Aber bevor es zu sehr off topic wird:
Es ist nicht nur so, dass ich radikale Veränderungen nicht besonders mag, ich bin eben auch allgemein etwas lahmar***ig. Was zur Folge hat, dass ich mir z.B. einen neuen CD-Spieler kaufe, wenn der alte kaputt ist, aber nicht dazu komme, den alten zu entsorgen.
Oder eben etwas absichtlich aufhebe, weil ich damit ‚mental‘ noch nicht abgeschlossen habe.
Es muss aber nur etwas Zeit vergehen (Wochen oder Monate), und siehe da: Ich hab mich an das Neue gewöhnt, und - wenn ich mal einen Putz- oder Aufräumfimmel kriege - dann wird das Alte (mit dem ich mittlerweile mental abgeschlossen habe, es einfach vergessen habe, etc) mit Freude entsorgt.
Daher mein Vorschlag:
Gib Deiner Tochter Zeit. Lass Sie es auf ihre eigene Art und Weise machen. Mir ist klar, dass Eure Trennung sicherlich eine große Rolle für sie spielt, und ihr Verhalten somit auch damit zusammenhängen kann. Aber gerade deshalb (aber nicht nur deshalb) solltest Du ihr Zeit geben - irgendwann wird der alte CD Spieler für sie keine Rolle mehr spielen. Dann wird sie ihn schon entsorgen wollen.
Und frag’ nicht alle paar Wochen nach, ob er denn jetzt endlich weg kann! Lieber mal alle paar Monate unauffällig beim Aufräumen etc fragen, ob da noch was wäre, was weg soll, usw.
Meiner Meinung nach solltest Du einen Kinderpsychologen erst dann zu Rate ziehen, wenn Du merkst*, dass Eure Trennung ihr größere Probleme macht, als sie ohne externe Hilfe bewältigen kann.
gruss, isabel
*womit ich natürlich nicht meine, dass sie leiden soll, weil sie ihr Leiden so gut versteckt, dass Du es nicht bemerkst… Wusste den Satz nur nicht besser auszudrücken.